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Dienstag, 11. August 2015

Offenbarung 23 Folge 21 - Jack the Ripper

Offenbarung 23 Folge 21: Jack the Ripper - Live in Berlin (7. April 2008)
Georg Brand und seine Freunde sind einer weiteren Verschwörung auf der Spur. Diesmal geht es um den berühmtesten Serienmörder der Welt: Jack the Ripper versetzte in nur wenigen Wochen des Jahres 1888 ganz England in Aufruhr. Durch mehrere Briefe, die er angeblich selbst an die größten Zeitungen des Landes schrieb und mit denen er Polizei und Öffentlichkeit verhöhnte, wurde Jack the Ripper zur weltweit bekannten Mediensensation. Die Frage, wer Jack the Ripper wirklich war, ist bis heute ungelöst. Die wildesten Gerüchte machen immer noch in regelmäßigen Abständen die Runde. Durch einen Hinweis von Jan Gaspard stößt Georg Brand auf eine unglaubliche Wahrheit...


Ich mag die Prämisse von Prämisse von Offenbarung 23. Obwohl ich selbst kein Anhänger von Verschwörungstheorien bin, finde ich sie doch recht spannend zu hören. Offenbarung 23 hat hier leider das Problem, dass es einige eher schlechte Folgen in dieser Reihe gibt. Bei Folge 21, "Jack the Ripper", ist das nicht der Fall. "Jack the Ripper" ist nicht nur eines der besten Hörspiele dieser Reihe. Es ist eines der besten Hörspiele, das ich kenne.

Spiel mit den Ebenen
Von Anfang an ist klar, dass die Grenze zwischen Realität und Hörspiel immer wieder gezielt durchbrochen werden wird, wenn Oliver Rohrbeck darauf hinweist, dass er der Figur Jan Gaspard heute seine Stimme leiht und auf ihre Parallelen zu Sherlock Holmes und "seinem" Justus Jonas bei den drei Detektiven hinweist, nur um danach sofort in die Rolle des Jan Gaspard einzutauchen. Im Laufe des Hörspiels gibt es immer wieder Momente, in denen auf bestimmte Reaktionen des Publikums abgezielt wird (es ist das einzige Live-Hörspiel der Reihe). Diese werden jedes Mal spielend erreicht.
Das Hörspiel ist so geschickt aufgebaut, dass man beim ersten Anhören vergisst, dass die präsentierte Theorie nicht stimmen kann. Ich werde hier versuchen, meinen diesbezüglichen Standpunkt darzulegen ohne zu spoilern. Dennoch sollte jeder, der das Hörspiel noch nicht kennt und sich das Hörerlebnis nicht verderben will, hier aufhören und erst nach dem Genuss desselben weiterlesen.
Ein zentraler Punkt ist, dass die Tatorte, wenn man sie miteinander verbindet, ein Pentagramm ergeben sollen. Wenn man sich aber die interaktive Karte auf casebook ansieht, wird einem schnell klar, dass hier nicht einmal mit viel Fantasie ein Pentagramm daraus wird.
Als nächstes wird der "Dear Boss"-Brief zu Vergleichszwecken herangezogen. Die angeblichen Ähnlichkeiten im Brief und in der Handschrift sollen die Täterschaft beweisen. Dumm nur, dass es bei dem Brief höchst umstritten ist, von wem er kommt. Die meisten Experten gehen davon aus, dass der Brief von einem Journalisten geschrieben wurde. Damit ist der Schriftvergleich als Beweis hinfällig.
Zu guter Letzt kommt dann noch das angebliche Motiv des Täters, das einen Vor- und gleichzeitig einen Nachteil hat. Der Vorteil ist, dass es erklärt, wieso der Ripper nach dem Mord an Mary Jane Kelly spurlos verschwand, weil er hier kein perverser Triebtäter, sondern ein eiskalt berechnendes Monster ist. Der Rest ergibt allerdings keinen Sinn. Er begeht ein paar Morde, weil die Leute dann vielleicht gerne Krimis lesen und vielleicht auch sein Buch kaufen, das bis dahin ein Ladenhüter war? In welcher Welt ergibt das denn einen Sinn?
Das klingt jetzt alles so negativ. Bitte versteht mich nicht falsch, ich liebe dieses Hörspiel! Wie gut es gemacht ist, lässt sich schon daran sehen, dass ich als Hobby-Ripperologe, der doch einiges über den Ripper weiß, alle Ungereimtheiten beim Hören völlig vergessen hat. Dafür verantwortlich sind - neben dem Autor - Oliver Rohrbeck, Marie und Detlef Bierstedt, David Nathan und Dietmar Wunder. Ich habe in einem Hörspiel selten so überzeugende schauspielerische Leistungen gehört, vor allem das Ende ist großartig gelungen.

