Sonntag, 10. Juli 2016

Arbeitsnachweis

Ich habe hier schon wirklich lange nichts mehr geschrieben. Das hat vor allem einen Grund: Eine wirklich großartige Auftragslage in letzter Zeit. Die Artikel habe ich mit meiner Kollegin Sandra Knopp in Teamarbeit produziert. Hier ist ein kleines "Best of":

In "Mehr Schein als Sein im Prekariat" geht es um die Frage, wie wenig Spielraum prekäre Jobverhältnisse für die soziale Absicherung lassen.

"Löchriger Schutzschild" behandelt die Frage, wie sicher unser Pensionssystem ist.

"Drunter geht's nicht" bietet einen Überblick über Mindestlöhne in Europa.

Ein Artikel im Magazin Granatapfel beschäftigt sich mit dem Thema "Urban Gardening".


Wir waren aber nicht nur im Printbereich fleißig. Eine ganze Radiosendung haben wir der Fußball-EM gewidmet. Ein Interview mit Toni Polster ist genauso dabei, wie ein historischer Beitrag über das österreichische "Wunderteam" der 30er Jahre und eine Reportage über Pannini-Stickersammler: Fußball-Radiosendung Dort können auch unsere Sendungen zum Thema Medien und Journalistenausbildung nachgehört werden.

Außerdem möchte ich noch auf unsere nächste Radiosendung hinweisen. Sandra Knopp hat sich dafür nach Salzburg begeben und das Alpine Peace Crossing mitgemacht, wo Wanderer den Weg jener jüdischen Flüchtlinge nachgehen, die nach dem Zweiten Weltkrieg über den Krimmler Tauern nach Italien und von dort nach Palästina flohen. Zeitzeugen und Geflüchtete von heute erzählen dabei ihre Geschichten. Die Sendung kann am 25. Juli um 20 Uhr 30 auf Ö1 Campus und danach auf KMA.at angehört werden. Ich kann euch jetzt schon sagen: Sie wird hochinteressant.

Montag, 20. Juni 2016

Pause

Sorry für die längere Pause hier. Es waren zwei sehr arbeitsreiche Monate. Ich werde in den nächsten Tagen mal alles verlinken, wo ich in der Zeit meine Finger mit drin hatte, damit ihr sehen könnt, was ich in dieser Zeit so getrieben habe.

Samstag, 9. April 2016

Stummer Wächter von Dirk Hardegen und Detlef Tams

Stummer Wächter - Ein Hörspiel nach einem Skript von Franjo Franjkovic
Max Blanke gilt als paranoid, schizophren und autoaggressiv. Seit 15 Jahren ist er bereits als Patient in der Taunusklinik, sein Arzt Dr. Vosshagen hat ihn bereits als nicht behandelbar abgeschrieben. Trotz allabendlicher Fixierung an seinem Bett, wacht Blanke am jeweils nächsten Morgen mit immer neuen Verletzungen auf, was sich weder sein Pfleger Holger noch Dr. Vosshagen erklären können. Es steckt aber scheinbar noch mehr hinter Blankes Fall: Die Polizei verdächtigt ihn, eines Nachts den Flughafen im Alleingang lahmgelegt zu haben. Mehrere Zeugen, ein Phantombild und das Video der Überwachungskameras stützen diese Theorie. Die Überwachungsvideos der Klinik belegen aber, dass Blanke die ganze Zeit an sein Bett fixiert in seinem Zimmer war. Gibt es Max Blanke zweimal?





