Posts mit dem Label Geister Schocker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Geister Schocker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 11. März 2016

Geister-Schocker Folge 60: Hostile Area

Amoxx Bloodshed und seine Freundin Little Bit Crazy sind Gamer-Legenden. Gemeinsam mit zwei anderen Testspielern und einer Journalistin werden sie dazu eingeladen, das Spiel "Hostile Area" zu testen. "Hostile Area ist eine völlig neue Art von Spiel: Es "beamt" die Teilnehmer in eine virtuelle Umgebung, in der sie - ohne Hilfe von außen - gegen Vampire (oder besser gesagt: Vampir-Roboter) kämpfen müssen. Was als harmloses Ballerspiel beginnt, wird schon bald blutiger Ernst: Die Vampire werden immer mehr und der Tod der anderen Spieler ist so realistisch, dass schon bald Zweifel daran aufkommen, ob in dem Spiel alles richtig läuft. Da das Spiel auf keinerlei Kommandos der Spieler reagiert (es meldet sich auf den entsprechenden Befehl hin keiner der Verantwortlichen bei den Spielern), bleibt Amoxx und den letzten Überlebenden nur eine Option: Sie müssen den Endgegner besiegen, um das Spiel zu beenden. Im Weg stehen ihnen dabei ein paar hundert blutdurstige Vampir-Roboter...

Hostile Area von Romantruhe
Da hat jemand wohl Westworld gesehen und für gut befunden. "Hostile Area" bedient sich der Grundelemente von Yul Brynners Film, kombiniert sie mit Vampiren und einer Handlung, über die man am besten keine Sekunde lang nachdenken sollte, ein Loch in der Logik folgt dem nächsten. Zeit darüber nachzudenken hat man beim Hören allerdings keine: Alle fünf Minuten fliegt irgendwo irgendwas in die Luft oder es greifen Horden von Vampiren an, die unsere Helden in der Luft zerreißen wollen. Und genau deshalb macht die ganze Sache ja gerade so viel Spaß.
"Hostile Area" ist in mehreren Punkten untypisch für die "Geister-Schocker"-Reihe von Romantruhe Audio. Erstens ist das Cyber-Western-Setting ein echtes Novum innerhalb der Reihe, die sich sonst eher auf klassische Geistergeschichten verlässt. Zweitens - und das ist der weit größere Unterschied - setzt Bodo Traber weniger auf Grusel, sondern vielmehr auf brachiale Actionszenen, wenn tausende Untote von den Protagonisten mit Maschinengewehren niedergemäht werden. Mit der Vampirmythologie nimmt man es bei "Hostile Area" nicht besonders genau. So ist man in einer Kirche zwar vor Vampiren sicher, Holzpfähle oder Knoblauch kommen aber im ganzen Hörspiel nicht zum Einsatz. Da Schusswaffen hier aber genauso wirkungsvoll sind, ist das wohl ohnehin egal.
Bei einem Action-Hörspiel kommt es natürlich auch auf die Soundkulisse an. Die ist in "Hostile Area" vom Feinsten. Bei den Kampfszenen hat man das Gefühl, selbst mitten im Geschehen zu sein und beim Showdown hebt es einen regelrecht aus dem Sessel. Die Sprecherinnen und Sprecher machen ihre Sache sehr gut, auch wenn man sagen muss, dass ihnen hier nicht gerade thespische Großleistungen abverlangt werden. Aber man merkt einfach, dass sie Spaß mit ihren Rollen hatten. Der Funke springt sofort über.

Fazit zu Hostile Area
"Hostile Area" macht einfach Freude. Action, Splatter und noch mehr Action. Dafür gibt es von mir eine Empfehlung!

Sonntag, 9. August 2015

Geister-Schocker 51: Blutsbande

Geister-Schocker 51: Blutsbande nach einem Roman von Peter Menningen
(Romantruhe, 16. 1. 2015)
Malcolm Max reist nach Rom, um seine Verbündete Charisma Myskina aus den Händen ihrer Entführer, einer Gruppe, die sich als "schwarze Engel" bezeichnet, zu befreien. Kaum ist er dort angekommen, erfährt er, dass Charisma sich mit den schwarzen Engeln längst vertragen hat und es in Rom eine mysteriöse Selbstmordwelle gibt, die von der Polizei unter den Teppich gekehrt wird. Um die Hintergründe dieser Todesfälle aufzudecken, müssen Charisma und  Malcolm mit den schwarzen Engeln zusammenarbeiten. Die Zeit drängt, denn die rätselhaften Tode sind nur der Anfang eines viel weitreichenderen Plans. Je tiefer Malcolm Max mit seinen Getreuen in die Geschehnisse eindringt, desto mehr kristallisiert sich heraus, dass ein alter Bekannter der Strippenzieher ist...