Fazit zu Offenbarung 23 - Jack the Ripper
Folge 21 fällt als einziges Live-Hörspiel von Offenbarung 23 ziemlich aus der Reihe. Das gereicht "Jack the Ripper" durchaus zum Vorteil. Hier wurde nicht nur ein tolles Konzept erdacht, sondern dieses auch konsequent durchgezogen.

Sonntag, 9. August 2015

Geister-Schocker 51: Blutsbande

Geister-Schocker 51: Blutsbande nach einem Roman von Peter Menningen
(Romantruhe, 16. 1. 2015)
Malcolm Max reist nach Rom, um seine Verbündete Charisma Myskina aus den Händen ihrer Entführer, einer Gruppe, die sich als "schwarze Engel" bezeichnet, zu befreien. Kaum ist er dort angekommen, erfährt er, dass Charisma sich mit den schwarzen Engeln längst vertragen hat und es in Rom eine mysteriöse Selbstmordwelle gibt, die von der Polizei unter den Teppich gekehrt wird. Um die Hintergründe dieser Todesfälle aufzudecken, müssen Charisma und  Malcolm mit den schwarzen Engeln zusammenarbeiten. Die Zeit drängt, denn die rätselhaften Tode sind nur der Anfang eines viel weitreichenderen Plans. Je tiefer Malcolm Max mit seinen Getreuen in die Geschehnisse eindringt, desto mehr kristallisiert sich heraus, dass ein alter Bekannter der Strippenzieher ist...

Geister-Schocker 51: Blutsbande
(Ich schicke an dieser Stelle lieber eine Spoilerwarnung voraus.) Die 51. Folge der Geister-Schocker ist ein gutes Beispiel dafür, warum ich die Malcolm Max-Geschichten nur selten für Höhepunkte der Reihe halte. Dabei fängt "Blutsbande" sehr vielversprechend an. Das Mysterium um die bizarren Selbstmorde weckt die Neugier der Hörer und die anschließende "Totenbefragung" erinnert stark an das Gespräch mit dem Zombie in "Return of the Living Dead" (auch wenn es hier nicht ganz so schräg ist).
Danach geht es aber schnell abwärts, was vor allem daran liegt, dass bis zum Showdown alles, was rund um die Protagonisten herum geschieht, völlig ohne Folgen bleibt. Das zeigt sich vor allem an der italienischen Polizei, die alles vertuschen will und trotzdem nichts in dieser Richtung unternimmt (und die auch nichts dagegen hat, wenn wildfremde Personen über ihre Tatorte trampeln). Die Carabinieri tun auch nichts, um die Ermittlungen von Max und Co zu unterbinden. Das ist schade, ein zusätzliches Spannungselement hätte dem Hörspiel gut getan. So wirkt die Feststellung, dass die Polizei etwas gegen die Ermittlungen haben könnte, ziemlich überflüssig.
Apropos überflüssig: Wieso - neben Max - ein Inspektor von Scotland Yard von den mysteriösen schwarzen Engeln von London nach Rom beordert wird, würde mich auch brennend interessieren. Damit er ständig "Das glaube ich nicht, dafür muss es eine rationale Erklärung geben!" sagt, kann ja nicht der einzige Grund sein, oder? Dabei geht der Typ sogar so weit, dass er es als Traum abtut, wenn er die Toten aufstehen und mit Malcolm Max über ihre Todesursachen reden hört. (Okay, er fällt beim Anblick der ersten redenden Leich in Ohnmacht. Dämlich ist der Kerl trotzdem.)
Das Ende ist dann die Enttäuschung, die dem Hörspiel endgültig den Garaus macht. Da wird die ganze Zeit davon geredet, wie übermächtig der Gegner ist und dann sieht der Showdown so aus: Malcolm Max tritt an, irgendein magisches Portal wird aktiviert und der Bösewicht wird von einem Orkan weggeweht (HUUUIIIIII!!!!), weil ihm die schwarzen Engel eine supertolle Falle gestellt haben und jetzt ist der übermächtige Dämon endgültig besiegt. Besiegt war in dem Moment auch mein Glaube an die Geister-Schocker-Reihe.
Das einzig Positive an diesem Hörspiel sind die Sprecher, allen voran Marion von Stengel als Contessa und Robert Missler als Malcolm Max. Auch der restliche Cast liefert gute bis sehr gute Leistungen ab.

Fazit zu Geister-Schocker 51: Blutsbande
"Blutsbande" ist vor allem zwei Dinge: Langweilig und nichtssagend. Diese Folge hätte man sich (genauso wie die ganze Malcolm Max-Reihe) getrost schenken können.