(kleine Spoilerwarnung voraus) Ohrenkneifer bringt mit "Stummer Wächter" ein Hörspiel auf den Markt, das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist. Zunächst ist es die erste Koproduktion von Dirk Hardegen und Detlef Tams bei einem Label, das sich - anders als viele Konkurrenten - der Produktion von Einzelhörspielen und nicht von Serien verschrieben hat. Franjo Franjkovic wirft in seinem Skript eine in meinen Augen interessante Frage auf: Was wäre, wenn in den ganzen geschlossenen Anstalten und Sanatorien nicht nur psychisch kranke Menschen, sondern auch solche mit falsch gedeuteten, besonderen Begabungen sitzen würden? Franjkovics Geschichte wird von Hardegen und Tams gekonnt in Szene gesetzt, der Klangraum ist so detailreich ausgestaltet, dass man sich manche Szenen am liebsten dreimal hintereinander anhören möchte. Das liegt auch an Hardegens Musik, die sich perfekt an jede Sequenz anpasst und zwischen vornehmer Zurückhaltung und antreibender Power, wenn es notwendig ist. Die Detailverliebtheit und Sorgfalt, mit der hier gearbeitet wurde, ist in jeder Sekunde zu hören.
So richtig faszinierend wird die Geschichte aber erst mit dem Protagonisten. Obwohl Blanke mit seiner Fähigkeit Leben rettet, fühlt er sich seinem Schicksal doch ausgeliefert und ist tagsüber seinem ihm gegenüber feindselig eingestellten Arzt hilflos, da dieser nur noch daran interessiert ist, ihn mit Medikamenten ruhig zu stellen und in der Klinik wie einen Gefangenen zu halten. Hoffnung schöpfen darf Blanke erst, als mit Frau Dr. Lichte eine engagierte Ärztin die Tagesschicht übernimmt, da diese Dr. Vosshagens Anweisung, Blanke einfach weiter mit Medikamenten vollzustopfen, bewusst ignoriert und dem Patienten helfen möchte. Dieses Spannungsfeld zwischen Blankes totaler Hilflosigkeit tagsüber und seiner Fähigkeit, in der Nacht Unmögliches zu vollbringen, zieht die Hörer sofort in seinen Bann. Wenn man an dem Hörspiel etwas bemängeln möchte, dann höchstens, dass Robert Missler als Erzähler eine Spur zu oft eingesetzt wird. Dennoch bringen er, Detlef Tams als Max Blanke, Tom Steinbrecher, Gordon Piedesack und Katja Pilaski hervorragende Leistungen in ihren Rollen.

Fazit zu Stummer Wächter
Mit "Stummer Wächter" ist den Machern bei Ohrenkneifer ein Hörspiel gelungen, das ich mir auch in 20 Jahren noch begeistert anhören werde. Es ist das beste Hörspiel dieses an guten Hörspielen schon davor sehr reichen Labels. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.

Donnerstag, 7. April 2016

Wyrmwood - Road of the Dead von Kiah Roache-Turner

Wyrmwood - Road of the Dead (Australien 2014) von Kiah Roache-Turner
Das Leben von Barry (Jay Gallagher), eines durchschnittlichen Familienmenschen, wird über Nacht zu einem Albtraum, als seine Familie (und mit ihr auch der Rest der Welt) von Zombies angegriffen wird. Barry schafft es mit seinem Anhang nur sehr knapp, der ersten Angriffswelle zu entgehen. Trotzdem werden seine Frau und seine Tochter krank und verwandeln sich in kürzester Zeit in Zombies. Barry schafft es, beide endgültig ins Jenseits zu befördern. Von den Erlebnissen traumatisiert, versucht Barry, irgendwie zu seiner Schwester (Bianca Bradey) zu gelangen, um zu sehen, ob es ihr gut geht. Dass er, ohne zu wissen warum, nach kurzer Zeit auch das Militär im Nacken hat, ist da nicht sonderlich hilfreich. Da kommen ihm die neuen Verbündeten, die er unterwegs trifft, gerade recht...

Da sich der Trailer erfolgreich gegen jede Einbettung wehrt, verlinke ich ihn hier: Wyrmwood - Road of the Dead.

Wyrmwood - Road of the Dead
Hin und wieder brauche ich einfach eine gediegene Portion Funsplatter. Da will ich einfach nur einen Film sehen, in dem möglichst viele Köpfe explodieren und dabei meinen Spaß haben. Da ich aber nicht jedes Mal "Braindead" einlegen kann, wenn ich mal wieder in so einer Stimmung bin, brauche ich natürlich regelmäßig neue Filme.
Um es kurz zu machen: "Wyrmwood - Road of the Dead" liefert alles, was ich mir von dem Film erhofft habe. Action, Splatter, blöde Sprüche: Das ist alles im Übermaß vorhanden. Und was soll ich sagen? Ich hatte mit Wyrmwood einen Heidenspaß. Roache-Turner und seine Komplizen steckten nicht nur jede Menge Herzblut und kreative Einfälle in den Film - sie haben außerdem das Talent, diese entsprechend unterhaltsam umzusetzen. Während deutsche Splatter-Regisseure hier wohl eine weitere schlecht gemachte Wald- und Wiesen-Blutorgie gedreht hätten (und man sich bei jedem zweiten Effekt irritiert gefragt hätte, ob denen gerade eine Ketchupflasche unter dem Hemd explodiert ist), sieht Wyrmwood nicht nur aufgrund der eingesetzten HD-Kameras wie ein richtiger Film aus: Die Effekte sind toll umgesetzt und die schauspielerischen Leistungen sind, vor allem im Vergleich mit den bereits angesprochenen deutschen Filmen ähnlicher Machart, durch die Bank passabel.
Roache-Turner scheint nicht allzu viel davon zu halten, seinen Protagonisten und den Zuschauern Zeit zum Luftholen zu lassen. Er steigt ab Minute 5 aufs Gaspedal und bewegt seinen Fuß bis zum Abspann keinen Millimeter davon weg. Ich bin zwar dafür, dass man in eine Geschichte hin und wieder ruhigere Szenen einbauen sollte, um so zumindest ein wenig Anlauf für die nächste Actionszene nehmen zu können, Roache-Turner wirft aber dermaßen mit Schauwerten um sich, dass man gerne auf die Ruhepausen verzichtet.
Um noch einmal auf die deutschen Filme zurück zu kommen: Roache-Turner und Co haben diesen Film über vier Jahre hinweg immer nur an den Wochenenden produziert.Es ist schon eine Leistung, unter solchen Bedingungen einen Film abzuliefern, der nicht voller Anschlussfehler ist und dem man diese lange Drehdauer nicht anmerkt. Da frage ich mich schon, wie man es hierzulande immer wieder schafft, Filme zu drehen, die dermaßen hingeschludert aussehen, dass der sprichwörtlichen Sau graust.

