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Mittwoch, 8. August 2012

Filme von A bis Z: F wie Faculty

(Regeln siehe hier)

Der Buchstabe F bringt mich zu "Faculty - Trau keinem Lehrer". Früher war das einer meiner Lieblingsfilme. Mal sehen, ob er seit dem Jahr 1998 gut gealtert ist oder nicht.

Die Bewohner einer amerikanischen Kleinstadt, vor allem die Lehrerinnen und Lehrer der Herrington High School, verhalten sich in letzter Zeit äußerst merkwürdig, sie wirken unterschwellig aggressiv und verbrauchen extrem hohe Mengen an Flüssigkeit. Als eine kleine Gruppe von Schülern (bestehend aus Josh Hartnett, Clea DuVall, Elijah Wood, Jordana Brewster, u.a.), eine fremdartige Spezies auf dem Schulrasen entdeckt und auch ihre Mitschüler beginnen, sich zu transformieren, wird  der Kleingruppe schnell klar, dass Aliens erst die Körper ihrer Lehrer und jetzt langsam auch die ihrer Freunde übernehmen und als Wirte benutzen. Der Dealer Zeke (Josh Hartnett) entdeckt, dass koffeinhaltige Drogen die Aliens völlig austrocknen lassen. Er nimmt gemeinsam mit dem Außenseiter Casey (Elijah Wood) und dem Rest der Gruppe den Kampf auf, um die Ausbreitung der Aliens zu verhindern...

(Sagt mal, hängt da etwa Bei Sekunde 57 bis Sekunde 59 das Mikro von oben ins Bild? Ist ja peinlich....)

Die Körperfresser kommen - und holen sich erstmal alle Lehrer

Im Jahr 1954 erschien der Roman "Die Körperfresser kommen" von Jack Finney. Neben den vier direkten Verfilmungen (Die DämonischenDie Körperfresser kommen, Body Snatchers, Invasion) gibt es auch andere Varianten des Themas, wie zum Beispiel den ebenfalls 1998 entstandenen "Dich kriegen wir auch noch!" (der "Faculty" aber als Film in jeder Hinsicht unterlegen ist) und eben "Faculty". "Faculty" ist von allen sechs der mit Abstand unterhaltsamste Film.
Dass die Außerirdischen die Körper der Lehrer übernehmen passt ziemlich gut. Schließlich brauchen Schüler in der Regel wesentlich weniger konkrete Verdachtsmomente, um diese für Aliens zu halten. Eigentlich muss man da - und das weiß ich aus Erfahrung - nur im falschen Moment sowas wie "Hey, so alt bin ich jetzt auch wieder nicht!" sagen, um von der halben Klasse einen Blick zu kassieren, dass man glaubt, man komme von einem anderen Planeten. Der Film spielt auf unterhaltsame Art und Weise damit, dass Schüler und Lehrer hin und wieder scheinbar wirklich von verschiedenen Welten stammen. Bei "Faculty" ist das halt nicht nur im überragenen Sinne gemeint.

Staraufgebot bei "Faculty"

Regisseur Robert Rodriguez ("Planet Terror", u. a.) hat für "Faculty einige bekannte Namen (und solche, die es noch werden sollten) gewonnen: Josh Hartnett, Elijah Wood, Salma Hayek, Robert Patrick, Famke Janssen, Piper Laurie, Clea DuVall, Jordana Brewster und Jon Stewart sind die bekannteren Namen. Das Drehbuch stammt von Kevin Williamson, der auch schon die Skripte zu Scream 1 - 4 geliefert hat. Drehbuch und schauspielerische Leistungen sind insofern in Ordnung, dass es von beiden Seiten keine Totalausfälle gibt. Der Film ist entsprechend flott inszeniert und so voll mit Referenzen (es ist Rodriguez, was habt ihr erwartet? Einzig Tarantino hätte noch mehr Anspielungen reingepackt), dass man eigentlich alle fünf Minuten raten kann, welcher andere Film jetzt schon wieder gemeint ist. Mir als Genrefan gefällt sowas, weil ich so mit meinem unnützen Wissen prahlen kann. ;-)

"Faculty" ist ein spaßiger Monster/Alienfilm, der nicht mehr will, als den Zuschauer zu unterhalten. Und das tut er ganz hervorragend.