Sonntag, 14. Juni 2015

TKKG 113 - Mit heißer Nadel Jagd auf Kids von Stefan Wolf

TKKG Folge 113 (erschienen am 8. Februar 1999 bei Europa) -
Mit heißer Nadel Jagd auf Kids
In der Heimatstadt von TKKG treibt ein wahnsinniger Tätowierer sein Unwesen. Dieser überfällt hinterrücks Kinder, betäubt sie, und tätowiert ihnen anschließend das Gesicht. Die Polizei tappt völlig im Dunkeln (warum werden eigentlich gerade Gesetzeshüter in Jugendhörspielen wie die letzten Idioten dargestellt?) Das Motiv des Täters wird dem TKKG-Quartett schnell klar: Er oder sie möchte die reichen Eltern der Kids erpressen, indem er ihnen damit droht, dass ihre Sprösslinge die nächsten sein könnten. Klar, dass Tim und Co das nicht einfach so geschehen lassen. Einen ersten Verdacht haben sie schnell: Der Freund der Tochter eines Unternehmers ist erstens ein echter Unsympath und zweitens Tätowierer mit eher bescheidenem Talent. Die "Kunstwerke", mit welcher dieser seine Freundin "verschönert", sehen den Tätowierungen der Opfer verdammt ähnlich...

Mit heißer Nadel Jagd auf Kids
Ich habe in meinem Leben sehr viele Hörspiele mit einer absurden Handlung gehört. Dennoch hat es die 113. Folge von TKKG, "Mit heißer Nadel Jagd auf Kids", mühelos geschafft, einen Platz unter den Top 10 meiner persönlichen "Was zur Hölle war denn DAS???"-Liste zu ergattern. Das hängt erstens damit zusammen, dass es das mit Abstand brutalste Jugendhörspiel ist, das ich kenne. Natürlich äußert sich das nicht etwa in ausgiebigen Splattereinlagen. Trotzdem sollte man bedenken, was hier eigentlich passiert: Es werden mehrere Kinder und Jugendliche überfallen und entstellt, eine Entfernung von Tattoos ist mit einigen Risiken verbunden, außerdem ist es ungewiss, ob sie überhaupt funktioniert. TKKG Nr. 113 ist somit das einzige Jugendhörspiel, in dem es um einen Serientäter geht, der es mit seinen schwerwiegenden Angriffen auf Kinder und Jugendliche abgesehen hat.Wenn man bedenkt, dass die Zielgruppe dieser Art von Hörspiel Kinder ab einem Alter von etwa sechs Jahren sind, ist das viel zu heftig.
Hinzu kommt noch, dass man diese Angriffe recht leicht als eine Art Allegorie auf sexuellen Missbrauch interpretieren kann. Die Kinder werden auch hier entführt und körperlich (zwar auf andere Weise, aber doch) missbraucht. An dieser Stelle habe ich mir gedacht, ob man vonseiten der Macher auch nur eine Sekunde daran gedacht, dass so eine Handlung bei Verbrechensopfern eventuell nicht nur nicht auf Gegenliebe stoßen wird, sondern auch alte Wunden wieder aufreißen könnte? Wohl kaum.
Als Sahnehäubchen kommen dann noch die für TKKG üblichen Vorurteile. Waren bei Angst in der 9a noch alle Italiener Mafiosi, ist hier jeder, der sich freiwillig tätowieren lässt, ein kinderhassender Psychopath, der in seiner Freizeit mit Vorliebe Welpen tritt und Babys den Schnuller klaut. Außerdem sind alle Tätowierten in der gleichen Gang und am organisierten Verbrechen beteiligt. Immerhin schafft es der ach so friedliebende Tim das ganze Hörspiel lang, niemanden krankenhausreif zu prügeln. Wie er es zustande gebracht hat, mit einem Karateschlag die Tür eines brennenden Autos zu öffnen, darf er mir trotzdem gerne einmal zeigen. Im weiteren Verlauf der Geschichte erweist er sich als echter Frauenversteher: So unterbricht er Gabys Redeschwall in einer Szene mit einem nonchalanten "Halt's Maul!". Wobei Gaby in dieser Folge eine 1A-Nervensäge ist. Ständig redet sie mit erhobenem Zeigefinger politisch korrekten Blödsinn daher. Wenn sie nicht gerade damit beschäftigt ist, ihre Freunde von oben herab belehrt, kommt von ihr nur sowas wie "Da ist ja mein Papiiiiiii!!" oder "Mein Timmyyy!!" Ach, wisst ihr was? Tim hat Recht, halts Maul, Gaby!
Apropos Gerede: Die Dialoge sind nicht nur holzschnittartig, sondern an vielen Stellen schlicht und ergreifend abstrus. Das beste Beispiel hierfür ist gleich die allererste Szene, in der die Protagonisten zu einem Steinpilzreservoir radeln und Karl es für eine gute Idee hält, zu sagen, dass er sich für Steinpilze schon sehr gerne eine Stunde bückt. Äh...liest da eigentlich nochmal jemand drüber, bevor das aufgenommen wird?