Geister-Schocker 51: Blutsbande
(Ich schicke an dieser Stelle lieber eine Spoilerwarnung voraus.) Die 51. Folge der Geister-Schocker ist ein gutes Beispiel dafür, warum ich die Malcolm Max-Geschichten nur selten für Höhepunkte der Reihe halte. Dabei fängt "Blutsbande" sehr vielversprechend an. Das Mysterium um die bizarren Selbstmorde weckt die Neugier der Hörer und die anschließende "Totenbefragung" erinnert stark an das Gespräch mit dem Zombie in "Return of the Living Dead" (auch wenn es hier nicht ganz so schräg ist).
Danach geht es aber schnell abwärts, was vor allem daran liegt, dass bis zum Showdown alles, was rund um die Protagonisten herum geschieht, völlig ohne Folgen bleibt. Das zeigt sich vor allem an der italienischen Polizei, die alles vertuschen will und trotzdem nichts in dieser Richtung unternimmt (und die auch nichts dagegen hat, wenn wildfremde Personen über ihre Tatorte trampeln). Die Carabinieri tun auch nichts, um die Ermittlungen von Max und Co zu unterbinden. Das ist schade, ein zusätzliches Spannungselement hätte dem Hörspiel gut getan. So wirkt die Feststellung, dass die Polizei etwas gegen die Ermittlungen haben könnte, ziemlich überflüssig.
Apropos überflüssig: Wieso - neben Max - ein Inspektor von Scotland Yard von den mysteriösen schwarzen Engeln von London nach Rom beordert wird, würde mich auch brennend interessieren. Damit er ständig "Das glaube ich nicht, dafür muss es eine rationale Erklärung geben!" sagt, kann ja nicht der einzige Grund sein, oder? Dabei geht der Typ sogar so weit, dass er es als Traum abtut, wenn er die Toten aufstehen und mit Malcolm Max über ihre Todesursachen reden hört. (Okay, er fällt beim Anblick der ersten redenden Leich in Ohnmacht. Dämlich ist der Kerl trotzdem.)
Das Ende ist dann die Enttäuschung, die dem Hörspiel endgültig den Garaus macht. Da wird die ganze Zeit davon geredet, wie übermächtig der Gegner ist und dann sieht der Showdown so aus: Malcolm Max tritt an, irgendein magisches Portal wird aktiviert und der Bösewicht wird von einem Orkan weggeweht (HUUUIIIIII!!!!), weil ihm die schwarzen Engel eine supertolle Falle gestellt haben und jetzt ist der übermächtige Dämon endgültig besiegt. Besiegt war in dem Moment auch mein Glaube an die Geister-Schocker-Reihe.
Das einzig Positive an diesem Hörspiel sind die Sprecher, allen voran Marion von Stengel als Contessa und Robert Missler als Malcolm Max. Auch der restliche Cast liefert gute bis sehr gute Leistungen ab.

Fazit zu Geister-Schocker 51: Blutsbande
"Blutsbande" ist vor allem zwei Dinge: Langweilig und nichtssagend. Diese Folge hätte man sich (genauso wie die ganze Malcolm Max-Reihe) getrost schenken können.

