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Mittwoch, 21. Mai 2014

Dreamland Grusel 16 - Die Stadt des Todes von Josh Stokes

Dreamland Grusel 16 - Die Stadt des Todes von Josh Stokes
Eigentlich wollten die vier Freunde J.J., Mary-Kate, Ashley und Travis nur ein geiles Wochenende bei einem Musikfestival verbringen, für das sie Freikarten gewonnen hatten. Doch es kommt alles ganz anders als geplant: Nach einem Autounfall sucht das Quartett in der nächsten Stadt Hilfe. Schnell stellen die Protagonisten fest, dass in dieser Stadt etwas ganz und gar nicht stimmt. Die Straßen wirken wie ausgestorben, nirgendwo ist eine Menschenseele zu sehen. Zum Leidwesen unserer Freunde sind die Bewohner mitnichten allesamt bei einem Picknick in der Wüste. Vielmehr haben sie sich in zombieartige Wesen verwandelt und trachten unseren Helden nach dem Leben, die Attacke beginnt, als diese eine Tankstelle betreten, um dort nach einem Telefon zu suchen. Dennoch sind sie nicht die größte Bedrohung, die auf Travis und Co in dieser Stadt lauert....

Das Positive vorweg
Zunächst das Positive (ich kann euch jetzt schon versprechen, dass das der mit Abstand kürzeste Teil der Kritik werden wird): Die Sprecherinnen und Sprecher tun alles, um zu retten, was hier leider nicht mehr zu retten ist. Diese sind somit dezidiert von der hier folgenden Kritik ausgenommen. Das gilt ebenfalls für Tom Steinbrecher und Andreas Max, die für Soundabmischung und Musik zuständig waren.

Alles nur geklaut
Wenn man "Die Stadt des Todes" hört, fällt einem nach spätestens 20 Minuten "Alles nur geklaut" von den Prinzen ein. Das beginnt schon bei den Namen der Protagonisten, wenn man die Rolle von Oliver Rohrbeck J.J. nennt und damit auf die drei ??? anspielt (dort spricht Rohrbeck ja den 1. Detektiv, Justus Jonas - Gott, wie gerne hätte ich statt "Die Stadt des Todes" eine alte Folge meiner Kindheitshelden gehört). Damit nicht genug, hat man die Rollen von Gabrielle Pietermann und Sonita Sodhi auch noch nach den Olsen-Zwillingen benannt. Witzig oder irgendwie unterhaltsam ist das zu keinem Zeitpunkt.
Die Handlung wurde aus verschiedenen Versatzstücken bekannter Horror- und Science-Fiction-Filme und -spiele zusammengesetzt, auch hier hat man auf schamloseste Art und Weise abgeschrieben. Ich liste hier auf, welche "Vorbilder" mir aufgefallen sind: Resident Evil stand gleich in mehreren Handlungssequenzen Pate. So ist die im Hörspiel vorkommende "CPC" eine allmächtige, böse Firma, die Zombies als Waffe einsetzen will und verbotene Experimente durchzieht. Sie stellt also eine Umbrella Corporation für arme Leute dar.
Ganz am Anfang stellen die Protagonisten fest, dass alle "Verwandelten" leuchtend grüne Augen haben. Diese Idee stammt aus dem Film Das Dorf des Verdammten. Bei der Gelegenheit hat man gleich noch das Ende von Die Dämonischen kopiert, wenn einer der Helden am Ende feststellt, dass sich seine Freundin verwandelt hat, ohne dass die Zuhörer das vorher mitbekommen hätten und er (der Held) hinterher zusammenbricht. Apropos Ende: Wenn Christian Rode als Erzähler zum Schluss davon redet, dass die Überlebenden nun mit dem Hubschrauber in eine ungewisse Zukunft fliegen würden, dann ist das natürlich kein toller, offener Schluss, sondern schlichtweg von George A. Romeros Klassiker Dawn of the Dead abgekupfert.
Doch damit nicht genug, es kommen auch noch Robocop und die Men in Black ins Spiel. Denn natürlich ist der Cyborg, der am Ende ins Spiel kommt, der tote Partner unseres Sheriffs (deren Name, Selina Hillary, sich schon ein wenig nach der Schauspielerin Sienna Guillory anhört, die bei den Resident Evil-Filmen Jill Valentine spielt). Die Anspielung auf die Men in Black ist übrigens besonders misslungen. Die Protagonisten werden gefangen genommen und in das Labor der CPC gebracht. J.J. sagt dann so etwas wie: "Hier sieht es ja aus wie im Hauptquartier der Men in Black!".....und das ist die einzige Beschreibung, die wir bekommen. Muss ich mir jetzt etwa Men in Black anschauen, nur damit ich weiß, wie sich die Böslinge das Labor möbliert haben (nicht, dass ich mir jetzt nicht viel lieber MIB anschauen würde, anstatt mich mit diesem Blödsinn zu beschäftigen).
Selbstverständlich werden die Macher behaupten, dass das alles nur eine Hommage sei. Deshalb hört man als Zuhörer alle fünf Minuten lang Sätze wie "Das ist ja wie in Resident Evil!" oder "Wir sind in Silent Hill!". Offenbar denkt Joschi Hajek (alias Josh Stokes), dass eine solche Aussage reichen würde, um aus einem schamlosen Diebstahl eine liebenswerte Anspielung zu machen. Dass er damit leider falsch liegt, scheint ihm keiner gesagt zu haben. So wirken diese Sätze so, als ob man irgendeine platte Ausrede für das Zusammenstoppeln der Handlung und das Fehlen eigener Ideen gesucht hätte. Es ist ja nie besonders gut, wenn man das Publikum an bessere Filme, Videospiele, etc... erinnert, mit denen es sich gerade beschäftigen könnte. "Die Stadt des Todes" tut das am laufenden Band.