Sprechgesang des Grauens
Den absoluten Horror hat man aber mit der Musik abgeliefert. Ich weiß nicht, welcher Teufel die Macher geritten hat, aber sie haben es geschafft, den fürchterlichsten Rapsong aller Zeiten auf diese CD zu bannen. Mir ist schon klar, dass man für TKKG nicht gerade Sido oder Eminem engagieren kann, aber das bekomme sogar ich noch besser hin (und wer mich schon einmal singen gehört hat, kann sicher bestätigen, dass ich nicht gerade der nächste Elvis Presley bin)!
Eine spannungsgeladene Inszenierung sucht der Hörer ebenfalls vergebens. Der Täter ist sehr schnell identifiziert, es geht nur noch darum, ihm die Taten nachzuweisen und selbst das wird auf möglichst langweilige Weise gezeigt.

Fazit zu "Mit heißer Nadel Jagd auf Kids"
Das wars. Ich bin endgültig fertig mit TKKG. Die spannungslose Inszenierung, hirnschmelzend schlechte Musik und bescheuerte Dialoge wären ja schon schlimm genug, aber was dem Fass den Boden ausschlägt, ist der völlig wahnsinnige Inhalt.  Wie kann man nur so einen gefährlichen Schwachsinn verzapfen??

Dienstag, 4. März 2014

Die drei ??? und die brennende Stadt

Die drei ??? und die brennende Stadt
Der pensionierte Ex-Kommissar Reynolds stattet den drei Detektiven Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews einen Besuch ab. Zwei Jahre nach dem Tod von Reynolds' Bruder hat sich bei Reynolds ein Anwalt gemeldet, der ihm einen rätselhaften Brief des Verstorbenen aushändigte. Warum Reynolds den Brief gerade zu diesem Zeitpunkt erhalten hat, weiß er nicht, er weiß nur, dass es darin um den Bankraub geht, den sein Bruder vor Jahren begangen hat und dass sein Bruder ihm - obwohl er vor dessen Tod jahrelang keinen Kontakt zu ihm hatte - sehr viel bedeutet. Deshalb möchte Reynolds unbedingt wissen, was es mit dieser Botschaft auf sich hat. Der pensionierte Kommissar kann das Schreiben aber alleine nicht entschlüsseln und benötigt dazu die Hilfe von Justus und Co. Als jemand versucht, Reynolds den Brief gewaltsam abzunehmen und bei Justus am hellichten Tag eingebrochen wird, weil jemand unbedingt dieses Schriftstück an sich bringen will, wird den drei Fragezeichen sehr schnell klar: Der neue Fall, in dem sie stecken, ist eine brandheiße Geschichte...

Die drei ??? und die brennende Stadt
Das mittlerweile 166. Abenteuer (diese Zahl muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen) führt die drei Detektive hinaus aus Rocky Beach in die Stadt Centralia, die eine zentrale Rolle in dem zu lösenden Rätsel spielt. Die real existierende Stadt Centralia mit ihrem interessanten Hintergrund als Setting für ein Abenteuer der drei ??? zu verwenden, war die goldrichtige Entscheidung. Auch sonst lässt diese Folge keine Wünsche offen: Die Lösung ist nicht zu offensichtlich und es gibt auch keine Längen, die Geschichte ist actionreich und wird nie unlogisch, was bei den drei Detektiven in letzter Zeit ja auch nicht immer selbstverständlich war (wenn man einmal davon absieht, dass die drei Jungs offenbar keine Eltern haben, die ihnen auch nur die geringsten Grenzen setzen und sie einfach so mit dem Auto quer durch die USA fahren lassen).
Soundtechnisch ist das ganze hervorragend umgesetzt.

Fazit zu Die drei ??? und die brennende Stadt
Diese Rezension ist wohl die kürzeste, die ich jemals hier gepostet habe. Folge 166 ist eine spannende und abwechslungsreiche Folge, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Dafür gibt es von mir eine Empfehlung!

Samstag, 12. Oktober 2013

Batman - Gotham Knight Teil 1 - Der Mann in Schwarz

Batman Gotham Knight 1 - Der Mann in Schwarz
Immer wieder verschwinden Menschen in Gotham City und tauchen als verstümmelte Leichen wieder auf. Batman hat aber zunächst gar nicht die Möglichkeit, sich ausschließlich um diesen Fall zu kümmern, da ein geheimnisvoller Mann in Schwarz die Touristenplattform des Aparo-Towers überfällt und dabei so ziemlich alles in die Luft sprengt, was ihm in die Quere kommt...

