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Montag, 30. März 2015

Warlock - Satans Sohn von Steve Miner

Warlock - Satans Sohn (USA 1989) von Regisseur Steve Miner
Im Jahr 1689 in Salem. Massachusetts, steht ein Warlock (Julian Sands) kurz vor der Vollstreckung seines Todesurteils. In der Nacht bevor er seinem Henker vorgeführt wird, reißt ihn ein magischer Zyklon in die Gegenwart des Jahres 1989. Hexenjäger Redferne (Richard E. Grant), der den Warlock schon einmal bekämpft hat, springt todesmutig hinterher. Schnell ist klar, was der Warlock will: Er möchte die drei Teile einer verschollenen Bibel der Hexen wieder zusammenfügen. Wenn dieses unheilige Buch wieder vereint wird, enthüllt es den wahren, geheimen Namen Gottes, welcher - rückwärts ausgesprochen - die gesamte Schöpfung in ihr Gegenteil verkehrt. Wenn Redferne den Warlock aufhalten will, muss er den letzten Teil, der dem Warlock noch fehlt, für immer in Sicherheit bringen. Das ist gar nicht so leicht, da Redferne sich im 20. Jahrhundert nur sehr schwer zurecht findet (während der Warlock damit offensichtlich keine Probleme hat). Die junge Kassandra (Lori Singer) hilft ihm dabei. Gemeinsam treten sie dem Warlock entgegen, um die Welt vor dem Untergang zu retten...


(Spoilerwarnung voraus, auch wenn der Film schon etwas älter ist) Ach, Kindheitserinnerungen. Steve Miners "Warlock - Satans Sohn" habe ich zum ersten Mal mit zwölf Jahren gesehen. Als ich mir kürzlich die Blu Ray gekauft habe, war ich aber gar nicht so sicher, ob ich mir diese Erinnerung eventuell zerstören will, wenn der Film vielleicht nicht so toll ist, wie ihn in Erinnerung hatte. Tja, was soll ich sagen...der Film gefällt heute noch besser als damals.
Mit 12 hat sich mir vor allem die Szene eingebrannt, in welcher der Warlock einer besessenen Wahrsagerin die Augen herausschneidet, weil er mit ihnen die Teile der Hexenbibel schneller finden kann. Als die beiden Augäpfel auf Julian Sands Handfläche nach links und rechts schauten, habe ich mich vor Gelächter gar nicht mehr eingekriegt. Trotzdem muss gesagt werden, dass die Augen - wie alle anderen Spezialeffekte - sehr gut gemacht waren.
Ein weiterer Vorteil des Filmes ist, dass Regisseur Steve Miner (der danach noch unter anderem das Mel Gibson-Schmalzdrama "Forever Young", sowie 1999 "Lake Placid" ablieferte und heute vor allem TV-Serien dreht) die Geschichte so flott inszeniert, dass man gar nicht die Zeit hat, sich über manche Löcher in der Handlung zu wundern und Julian Sands liefert als Warlock eine Performance ab, bei der man ihm den Spaß bei der Rolle sofort ansieht. Das bekannteste Gesicht des Castes gehört wohl Lori Singer, die fünf Jahre vor "Warlock" die weibliche Hauptrolle in "Footloose" mit Kevin Bacon.

Mehr Komödie als Horror
An der oben geschilderten Szene kann man es schon erkennen: Bei "Warlock" liegt der Fokus wesentlich mehr auf Spaß statt auf Grusel. Von daher ist die Freigabe ab 18 Jahren stark übertrieben, da die meisten blutigen Szenen auch in der ungeschnittenen Fassung nur andeutungsweise zu sehen sind. Meist wird den Zuschauern nur kurz das blutige Ergebnis präsentiert, die Taten selbst sieht man nicht. Wenn der Film heute entstanden wäre, hätte man ihn maximal ab 16 freigegeben (und wenn ich über die Altersfreigabe von Inglourious Basterds nachdenke, wäre "Warlock" wohl für Kinder ab 12).

Fazit zu Warlock - Satans Sohn
Den Nostalgiebonus kurz beiseite gelassen, ist "Warlock - Satans Sohn" ein sehr unterhaltsamer Film, mit dem Freunde von B-Movies nicht viel falsch machen können. Absoluter Kult!

Samstag, 17. Dezember 2011

Battle in Seattle

Titel: Battle in Seattle

Mit: Woody Harrelson, Charlize Theron, Michelle Rodriguez, Martin Henderson, Jennifer Carpenter, André Benjamin, Connie Nielsen, u. a.