Sonntag, 28. August 2011

The Virgin Suicides - Verlorene Jugend

USA 1999

Regie und Drehbuch: Sofia Coppola

Mit: Josh Hartnett, Kirsten Dunst, James Woods, Kathleen Turner, Danny DeVito

Länge: 93 Minuten

Inhalt: In einem amerikanischen Vorort während der 70er Jahre haben die dort lebenden Jungs ein Problem: Sie wohnen direkt neben den schönsten Mädchen, die sie sich nur vorstellen können. Die Sache hat nur einen Haken: Die zutiefst religiöse Mutter (Kathleen Turner) der Mädchen und ihr eher in sich gekehrter Vater (James Woods) schirmen die Töchter konsequent von der Außenwelt ab, um sie so vor den Gefahren der Pubertät zu schützen. Nach dem Selbstmord der 13-jährigen Cecilia wird das elterliche Gefängnis für die verbleibenden Schwestern noch enger. Die Situation scheint sich allerdings zu bessern, als der jugendliche Herzensbrecher Trip Fontaine (Josh Hartnett) die Eltern dazu überreden kann, die Mädchen auf ein Schulfest gehen zu lassen. Doch als Lux (Kirsten Dunst) nach einer Liebesnacht mit Trip erst am nächsten Morgen nach Hause kommt, trifft ihre Mutter eine verhängnisvolle Entscheidung und die Ereignisse eskalieren...

Kommentar (Spoilerwarnung): Bei "The Virgin Suicides" handelt es sich um das Regiedebüt von Sofia Coppola. Ich musste beim Ansehen immer wieder schmunzeln, wenn die Jungs aus der Nachbarschaft (aus deren Blickwinkel die ganze Geschichte erzählt wird) sich darüber die Köpfe zerbrachen, was denn nun schon wieder in den Mädchen vorgeht. Macht euch keine Hoffnungen: Was in einer Frau wirklich vorgeht, hat noch kein Mann zu hundert Prozent durchschaut, was sich zum Biespiel auch sehr gut in dem Doktor zeigt, der als Antwort darauf, dass ein 13-jähriges Mädchen ja noch gar keine Ahnung haben kann, wie hart die Welt da draußen sein kann, als Antowrt von eben jenem Mädchen (sinngemäß) folgendes zu hören bekommt: "Nun, sie waren offensichtlich noch nie ein 13-jähriges Mädchen".
Dieses Rätselhafte wird hier durchaus geschickt thematisiert, wenn die Jungs die Schwestern als ziemlich rätselhafte Wesen beschreiben, zu denen sie sich - was für sie anscheinend noch rätselhafter ist - immer mehr hingezogen fühlen. Es zeigt sich auch darin, dass die jungen Männer als Erwachsene noch immer nicht verstanden haben, wieso die Lisbon-Schwestern allesamt kollektiv Selbstmord begangen haben (als Zuschauer kann man es sich - da man immer wieder Hinweise erhält - allerdings zusammenreimen).
Josh Hartnett und Kirsten Dunst liefern hier sehr eindringliche Leistungen ab und könnten den Film auch alleine tragen, allerdings sind James Woods und Kathleen Turner viel zu gut in ihren Rollen, um sie hier nicht zu erwähnen.
Eines ist "The Virgin Suicides" nicht: Ein Actionreißer. Das will er - Gott sei Dank - auch gar nicht sein und das eher gemächliche Tempo steht der Geschichte sehr gut. Das gilt auch für den Soundtrack, der in seinen besten Momenten eine unwirklich-hypnotische Wirkung auf den Zuschauer hat.
Die DVD von Capelight gibt es in zwei verschiedenen Varianten. Bei der Special Edition ist noch ein Hörbuch dabei (der Film beruht ja auf einem Buch von Jeffrey Eugenides), bei der anderen Variante gibt es als Extras "nur" ein Making of, ein Musikvideo von AIR "Playground Love", eine Fotogalerie, die Highlights des Soundtracks und den Kinotrailer.

Fazit: "The Virgin Suicides" ist ein deprimierend schöner und zeitloser Film.