Batman - Gotham Knight Teil 1: Der Mann in Schwarz
Auf die neue Batman-Hörspielreihe von Highscore Music habe ich mich, als langjähriger Fan des dunklen Ritters, sehr gefreut. Leider ist der Auftakt zu dieser Reihe bestenfalls durchschnittlich, da die erste Folge eine ganze Reihe von Problemen mitbringt.

Langweiliges Intro
Eines dieser Probleme ist das Intro von "Batman". Um verständlich zu machen, worum es mir geht, nenne ich erstmal ein paar Beispiele für sehr gelungene Hörspielintros und erkläre, was mir an ihnen gefällt.
Mein Lieblingsintro ist das von Gabriel Burns. Die märchenhafte Atmosphäre, die hier aufgebaut wird, ist ein großartiger Kontrast zur Geschichte, die mehr an eine Kreuzung aus Akte X und H. P. Lovecraft erinnert (und damit ebenfalls genug "märchenhafte" Elemente hat - nur halt die eher gruseligen).
Eine ganz andere Baustelle ist das alte Intro von John Sinclair. Mit dem martialischen Text und der packenden Musik wird einem gleich klar: Welcher Dämon es auch ist, der diesmal Ärger machen will, Sinclair kommt und tritt ihn in den Arsch. So wartet man nur auf brachiale Action, die dann natürlich auch geliefert werden muss.
Mein letztes Beispiel ist das Intro zu Offenbarung 23. Der Sprecher schafft es bei diesem Verschwörungsthriller mit Leichtigkeit, seinen Text so zu vermitteln, dass man als Hörer den Eindruck hat, dass ihm das Killerkommando derjenigen, die uns die Wahrheit vorenthalten wollen, schon im Genick sitzt. Er selbst hat nun nur noch wenige Minuten, um uns mit der Wahrheit zu erleuchten.
Alle drei Beispiele haben eines gemeinsam: Sie schaffen es, eine Atmosphäre zu erzeugen und stimmen den Hörer auf das folgende Hörspiel ein. Das Intro zu "Batman" schafft das leider überhaupt nicht. Zwar versucht man hier, Batman als Gothams dunklen Ritter zu verkaufen, aber durch das übertriebene Schauspiel des Sprechers wirkt das alles sehr verkrampft und wie "gewollt und nicht gekonnt". Hinzu kommt, dass dem Text irgendwie das gewisse Etwas fehlt.

Brachialer Sound und ein labernder Erzähler
Dafür fliegt einem eine Sekunde nach dem Intro bereits die gewaltige Soundkulisse des Hörspieles um die Ohren. Die Actionsequenzen sind großartig umgesetzt, die Explosionen krachen richtig schön über einen herein, man fühlt sich in das Geschehen von Anfang an hineingezogen. Zwar ist der Sound manchmal ein wenig laut, aber das hält sich in Grenzen.
So richtig nervig ist aber Gordon Piedesack als Erzähler. Das liegt aber gar nicht an ihm, sondern daran, dass er so viel Text hat, dass man von Zeit zu Zeit das Gefühl hat, einem Hörbuch zu lauschen. Dabei erklärt er auch laufend Dinge, die man ohnehin gerade hört und wo jede weitere Erklärung absolut überflüssig ist. Seltsamerweise gibt es dann aber immer wieder Szenen, in denen einige Charaktere ellenlange Selbstgespräche führen, um die Szenerie zu erklären. Besonders schlimm ist hier ein Teenager, der kurz vor dem Überfall des Mannes in Schwarz den kompletten Aparo-Tower mitsamt den japanischen Touristinnen minutenlang bis ins letzte Detail beschreibt und das, obwohl er völlig allein dort ist. Der Junge sitzt dort herum und erzählt das alles mit Begeisterung der nächstbesten Wand, oder wie? Dabei wird übrigens noch so nebenbei erwähnt, dass Scarecrow alle Gefangenen aus Gotham befreit habe. Ich greife hier mal ein wenig vor und sage, dass ich das viel lieber als Hörspiel gehabt hätte, anstatt der hier erzählten Geschichte.

Der Antagonist ist.....wer?
Die Entscheidung, mit Jacob Feely einen Gegner Batmans zu wählen, den nicht jeder kennt, ist eigentlich sehr gut. Man muss ja nicht gleich das ganze Pulver in der ersten Folge verschießen und ein durchgeknallter Erfinder, der Batman mit seinen raffinierten Gadgets bekämpft, scheint auf den ersten Blick eine gute Wahl zu sein. Leider hat man beim Hören nie den Eindruck, dass von Feely eine echte Bedrohung ausgeht, der dunkle Ritter scheint ihm stets überlegen zu sein. Deshalb habe ich mich beim Hören öfter gefragt, ob ich mir nicht versehentlich Folge 2 gekauft habe und mit dem Ausbruch aus dem Arkham Asylum den eigentlichen Auftakt verpasst habe. Jedenfalls wäre ein von Scarecrow geleiteter Massenausbruch ein wesentlich besserer Ausftakt zu einer Hörspielreihe gewesen und diese Folge hätte mehr als "Zwischendurchepisode" in einen größeren Zusammenhang gepasst.