Mittwoch, 28. Januar 2015

Geister-Schocker Folge 0 - Gefangen in der Geisterwelt von Thomas Tippner

Geister-Schocker Folge 0 - Gefangen in der Geisterwelt von Thomas Tippner
Bill und Rachel, ein junges Pärchen aus der Stadt, möchte einige Tage Campingurlaub in einem abgelegenen Waldstück machen und dabei ein wenig dem Alltag entkommen. Schon in der ersten Nacht verschwindet Rachel spurlos und Bill macht sich auf die Suche nach ihr. Dabei erinnert Bill sich an ein Gespräch, dass beide vor ihrem Aufbruch mit Wilbur und Anne, einem in der Nähe des Waldes lebenden Ehepaar, geführt haben. Vor allem Annes Reaktion kommt Bill nun äußerst seltsam vor, denn während Wilbur ihnen nur viel Spaß wünschte, war Anne verängstigt. Während Bill immer verzweifelter nach Rachel sucht, beschleicht ihn das Gefühl, dass in diesem Wald tatsächlich etwas nicht mit rechten Dingen zugeht...

Geister-Schocker Folge 0: Gefangen in der Geisterwelt
Vor der Veröffentlichung der 50. Folge der Geister-Schocker-Hörspielreihe brachte Romantruhe als Prequel die Folge "Gefangen in der Geisterwelt" heraus. Dieses Hörspiel unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von der restlichen dieser Serie. Erstens ist es mit etwa 40 Minuten wesentlich kürzer als die anderen "Geister-Schocker" und zweitens ist es die einzige Folge der Reihe, die über weite Strecken von nur einem Sprecher getragen wird und zwar von Robert Frank als Bill. Dieser bringt die sich langsam steigernde Verzweiflung sehr gut rüber. Das gilt auch für den Rest der Sprecherriege. Vor allem Dagmar Bittner klingt hier mit leicht verzerrter Stimme so richtig unheimlich.
Es gibt bei diesem Hörspiel nur einen kleinen (verschmerzbaren) Minuspunkt: Da in der Geschichte, wie bereits erwähnt, oft nur eine Person zu hören ist, muss diese relativ oft Selbstgespräche führen, damit die Hörer mitbekommen, was gerade passiert. Es wirkt hin und wieder schon unfreiwillig komisch, wenn Bill sich ständig die Sachen selbst erzählt, die sich gerade direkt vor seiner Nase abspielen. Wie man in die Gedankenwelt eines Menschen einsteigen kann, hat Der Schweif des Diabolus wesentlich eleganter gezeigt.

Spannung bis zum Schluss
Tippner gelingt es hervorragend, die Spannung bis zum Ende hoch zu halten, Langeweile kommt keine auf, da Tippner genau weiß, wann er das Tempo verschärfen muss. "Gefangen in der Geisterwelt" ist ein gelungenes Prequel zu den Geister-Schockern. Wer spannende Gruselgeschichten mag, wird dieses Hörspiel lieben!

Montag, 18. November 2013

Geister-Schocker Folge 45: Stimmen aus dem Jenseits

Geister-Schocker Folge 45: Stimmen aus dem Jenseits
Jede Nacht reißt ein Anruf die junge Dana auf die Minute genau um die selbe Uhrzeit aus dem Schlaf. Sie hat keine Ahnung, wer sie mit den Telefonaten terrorisieren möchte, die auf dem Display angezeigte Nummer ist immer die gleiche. Die Adresse ist schnell herausgefunden. Deshalb beschließt Dana, gemeinsam mit ihren Freunden Peter, Janine, und Ray, der Sache auf den Grund zu gehen und hin zu fahren. Dort finden die vier ein verlassenes Herrenhaus, von dessen Telefon schon länger kein Anruf mehr getätigt worden sein kann - der Apparat ist offenbar schon länger kaputt. Als die vier - neben einem noch funktionstüchtigen Tobandgerät -  ein altes Buch zum Thema Geisterbeschwörungen finden, kommen sie auf die Idee, Henry Arlington, den Vorbesitzer des Hauses, zu beschwören. Die Séance gerät schnell außer Kontrolle, als Arlingtons Geist tatsächlich antwortet...




Geister-Schocker Folge 45: Stimmen aus dem Jenseits von Andreas Masuth
(Massive Spoilerwarnung voraus) Die 45. Folge der Geister-Schocker, welche am 8. November 2013 erschien, bietet eine klassische, sehr geradlinige Geistergeschichte. Die hier verarbeiteten Handlungselemente kennen Horrorfans schon aus dutzenden Filmen, Büchern und Hörspielen. Dennoch gelingt es Andreas Masuth, die bekannten Motive so zu variieren, dass das Hörspiel zumindest streckenweise spannend ist. So weicht Masuths Geschichte sehr schnell vom übrigen "Mit dem Geist wurde das Böse beschworen"-Schema ab, da Arlingtons Geist nur sehr kurz in Erscheinung tritt und die eigentliche Bedrohung (mit welcher Arlington allerdings in direkter Verbindung steht) aus einer ganz anderen Richtung kommt (vor welcher der Geist sogar eindringlich warnt, er ist also eher auf der Seite der Protagonisten).