Fazit zu Dreamland Grusel 16 - Die Stadt des Todes
Die 16. Folge von "Dreamland Grusel" stellt leider einen Tiefpunkt der Reihe dar. Mein Rat lautet daher: Hört euch lieber zwanzigmal hintereinander das hier an, da habt ihr mehr davon:


Sonntag, 28. April 2013

Geister-Schocker Folge 31 - Die Nacht des Teufels

Geister-Schocker Folge 31: Die Nacht des Teufels
(Synopse) Ein unbeschwerter Bootsausflug wird überraschend zum Albtraum! Ein heraufziehendes Unwetter macht eine Rückkehr in den sicheren Hafen unmöglich. Schnell muss ein geschützter Zufluchtsort gefunden werden und eine verlassene Siedlung tief im Netz der Kanäle scheint die Rettung für die kleine Reisegruppe zu sein. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Wer ist der im Wasser treibende, gesichtslose Tote? Und welches Grauen schleicht durch die verlassenen Ruinen im Wald?

Geister-Schocker Folge 31 - Die Nacht des Teufels
(Spoilerwarnung voraus) Mit Folge 31 haben wir hier - wie zuvor Der Fluch von Alcatraz - wieder eine Folge, bei der man als Autor "Frederic Sinclair" (ein Verlagspseudonym nehme ich an) eingetragen hat. Die beiden Hörspiele teilen sich aber nicht nur den gleichen Namen, sondern zu einem guten Teil auch die gleichen Probleme. Wieder gibt es einige herrlich sinnlose Sequenzen, die unter das Motto "Dumme Leute tun dumme Dinge, um die Spannung hoch zu halten" fallen. Beispiele gefällig?
Da erfahren unsere Helden, dass draußen der Teufel auf sie wartet und mit ihnen um ihre Seele spielen will. Dass die Spielregeln dabei nicht unbedingt zugunsten der Protagonisten ausfallen dürften, liegt auf der Hand, schließlich gibt es zu diesem Zeitpunkt schon zwei Tote zu beklagen. Zwar gibt es, wenn man den Teufel schlägt, eine tolle Belohnung, aber die Aussicht, dass einem von seiner übernatürlichen Hundebestie das Gesicht weggefressen wird, wenn man verliert, sollte einen halbwegs vernünftigen Menschen doch davon, abhalten, sich freiwillig mit dem Satan einzulassen, aber genau das passiert. In der Sekunde, in welcher die Protagonisten das Wort "Belohnung" hören, macht einer von ihnen gleich mit seiner Freundin Schluss, kündigt an, jetzt reich zu werden und verlässt die Hütte, denn schließlich wäre er ja ganz doll durchtrainiert und würde den Teufel sicher besiegen. Dass es theoretisch auch sein könnte, dass die beiden Toten gegen den Teufel bei einer Partie Schach ihr Leben gelassen haben und dass es selbst für sportliche Zeitgenossen eher schwierig sein dürfte, den verdammten Teufel in einem Wettkampf zu schlagen, fällt dem Herrn natürlich nicht ein. Entsprechend blutig ist dann das Ergebnis.