Die Sprecher
Mit Jürgen Thormann die Synchronstimme von Michael Caine als Alfred zu besetzen, war eine gute Idee. So schafft man eine Verbindung zu den Filmen, die ansonsten nicht da wäre. Sascha Rotermund ist ein guter Batman und Lutz Mackensy liefert als Jacob Feely ebenfalls eine gute Leistung ab. Von dieser Seite gibt es also absolut nichts zu bemängeln.

Fazit zu Batman - Gotham Knight Teil 1: Der Mann in Schwarz
Die grobe Richtung bei dieser neuen Hörspielreihe stimmt bereits. Am Feintuning muss aber noch gearbeitet werden.

Montag, 2. September 2013

Lords of Space Folge 2 - Gefangene des Kristalls

(Hier gehts zu Teil 1):

Chris Austin, der nun unter dem Namen Lord Heros die "weiße Lordschaft" in unserem Universum (also die Guten) anführt, erhält gemeinsam mit dem dunklen Lord Cryptor (ehemals Caine Covic) von der "Velvet Queen" Lysia (der Herrscherin von irgendeinem fremden Planeten) eine Einladung zu einem Besuch in ihrem Wolkenschloss. Beide wissen nicht, dass die Velvet Queen einen Hintergedanken hat: Die mit starken PSI-Fähigkeiten ausgestattete Frau möchte die Quelle der Unsterblichkeit finden. Diese kennen Cryptor und Heros schon, wurde ihnen diese doch von den Lord-Beobachtern verliehen. Lord-Beobachter Tyros weiß bereits, dass die Velvet Queen sich auf Cryptors Seite stellen wird und beschließt daher, Heros und dem ebenfalls eingeladenen Sido-Doppler Fluxxo(r) eine neue Mitstreiterin zur Verfügung zu stellen: Lady of Space Nova hat ebenfalls starke PSI-Fähigkeiten und kann es als einzige mit der Velvet Queen aufnehmen. Diese neigt nämlich dazu, alle Menschen, die ihr den gewünschten Jungbrunnen verwehren, in Kristalle einzusperren. Aber auf Heros wartet noch eine Überraschung: Bei Lady Nova handelt es sich um Lorna Scott, die auf der Erde Chris Austins Geliebte war...

Lords of Space Folge 2 - Gefangene des Kristalls
Herzlich willkommen zum zweiten Teil des brüllenden Wahnsinns, der den Namen "Lords of Space" trägt! Auch heute dürfen Sie Peter Wenke als Lord Cryptor dabei zuhören, wie er es schafft, die nach oben offene Overacting-Skala in den Orbit schießen zu lassen. Allerdings steht er diesmal nicht alleine da, denn Karin Zerdik, welche die Velvet Queen verkörpert, bewirbt sich ebenfalls sehr eindrucksvoll um den "Jeremy-Irons-Gedächtnisaward". (Und das ein paar Jahre vor Dungeons & Dragons. Ich bin beeindruckt.)
Natürlich ist auch der nervende Fluxxor wieder dabei, dessen Sprecher (leider konnte ich nirgendwo eine Sprecherliste finden) sich alle Mühe gibt, wie ein Hund zu klingen, dem ein Sumo-Ringer auf den Schwanz gestiegen ist. Lutz Nicolai klingt als Chris Austin wie ein He-Man für Arme, nur Dorothea Mundas hat als Lady Nova nicht sehr viel zu tun. Bei ihr war man sich wohl nicht sicher, welche Charaktereigenschaften man ihr verleihen soll, deshalb hat man ihr vorsichtshalber gar keine mitgegeben (allerdings empfiehlt sie sich mit Aussagen wie "Lorna Scott gibt es nicht mehr, ich bin jetzt nur noch Lady Nova" dringend für eine Psychotherapie).