Protagonisten mit Gedächtnislücken
Unsere Freundesclique gehört großteils mitnichten den verblödeten Dorftrotteln an, mit denen man sich sonst in diversen Horrorhörspielen und -filmen herumärgern muss. Deshalb ist es umso unverständlicher, wenn sie an einer zentralen Stelle allesamt in einen Zustand von geistiger Umnachtung fallen. Wie oben bereits erwähnt, versucht der Geist des alten Arlington, den Helden eine Warnung zukommen zu lassen. Er macht das mit der Hilfe des Tonbandgerätes, das bei der Séance lief. Auf der Aufnahme ist nicht nur seine Stimme zu hören, Arlington kann so auch mit dem Quartett kommunizieren. Gerade will er ihnen sagen, wie sie ihren übersinnlichen Gegenspieler besiegen können, da sorgt dieser für einen Stromausfall. Natürlich setzen Dana und Co alles daran, die Kommunikation mit Arlington.....nein, nur ein Scherz, natürlich wird das Tonbandgerät von ihnen in der Sekunde des Stromausfalles sofort wieder vergessen. Die versuchen nicht einmal, das übersinnliche Gespräch mit Arlington wieder aufzunehmen, indem sie zum Beispiel den Sicherungskasten suchen, um die Stromversorgung wieder in Gang zu bringen oder etwas ähnliches. Das Ende (das ich hier nicht verraten werde) ist die logische Konsequenz dieses Handelns.
Apropos Protagonisten: Dana und ihre Freunde sind - wenn man nach den Stimmen und ihrem Verhalten geht - 30 bis 35 Jahre alt. Kann mir mal einer erklären, wieso sie auf dem Cover zwischen 70 und 80 Jahre alt zu sein scheinen?

Tolles Booklet
An dieser Stelle muss ich einmal eine Lanze für die Booklets der Geister-Schocker-Hörspiele brechen. Nicht nur, dass Interessierte dort immer ausführliche Informationen zu den Sprechern und dem jeweiligen Cover-Illustrator finden, kann man dort immer wieder interessante Artikel oder Kurzgeschichten lesen. Im Booklet zu Folge 45 gibt es einen Beitrag darüber, wieso gerade das Horrorgenre im Hörspielbereich so beliebt ist, Fotos von der Entstehung des Hörspieles, ein kurzes Porträt von "Soundbastler" Tom Steinbrecher und eine Rezension zu "Bis das Blut gefriert" (unter dem Banner "Vergessene Filmperlen"). Die Macher lassen sich hier immer wieder etwas Neues einfallen (ich blättere immer noch gerne in den Booklets der ersten Folgen, in denen es eine mehrteilige Artikelreihe über die Geschichte des Grusel-Groschenromanes im deutschsprachigen Raum gab, die schon alleine den Kauf der Hörspiele wert ist).
Die Qualität der Sprecher schwankt bei den Geister-Schockern hin und wieder sehr stark, was hier nicht der Fall ist. Vera Bunk, Nicolai Tegeler, Tino Kießling, Annekathrin Munz und Christian Rode liefern sehr gute Leistungen ab. Die Soundkulisse ist ebenfalls sehr stimmig, manche der Schockeffekte sind ziemlich wirkungsvoll (ja, ich bin ein- oder zweimal im Sessel zusammengefahren).

Fazit zu Geister-Schocker Folge 45
"Stimmen aus dem Jenseits" ist eine sehr unterhaltsame Folge der Geister-Schocker-Reihe. Von mir gibt es eine klare Empfehlung!