Regie & Drehbuch: Stuart Townsend

Laufzeit: ca. 95 Minuten

USA 2007

Battle in Seattle - Eine Stadt im Ausnahmezustand

Im Jahr 1999 kommen massenweise Demonstranten aus aller Welt nach Seattle, um gegen eine Konferenz der WTO, also der Welthandelsorganisation, zu protestieren. Während die Proteste zuerst friedlich ablaufen und die Demonstrierenden mit der Blockade von sämtlichen Kreuzungen den Verkehr zum Erliegen gebracht haben, eskaliert die Situation schnell und blankes Chaos regiert die Straßen, da nicht alle Teilnehmer an der Demonstration friedlich gesinnt sind und die Polizei bei weitem nicht mit so vielen Menschen gerechnet hat, da sich auch die Gewerkschaften den Protesten anschließen...

Battle in Seattle beruht auf wahren Geschehnissen

1999 sollte eine Konferenz der WTO in Seattle stattfinden. Was sich dort abgespielt, war aber von den Mächtigen dieser Welt alles andere als geplant. Ihr Treffen wurde nämlich von den Demonstranten gekippt. Der 2007 von Stuart Townsend gemachte Film Battle in Seattle nähert sich den Ereignissen so, dass er fiktionale Figuren verwendet und sie in das gegebene Setting stellt, um den Zuschauern so die verschiedenen Konfliktparteien zu zeigen. Da gibt es den Cop, der die Demonstration mit seinen Kollegen überwachen soll und dessen Frau eher zufällig in die Proteste gezogen wird (mit fatalen Konsequenzen), friedliche und militante Protestierende, die so genannten höheren Tiere und natürlich auch die Medien, welche sich auf die Ereignisse stürzen. Dabei bezieht der Film zwar Stellung zugunsten der friedlichen Demonstranten, allerdings wird die Botschaft dabei nie (wie es bei solchen Filmen leider sehr oft der Fall ist) mit dem Holzhammer vermittelt.

Archivaufnahmen gemischt mit Filmszenen

Auffällig ist ebenfalls, dass Stuart Townsend für seinen Film öfters auf Originalaufnahmen der Proteste in Seattle zurück griff. Genau diese machen den Film noch um einiges authentischer, selbst wenn man hin und wieder bemerkt, dass die Protagonisten die Demo eben gerade nicht beobachten, da das Archivmaterial eben keine HD-Bildqualität hat. Vor allem die schnellen, aber trotzdem immer übersichtlichen Schnitte tragen zu dem gefühl bei, dass man die Demonstrationen nicht nur sieht, sondern direkt hineingezogen wird als Zuschauer. An alle Leute, die glauben, man müsse mit der Handkamera herumwackeln, bis selbst der letzte Zuseher mit einem epileptischen Anfall unter dem Sessel liegt, um "Authentizität" zu erzeugen: Schaut euch diesen Film an. SO macht man das. SO und nicht anders!



Gute Schauspieler in Battle in Seattle

Die Liste der Schauspielerinnen und Schauspieler kann durchaus mit einigen bekannten Namen aufwarten, allen voran Woody Harrelson und Charlize Theron. Michelle Rodriguez spielt die für sie typische Rolle des "tough chick" routiniert. Am besten zu gefallen weiß aber eben Woody Harrelson als Cop, dem die Situation gleich aus mehreren schwerwiegenden Gründen immer mehr über den Kopf wächst.

Die DVD zu Battle in Seattle

Die DVD von New KSM kommt mit einer anständigen Bild- und Tonqualität daher. Natürlich kann man beim Bild keine gleichbleibend hohe Qualität erwarten, da die verwendeten Originalaufnahmen von den Geschehnissen in Seattle nicht immer den HD-Standards entsprechen. Als Tonspur liegen die deutsche und die englische Fassung vor, die beide zwar keine neuen Maßstäbe setzen, aber dennoch klar verständlich und in den Demo-Szenen auch entsprechend dynamisch sind. Leider gibts es außer einigen Trailern keine Extras auf der DVD und auch der Blu Ray.

Fazit zu Battle in Seattle

Battle in Seattle ist ein mitreißender und sehr direkter Film, der sich nicht lange mit Erklärungen aufhält und geich in medias res geht. Unbedingt anschauen!