Durchgeknallter gehts immer
Wer geglaubt hat, dass die Handlung von Teil 1 schon idiotisch ist, der sollte die Fortsetzung am besten meiden (oder sich erst recht auf sie stürzen, wenn man mal wieder lachen will). Das beginnt mit so Kleinigkeiten wie den Adelstiteln (was zum Beispiel soll "Elasthor, der Doppelschwere von Elasthan" bedeuten? Frisst der Gute doppelt so viel wie seine Freunde auf Elasthan, oder was?) oder den "Kerkern" für Lysias Gefangene (wie soll ich mir einen "Gedankenkristall" vorstellen?) und setzt sich mit Episoden wie der Einladung der Velvet Queen fort. Die überbringt diese nämlich so, dass sie in die Gehirne von Heros und Fluxxor eindringt und ihnen einredet, ihr Schiff stünde unter schwerem Beschuss. Dann sagt sie sowas wie "War doch nur ein Scherz, Jungs!" und erklärt, dass sie ihre Einladungen immer so überbringen würde (wenn das stimmt, hat Cryptor bestimmt auch herzlich gelacht).Großartig ist auch die Party bei der Velvet Queen in ihrem Wolkenschloss. Dort sitzen Cryptor und Heros, die aufgrund der ihnen von den Lord-Beobachtern verliehenen "relativen Unsterblichkeit" (das heißt, sie können keines natürlichen Todes mehr sterben, sondern nur noch im Kampf den Löffel abgeben) nun eine violette Hautfarbe (!) haben und reden mit der Velvet Queen, die sie irgendwann durch das Schloss führt und ihnen - aus welchem Grund auch immer - die Kristalle mit den Gefangenen präsentiert. Dann will sie Cryptor und Heros auch gleich wegsperren (ohne sie vorher wirklich ernsthaft nach der Quelle der Unsterblichkeit gefragt zu haben - Sinn ergibt das Ganze an dieser Stelle schon lange keinen mehr). Allerdings rettet Nova den Tag, indem sie das Wolkenschloss der Velvet Queen mit einer Art Gedankensturm einstürzen lässt (dass das auch für die Helden tödlich enden könnte fällt ihr wohl nicht ein). Natürlich rettet der noble Heros dem bösen Cryptor dabei das Leben, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, ob man ihn oder die Velvet Queen irgendwie gefangen nehmen sollte. Am Ende fragen Chris und Lorna sich, ob sie Cryptor nun endlich endgültig besiegt hätten. Tja, das hätten sie vielleicht sogar, wenn sie ihn nicht einfach hätten laufen lassen, aber so... (Außerdem ist das in meinen Augen ein ziemlich blödes Ende, wenn man bedenkt, dass es sich hier gerade einmal um die zweite Folge der Reihe handelt. Wer soll denn in den restlichen Episoden den Bösewicht geben, hm?)
Rätselhaft bleibt auch die Rolle der Lord-Beobachter. Diese haben im ersten Teil bestimmt, wer wohl auf welcher Seite kämpfen wird (es gibt einen für die Helden und einen für die Bösen). Nun agieren sie eher im Hintergrund, beantworten den handelnden Personen aber immer ihre Fragen und helfen ihnen. Das tun sie allerdings nur, wenn es gerade in die Handlung passt. So wusste Tyros bereits zuvor, dass die Velvet Queen sich wahrscheinlich der dunklen Lordschaft anschließen würde, aber Heros zu stecken, dass die Braut ein falscher Fuffziger ist, war wohl zu viel verlangt. (Andererseits hat jemand, der auf eine Einladung wie die obige mit einem "Jau, lass uns dort hinfliegen!" reagiert, es auch verdient, einen grausamen Tod zu sterben.) Und wer nun dieser ominöse "Vector Omega" sein soll, der noch einmal über allen anderen steht und uns vorrangig mit überflüssigen Kommentaren nervt, ist sowieso völlig unklar.
Die technische Umsetzung der Chose ist auch nicht gerade beeindruckend. Irgendwie hört sich alles so an, als wäre alles im Wohnzimmer von Produzent und Autor Rudolf Leubner aufgenommen worden. Besonders toll ist die Musik von Alexander Cherdron, die so klingt, als hätte man eine Kindergartengruppe mit einem Dutzend Synthesizern spielen lassen.

Fazit zu Lords of Space Folge 2 - Gefangene des Kristalls
Folge 2 ist genauso durchgeknallt und trashig wie Teil 1. Jeder der gerne einmal über ein unfreiwillig komisches Hörspiel lacht, kann hier bedenkenlos reinhören.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Lords of Space Folge 1 - Planet der 1000 Abenteuer