Sonntag, 28. April 2013

Geister-Schocker Folge 31 - Die Nacht des Teufels

Geister-Schocker Folge 31: Die Nacht des Teufels
(Synopse) Ein unbeschwerter Bootsausflug wird überraschend zum Albtraum! Ein heraufziehendes Unwetter macht eine Rückkehr in den sicheren Hafen unmöglich. Schnell muss ein geschützter Zufluchtsort gefunden werden und eine verlassene Siedlung tief im Netz der Kanäle scheint die Rettung für die kleine Reisegruppe zu sein. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Wer ist der im Wasser treibende, gesichtslose Tote? Und welches Grauen schleicht durch die verlassenen Ruinen im Wald?

Geister-Schocker Folge 31 - Die Nacht des Teufels
(Spoilerwarnung voraus) Mit Folge 31 haben wir hier - wie zuvor Der Fluch von Alcatraz - wieder eine Folge, bei der man als Autor "Frederic Sinclair" (ein Verlagspseudonym nehme ich an) eingetragen hat. Die beiden Hörspiele teilen sich aber nicht nur den gleichen Namen, sondern zu einem guten Teil auch die gleichen Probleme. Wieder gibt es einige herrlich sinnlose Sequenzen, die unter das Motto "Dumme Leute tun dumme Dinge, um die Spannung hoch zu halten" fallen. Beispiele gefällig?
Da erfahren unsere Helden, dass draußen der Teufel auf sie wartet und mit ihnen um ihre Seele spielen will. Dass die Spielregeln dabei nicht unbedingt zugunsten der Protagonisten ausfallen dürften, liegt auf der Hand, schließlich gibt es zu diesem Zeitpunkt schon zwei Tote zu beklagen. Zwar gibt es, wenn man den Teufel schlägt, eine tolle Belohnung, aber die Aussicht, dass einem von seiner übernatürlichen Hundebestie das Gesicht weggefressen wird, wenn man verliert, sollte einen halbwegs vernünftigen Menschen doch davon, abhalten, sich freiwillig mit dem Satan einzulassen, aber genau das passiert. In der Sekunde, in welcher die Protagonisten das Wort "Belohnung" hören, macht einer von ihnen gleich mit seiner Freundin Schluss, kündigt an, jetzt reich zu werden und verlässt die Hütte, denn schließlich wäre er ja ganz doll durchtrainiert und würde den Teufel sicher besiegen. Dass es theoretisch auch sein könnte, dass die beiden Toten gegen den Teufel bei einer Partie Schach ihr Leben gelassen haben und dass es selbst für sportliche Zeitgenossen eher schwierig sein dürfte, den verdammten Teufel in einem Wettkampf zu schlagen, fällt dem Herrn natürlich nicht ein. Entsprechend blutig ist dann das Ergebnis.
Das ist aber noch gar nicht der Höhepunkt der hier gebotenen Dummheit. Man stelle sich vor, dass einem von der besten Freundin gesagt wird, dass die eigene Lebensgefährtin mit gebrochenem Genick unten im Keller liegt, weil ein Zombie, der soeben auferstanden ist, ihr den Hals umgedreht hat. natürlich rennt man sofort runter und findet die Ärmste mit unnatürlich verdrehtem Kopf auf dem Boden liegend vor. Was würdet ihr in so einer Situation sagen? Vielleicht sowas wie "Oh Gott, Franziska!!!" oder "Neiiiinnn!!!"? Was sagt unser Held? Genau, "Sag doch etwas!", weil die Gute mit gebrochenem Genick bestimmt redseliger ist als zuvor. *kopftriffttischplatte* Es wird sogar noch besser. Franziska kommt als Zombie die Treppe hochgewankt. Ihrem Lebensgefährten kommt es nicht etwa komisch vor, dass seine gerade noch tote Freundin nun wieder vor ihm steht und dabei komische Laute vor sich hin gurgelt (wie Sprecherin Sonita Sodhi einen Zombie spielt ist auch herzallerliebst - sie klingt wie Papa Schlumpf beim Masturbieren, obwohl sie sonst keine schlechte Leistung abliefert). Nein, er freut sich richtiggehend und sagt (sinngemäß): "Geht es dir wieder gut?" Klar, weil ein gebrochenes Genick ja auch gar nicht tödlich ist, du gottverdammter Trottel. Natürlcih verwechselt er (anscheinend) Franziskas tödlichen Angriff mit einer liebevollen Umarmung und geht dabei drauf. Ich bin dafür, einen Darwin Award für fiktive Charaktere einzuführen, und ihn an Philipp Horn (so heißt der gute Mann) zu verleihen.
Die nächste interessante Frage wäre der Verbleib von Emma Joons. Emma ist der Zombie, der sich in dem Keller des verlassenen Hauses (das früher ihres war), in dem unsere Protagonisten Unterschlupf finden, aus dem Keller gräbt und Franziska tötet. Danach...verschwindet sie, obwohl es im Verlauf des Hörspieles um genau den Pakt geht, den sie mit dem Teufel abgeschlossen hat. Hat die Zombiebraut sich aus dem Keller teleportiert und spielt jetzt als Requisit in billigen Filmen mit, oder was ist mit ihr passiert?
Ein paar Worte noch an die Menschen, die für das Booklet zuständig sind: Könntet ihr in Zukunft bitte checken, ob die Namen der Sprecher richtig geschrieben wurden? Da wird schon einmal aus Sara Kelly-Husain eine Sara Kelly-Schulze und ob Sonita Sodhi nun Sonita Sodhi oder doch Sonita Sohdi heißt, scheint euch auch nicht klar zu sein. Bei letzterer könntet ihr übrigens beim nächsten Mal auch ein etwas weniger pixeliges Foto verwenden. Es tut mir leid, wenn ich auf solchen Kleinigkeiten herumreiten muss, aber ich finde solche Fehler (vor allem falsch geschriebene Namen) immer besonders peinlich.