Das ist aber noch gar nicht der Höhepunkt der hier gebotenen Dummheit. Man stelle sich vor, dass einem von der besten Freundin gesagt wird, dass die eigene Lebensgefährtin mit gebrochenem Genick unten im Keller liegt, weil ein Zombie, der soeben auferstanden ist, ihr den Hals umgedreht hat. natürlich rennt man sofort runter und findet die Ärmste mit unnatürlich verdrehtem Kopf auf dem Boden liegend vor. Was würdet ihr in so einer Situation sagen? Vielleicht sowas wie "Oh Gott, Franziska!!!" oder "Neiiiinnn!!!"? Was sagt unser Held? Genau, "Sag doch etwas!", weil die Gute mit gebrochenem Genick bestimmt redseliger ist als zuvor. *kopftriffttischplatte* Es wird sogar noch besser. Franziska kommt als Zombie die Treppe hochgewankt. Ihrem Lebensgefährten kommt es nicht etwa komisch vor, dass seine gerade noch tote Freundin nun wieder vor ihm steht und dabei komische Laute vor sich hin gurgelt (wie Sprecherin Sonita Sodhi einen Zombie spielt ist auch herzallerliebst - sie klingt wie Papa Schlumpf beim Masturbieren, obwohl sie sonst keine schlechte Leistung abliefert). Nein, er freut sich richtiggehend und sagt (sinngemäß): "Geht es dir wieder gut?" Klar, weil ein gebrochenes Genick ja auch gar nicht tödlich ist, du gottverdammter Trottel. Natürlcih verwechselt er (anscheinend) Franziskas tödlichen Angriff mit einer liebevollen Umarmung und geht dabei drauf. Ich bin dafür, einen Darwin Award für fiktive Charaktere einzuführen, und ihn an Philipp Horn (so heißt der gute Mann) zu verleihen.
Die nächste interessante Frage wäre der Verbleib von Emma Joons. Emma ist der Zombie, der sich in dem Keller des verlassenen Hauses (das früher ihres war), in dem unsere Protagonisten Unterschlupf finden, aus dem Keller gräbt und Franziska tötet. Danach...verschwindet sie, obwohl es im Verlauf des Hörspieles um genau den Pakt geht, den sie mit dem Teufel abgeschlossen hat. Hat die Zombiebraut sich aus dem Keller teleportiert und spielt jetzt als Requisit in billigen Filmen mit, oder was ist mit ihr passiert?
Ein paar Worte noch an die Menschen, die für das Booklet zuständig sind: Könntet ihr in Zukunft bitte checken, ob die Namen der Sprecher richtig geschrieben wurden? Da wird schon einmal aus Sara Kelly-Husain eine Sara Kelly-Schulze und ob Sonita Sodhi nun Sonita Sodhi oder doch Sonita Sohdi heißt, scheint euch auch nicht klar zu sein. Bei letzterer könntet ihr übrigens beim nächsten Mal auch ein etwas weniger pixeliges Foto verwenden. Es tut mir leid, wenn ich auf solchen Kleinigkeiten herumreiten muss, aber ich finde solche Fehler (vor allem falsch geschriebene Namen) immer besonders peinlich.

Die Nacht des Teufels: Die Sprecherinnen und Sprecher
In anderen Rezensionen (vor allem bei Amazon) wird den Sprecherinnen und Sprechern dieser Folge der Reihe gerne vorgeworfen, dass sie hier besonders hölzern klingen würden. Ich will die Leute hier zumindest teilweise rechtfertigen: Sie spielen gegen ein Skript an, das ihnen einfach keine Chance lässt, ihre (wenn ich nach anderen Hörspielen mit ihnen gehe durchaus vorhandenen) Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Das gilt auch, wenn die hier ebenfalls als Sprecher tätigen Tom Steinbrecher und Detlef Tams als Regieführende durchaus ihren Teil zur Misere beitragen und ersterer als Teufel, sowie Johanna Hanf als Emma Joons nicht wirklich viel zu tun haben.