Der Computerspezialist Chris Austin von der Erde nach PTA (Kurzform für: Planet des 1000 Abenteuer) gebracht. Dort muss er mehrere Prüfungen bestehen, die ihm vom Zentralcomputer Vektor Omega gestellt werden. Der Grund dafür ist, dass neue "Lords of Space" gesucht werden, die den seit Anbeginn der Zeit statt findenden Kampf zwischen Gut und Böse wieder aufnehmen sollen. Diese Lords of Space setzen sich aus der Elite der Sternenvölker zusammen. Ihr Hauptsitz ist PTA, der im Zentrum des Universums liegt und in eine Zone für die Guten (hell & freundlich) und die Bösen (dunkel & lebensfeindlich) eingeteilt ist. Je nachdem, wie sie die ihnen auferlegten Prüfungen bestehen, werden Chris und sein Rivale Caine Covic der guten oder der bösen Seite zugeteilt. Aufgurnd der Tatsache, dass Caine einen Mordbefehl des Zentralcomputers ohne zu fragen ausführen will und Chris den Befehl aus moralischen Gründen verweigert, wir Caine zum Anführer der dunklen Seite, während Chris zu den Guten kommt. Damit beginnt der wahre Kampf aber erst...

Lords of Space - Planet der tausend Abenteuer
"Lords of Space Folge 1: Planet der 1000 Abenteuer" von Rudolf Leubner ist eines jener Hörspiele, das so schräg ist, dass man darüber einfach ein Review schreiben muss. Von der ersten Minute an wird der Zuhörer mit durchgeknallten Ideen regelrecht überschüttet und das Overacting der Sprecherinnen und Sprecher (allen voran Peter Wenke) treibt einem die Tränen in die Augen. Was die Charakterisierung angeht, hat man wohl den Baukasten für durchgeknallte Bösewichte geplündert, denn bei Covic fragt man sich nach spätestens zwei Minuten, ob sie den aus einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher herausteleportiert haben, so schnell wie der in den "Ich werde alle UMBRINGEN!!! MUAHAHAHA!!"-Modus schaltet. Nur: Wenn ich an das Wesen, welches er töten sollte, den Sidon-Doppler (keine Ahnung, was das sein soll) Fluxxor, denke, verstehe ich ihn voll und ganz.So eine Nervensäge hält doch niemand länger als fünf Minuten aus, ohne Mordfantasien zu entwickeln. Hoffentlich stirbt Fluxxor irgendwann in einem Feuer, ich befürchte aber, dass das in den weiteren Folgen eher nicht passieren wird.

Die Story ist völlig gaga
Inhaltlich gibt man auch von Anfang an Vollgas: Da wird der Protagonist mit der Hilfe eines Science Fiction Videos (wie das genau funktioniert wird gar nicht erst erklärt) auf einen für ihn fremden Planeten gebeamt und muss dort innerhalb von Minuten im Kampf gegen einen Dinosaurier bestehen, während eine Computerstimme ihm erklärt, dass er dazu auserkoren wurde, von jetzt an im elementaren Kampf von Gut gegen Böse eine entscheidende Rolle zu spielen. Dass das ein wenig plötzlich kommt, wird mit keinem Wort thematisiert, Chris stürzt sich sofort mit Begeisterung in den Kampf mit dem T-Rex und hat nur eine Waffe dabei, deren Bedienung er erst drei Sekunden vorher kapiert hat. Und so geht es unentwegt weiter. Chris hetzt von einer Prüfung zur nächsten, während Vektor Omega als Erzähler fungiert und dabei ununterbrochen Blödsinn von sich gibt, der wohl schwer philosophisch klingen soll. Dabei schwafelt Vektor Omega pausenlos etwas von Ying und Yang und erklärt, dass Chris hinten liegen würde, weil er sich erdreistet, zu viele Fragen zu stellen. Ist ja auch wirklich dreist, dass der Kerl wissen will, wieso er nun nicht mehr in seinem Wohnzimmer hockt und in einem Kampf auf Leben und Tod gegen einen T-Rex steckt. Eine Antwort bekommt er sowieso nicht, das wäre ja noch schöner! Dabei wird jede Aktion unseres Helden von einem theatralischen Tusch begleitet, ganz so, als ob es etwas ganz besonders Tolles ist, wenn Chris herausfindet, wo aus einer Kanone die Laserstrahlen rauskommen (ohne Scheiß, der Soundtrack tut so, als das etwas besonders Heldenhaftes wäre. Gott sei Dank hat er sich das Ding dabei nicht vors Gesicht gehalten).

Synthesizer rules!
Wenn jemand keine Synthesizer-Musik mag, sollte er um dieses Hörspiel besser einen Bogen machen, denn die gab es im Laden um die Ecke offenbar im Dutzend billiger. Echte Instrumente hat man gar nicht erst angeschaut. Das war für die Mitte der 80er  (in denen das Hörspiel produziert wurde) aber ohnehin typisch.

Fazit zu Lords of Space Folge 1 - Planet der 1000 Abenteuer
Dieses Hörspiel ist so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Jeder Trashfan kann damit seinen Spaß haben, deshalb gibt es von mir eine Empfehlung (*hust*es ist übrigens komplett auf YouTube zu finden*hust*)!