Die Nacht des Teufels: Die Sprecherinnen und Sprecher
In anderen Rezensionen (vor allem bei Amazon) wird den Sprecherinnen und Sprechern dieser Folge der Reihe gerne vorgeworfen, dass sie hier besonders hölzern klingen würden. Ich will die Leute hier zumindest teilweise rechtfertigen: Sie spielen gegen ein Skript an, das ihnen einfach keine Chance lässt, ihre (wenn ich nach anderen Hörspielen mit ihnen gehe durchaus vorhandenen) Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Das gilt auch, wenn die hier ebenfalls als Sprecher tätigen Tom Steinbrecher und Detlef Tams als Regieführende durchaus ihren Teil zur Misere beitragen und ersterer als Teufel, sowie Johanna Hanf als Emma Joons nicht wirklich viel zu tun haben.

Die Nacht des Teufels: Fazit
Für Trashfreunde könnte "Die Nacht des Teufels" aufgrund der unfreiwilligen Komik durchaus interessant sein. Für alle anderen gilt: Finger weg!

Samstag, 27. April 2013

Geister-Schocker Folge 34 - Der Fluch von Alcatraz

Geister-Schocker Folge 34 - Der Fluch von Alcatraz
(Synopse) Als Glen Dearing, Phil Taylor und Jaden Collister der ungewöhnlichen Einladung der Firma Alcatraz Cruises zur Besichtigung der ausrangierten Gefängnisanlage Alcatraz in San Francisco folgen, ahnen sie nicht, in welches teuflische Spiel sie geraten. Schon seit geraumer Zeit gibt es Gerüchte über mysteriöse Vorgänge im stillgelegten Zellenblock D, der ehrfürchtig nur "The Hole" genannt wird. Immer wieder soll es zu Phänomenen gekommen sein. Doch was hat es damit auf sich und warum erhielten diese drei Männer eine Einladung?