Die Nacht des Teufels: Fazit
Für Trashfreunde könnte "Die Nacht des Teufels" aufgrund der unfreiwilligen Komik durchaus interessant sein. Für alle anderen gilt: Finger weg!

Samstag, 11. August 2012

Kommissar Dobranski Folge 12 - Familienbande


Kommissar Dobranski glaubt, dass es nicht mehr schlimmer werden kann, als er mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn Theo seinen ersten Urlaub seit 20 Jahren mit einem unfreiwilligen Familienausflug verbringen muss. Dabei haben seine richtigen Probleme noch nicht einmal angefangen. Als bei einem Halt an der Tankstelle seine Ex entführt wird, macht er dennoch keine Freudensprünge (ich würds tun bei der Nervensäge), sondern versucht herauszufinden, wer denn dahinter steckt. Diese Frage ist schnell geklärt. Bei den Entführern handelt es sich um Handlanger von Vargas, dem ungekrönten König des Kiez. Vargas will auf die (etwas umständliche) Tour erreichen, dass Dobranski die ebenfalls entführte Tochter von Vargas befreien soll. Dobranski darf keine Zeit verlieren...

Kommissar Dobranski - Familienbande

Mit Folge 12 fand die Hörspielreihe rund um den bärbeißigen Dobranski ihr Ende. Leider Gottes ist "Familienbande" bestenfalls als Glasuntersetzer in CD-Form zu gebrauchen. Das liegt vor allem an zwei Dingen. Erstens ist der Plot sehr an den Haaren herbeigezogen. Wieso sollte ein Kiezpate darauf bestehen, dass ein Kommissar sich um die Entführung seiner Tochter kümmert? Auf die Frage könnte es sicher jede Menge interessanter Antworten geben, nur: Man bekommt leider gar keine zu hören. Vargas taucht in der Reihe hier zum ersten und damit auch letzten Mal auf, Background zu ihm gibt es nicht. Dazu kommen dann auch noch Logiklöcher wie das folgende: Woher wissen Vargas' Leute eigentlich, dass Dobranski und Anhang dort sind, wenn der Ausflug doch eine spontane Sache war? Von Dobranskis Kollegen weiß Vargas nur, dass Dobranski im Urlaub ist. Frage 2: Warum macht Vargas die Übergabe von Dobranskis Ex unnötig kompliziert und sorgt letzten Endes dafür, dass er eingeknastet wird, wenn er davor sorgfältig darauf geachtet hat, keine direkten Beweise zu hinterlassen? Er hätte sie doch einfach irgendwo absetzen können, Dobranski hätte seine bescheuerte Nervensäge von Tochter doch ohnehin keine Sekudne länger freiwillig behalten.

Eine schrecklich nette....nein, eigentlich nur schreckliche Familie

Die Sache, die dem geneigten Hörer die Freude aber endgültig verleidet, ist Dobranskis Anhang. Ist Reinhilt Schneider als besserwisserische Marianne Dobranski schon in den anderen Hörspielen nur schwer auszuhalten, erhält sie hier auch noch Unterstützung von Monty Arnold in seiner Rolle als Dobranskis schwulen Sohn Theo, dessen Bestimmung es offenbar ist, mit einer Fistelstimme in voller Lautstärke Lieder von Marianne Rosenberg zu singen und Jack aus Will & Grace wie einen glaubhaften Charakter aussehen zu lassen. In dem Moment als er gescherzt hat, dass er erst nachsehen muss, ob sein Papa seine Dienstwaffe daheim gelassen hat, bevor er nochmal "Theo wir fahren nach Lodz" singt, habe ich inständig gebetet, dass eben jene Pistole möglichst schnell zum Einsatz kommt. Deshalb verstehe ich nicht wirklich, warum Dobranski es so eilig hat, seine Ex zu retten. Ich an seiner Stelle wäre den Entführern maximal nachgefahren, um sie zu fragen, ob sie Theo nicht auch gleich mitnehmen können. Dann hätte ich gewartet, bis entweder die Entführer völlig entnervt frewillig bei der nächsten Polizeistation einchecken, oder die Leichen von Marianne und Theo aus dem Hafen gefischt werden.
Wenn man sich die Tochter von Vargas etwas genauer ansieht, stellt sich allerdings auch die Frage, warum Papa seinen Lendensproß unbedingt gerettet haben will und nicht einfach eine neue Tochter zeugt. Die ist nämlich die einzige Person in der gesamten Hörspielreihe, der man die Pest fast genauso sehr an den Hals wünscht, wie Marianne und Theo und verweist damit unter anderem immerhin die weibliche Antwort auf Josef Fritzl aus Folge 11, "Ein Heim für HaJo", und die zwei Mütter, die in "Amerikanische Verhältnisse" ihre Kinder des Geldes wegen erschießen lassen, auf die Plätze.