Geister-Schocker Folge 34 - Der Fluch von Alcatraz
(Spoilerwarnung voraus) Ich muss an dieser Stelle einmal eine Lanze für die Geister-Schocker Reihe von Romantruhe Audio brechen. Die Serie hat es mit Leichtigkeit geschafft, meine alte Liebe zu Grusel-Groschenromanen wieder zu beleben. Die schönen, altmodisch-trashigen (und nicht immer ganz logischen) Geschichten begeistern mich heute genauso wie in meiner Kindheit. Leider kann Folge 34 nicht ganz mit den anderen Episoden mithalten. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichte nicht durchdacht wirkt und überhaupt keinen Sinn ergibt, wenn man einen zweiten Blick darauf wirft. (also noch weniger als sonst). Einige konkrete Knackpunkte führe ich hier einmal als Beispiele auf:
Die drei oben angesprochenen Männer erfahren von der Reiseleiterin, dass diese erpresst wird. Ihr Erpresser möchte, dass sie mit dem Trio Zellenblock D einen Besuch abstattet. Sie erzählt, dass sie dort schon eine übersinnliche Erscheinung hatte, als sich ein paar Touristen dort spaßhalber in eine der Zellen eingeschlossen hatten. Dann kamen die Geister der Insassen dieser Zellen (es handelte sich dabei um Frank Morris, John Anglin und Clarence Anglin, die in den 60ern mit einem aus Regenmänteln gebastelten Boot von der Insel fliehen wollten und seither vermisst werden). Was machen unsere Protagonisten? Sie besuchen mit der Reiseleiterin den Zellenblock und lassen sich auch in die Zellen einsperren, denn schließlich sei exaktes Nachspielen des Vorfalles der einzige Weg, wie man das Rätsel lösen könnte. Dass es eventuell hinderlich sein könnte, wenn man in einer abgeschlossenen (!) und ausbruchsicheren Gefängniszelle sitzt, während man versucht, etwaigen Geistern zu entkommen, fällt unseren Helden nicht ein.
So richtig sinnlos wird die Geschichte aber erst durch das Ende. Da erklärt ihnen die Reiseleiterin, die in Wahrheit natürlich eine gar garstige Meerhexe ist, dass man drei berühmte und respektable Persönlichkeiten haben wollte, damit diese dann als Körper für die Geister der oben genannten Ausbrecherkönige dienen können. Aber warum werden die anderen Passagiere dann mit Schlafmitteln im Essen betäubt und so unter Drogen gesetzt, dass sie sich später an nichts erinnern können, um anschließend schlafend in einem Park von San Francisco abgelegt zu werden, wo sie dann ein Jogger gefunden hat. Wie hat man eigentlich mehr als ein halbes Dutzend schlafender Leute unbemerkt vom Hafen in den Park gebracht? Wieso bringen die Meerexe und die drei wieder auf der Erde wandelnden Verbrecher die beiden Seeleute um, die das Boot gesteuert haben? Wäre es nicht besser gewesen, die vier hätten sich einfach mit den anderen ins Boot gesetzt und wären unauffällig in Richtung Festland aufgebrochen? Außerdem ergibt die Sache mit dem Gedächtnisverlust auch keinen Sinn und zwar aufgrund der Einladungsliste, die von den beiden Seeleuten am Anfang erwähnt wird. Man hat ihnen nämlich von Alcatraz Cruises eine Passagierliste zukommen lassen, auf denen NUR die Namen der drei Eingeladenen stehen (die anderen sind normale Touristen). Meine Frage dazu: Welchen Sinn hat es, den anderen das Gedächtnis zu nehmen, wenn zumindest eine Person (nämlich diejenige, welche den Seeleuten die Liste zukommen ließ) weiß, dass die drei an Bord waren? Ganz zu schweigen davon, dass zumindest eines der drei Opfer Angehörige haben könnte, denen es im Vorhinein von der Fahrt erzählt haben könnte.
Einen anderen Grund, außer, dass niemand wissen soll, dass die drei an Bord waren, kann es für die Aktion übrigens nicht geben, da die Betäubung schon lange vor der Geisterbeschwörung - von der die wachen Seeleute übrigens bis auf ein bis zwei Schreie (die sie mit "Warten wir ne Viertelstunde, wenn die schreiende Person dann nicht zum Boot gekommen ist, fahren wir los" quittieren - auch sehr nett) nichts mitbekommen haben - stattgefunden haben muss. Wie gesagt: Einfach ins Boot setzen und mit den anderen fahren wäre wohl die bessere Wahl gewesen. Denn selbst wenn die wachen Passagiere die Schreie auch gehört hätten, hätte man ihnen einfach sagen können, man habe nichts gehört und alles wäre in Ordnung.

Fazit zu "Der Fuch von Alcatraz"
Folge 34 der Geister-Schocker krankt daran, dass die Macher die Geschichte schlicht und ergreifend nicht durchdacht haben. Da retten auch die tolle Soundkulisse und die guten SprecherInnen - vor allem Karen Schulz-Vorbach kriegt ihre Wandlung von der Reiseleiterin zur Meerhexe sehr gut hin - leider nicht mehr viel.