Wie ich in zwei Szenen alle Hörer gegen mich aufbringe - eine Anleitung

Da sie diese Leistung in nur zwei Szenen vollbringt, will ich diese mal unter die Lupe nehmen. Da wäre erstens die Entführung selbst. Unser Opfer in spe geht mit zwei Leibwächtern shoppen, als plötzlich ein Wagen mit quietschenden Reifen vorfährt und den einen Bodyguard gleich mal auf die Hörner nimmt. Der wird auch gleich offenbar mit ner Uzi erschossen, während Nummer 2 vom zweiten Entführer per Flammenwerfer (!) zu einem Grillkotelett verarbeitet wird. Während jeder andere sich jetzt wohl amtlich in Hose machen würde vor Angst, hat unser Opfer nichts besseres zu tun, als die Harte zu markieren und Sachen wie "Mein Alter mach euch kalt!" durch die Gegend zu brüllen. Äh, Mädel: Die zwei schrecken vor einem zünftigen Doppelmord auf offener Straße nicht zurück um deiner habhaft zu werden und du glaubst echt, dass die ein gesteigertes Problem damit hätten, dir den Hals umzudrehen, wenn du ihnen zu sehr auf die Nerven gehst?
Szene 2 ist aber noch schöner. Dobranski hat es irgendwie geschafft, sich an das Versteck der Entführer heranzuschleichen und will dem Mädchen durchs Fesnter verklickern, dass er ihr großer strahlender Retter sein will. Die schafft es tatsächlich, Dobranski so lange in ein Gespräch zu verwickeln, bis die einzige abgestellte Wache es schafft, diesen mit einer Schaufel KO zu schlagen (wobei das auch nicht gerade für Dobranski spricht, dass er das zulässt). Der Schläger möchte Dobranski gleich lebendig begraben, ist aber selber blöd genug, das Entführungsopfer nicht wegzusperren (oder - noch besser - gleich mitzubegraben), sodass Dobranski sich von der blöden Göre retten lassen darf. Ich bin mir nicht sicher, wer von den dreien den "Dumm, dümmer, am dümmsten Award 2012" gewinnen sollte, deshalb bekommen ihn einfach alle miteinander.

Gute Sprecherleistung als verlorene Liebesmüh

Die Sprecher sind hier wie immer auf gewohnt hohem Niveau. Konrad Halver spielt den Kommissar mit einer solchen Inbrunst, dass man fast vergessen könnte, dass es sich hier "nur" um eine Rolle handelt, auch wenn er in der Erzählerfunktion oft ein wenig zu geschwätzig ist (was aber nicht am Sprecher liegt, sondern am Skript). Die anderen fallen ebenfalls nicht negativ ab, leider taucht Klaus Dittmann als Vargas etwas zu selten auf, die Figur ist völlig unterentwickelt. Sonita Sodhi bemüht sich als Vargas' Tochter auch redlich, wird aber (genauso wie Reinhilt Schneider und Monty Arnold) von den Blödheiten des Skripts und der Regie regelrecht erschlagen. Das zeigt mal wieder, dass selbst die beten Sprecher aus einer schlechten Vorlage kein gutes Hörspiel machen können.

Fazit zu Kommissar Dobranski - Familienbande

Abschließend kann nur gesagt werden, dass Folge 12 dieser Reihe schon von Anfang an eine Totgeburt war. Die Idee ist viel zu sehr kontruiert und weit hergeholt, die Figuren sind allesamt bescheuert und/oder enervierende Nervensägen und so jagt bis zum Ende ein Kopfpatschmoment den nächsten.