Fazit zu Wyrmwood - Road of the Dead
"Wyrmwood - Road of the Dead" ist der perfekt Party-Splatterfilm. Hirn aus, Bierdose auf, Blu Ray in den Player und los gehts!

Freitag, 11. März 2016

Geister-Schocker Folge 60: Hostile Area

Amoxx Bloodshed und seine Freundin Little Bit Crazy sind Gamer-Legenden. Gemeinsam mit zwei anderen Testspielern und einer Journalistin werden sie dazu eingeladen, das Spiel "Hostile Area" zu testen. "Hostile Area ist eine völlig neue Art von Spiel: Es "beamt" die Teilnehmer in eine virtuelle Umgebung, in der sie - ohne Hilfe von außen - gegen Vampire (oder besser gesagt: Vampir-Roboter) kämpfen müssen. Was als harmloses Ballerspiel beginnt, wird schon bald blutiger Ernst: Die Vampire werden immer mehr und der Tod der anderen Spieler ist so realistisch, dass schon bald Zweifel daran aufkommen, ob in dem Spiel alles richtig läuft. Da das Spiel auf keinerlei Kommandos der Spieler reagiert (es meldet sich auf den entsprechenden Befehl hin keiner der Verantwortlichen bei den Spielern), bleibt Amoxx und den letzten Überlebenden nur eine Option: Sie müssen den Endgegner besiegen, um das Spiel zu beenden. Im Weg stehen ihnen dabei ein paar hundert blutdurstige Vampir-Roboter...

Hostile Area von Romantruhe
Da hat jemand wohl Westworld gesehen und für gut befunden. "Hostile Area" bedient sich der Grundelemente von Yul Brynners Film, kombiniert sie mit Vampiren und einer Handlung, über die man am besten keine Sekunde lang nachdenken sollte, ein Loch in der Logik folgt dem nächsten. Zeit darüber nachzudenken hat man beim Hören allerdings keine: Alle fünf Minuten fliegt irgendwo irgendwas in die Luft oder es greifen Horden von Vampiren an, die unsere Helden in der Luft zerreißen wollen. Und genau deshalb macht die ganze Sache ja gerade so viel Spaß.
"Hostile Area" ist in mehreren Punkten untypisch für die "Geister-Schocker"-Reihe von Romantruhe Audio. Erstens ist das Cyber-Western-Setting ein echtes Novum innerhalb der Reihe, die sich sonst eher auf klassische Geistergeschichten verlässt. Zweitens - und das ist der weit größere Unterschied - setzt Bodo Traber weniger auf Grusel, sondern vielmehr auf brachiale Actionszenen, wenn tausende Untote von den Protagonisten mit Maschinengewehren niedergemäht werden. Mit der Vampirmythologie nimmt man es bei "Hostile Area" nicht besonders genau. So ist man in einer Kirche zwar vor Vampiren sicher, Holzpfähle oder Knoblauch kommen aber im ganzen Hörspiel nicht zum Einsatz. Da Schusswaffen hier aber genauso wirkungsvoll sind, ist das wohl ohnehin egal.
Bei einem Action-Hörspiel kommt es natürlich auch auf die Soundkulisse an. Die ist in "Hostile Area" vom Feinsten. Bei den Kampfszenen hat man das Gefühl, selbst mitten im Geschehen zu sein und beim Showdown hebt es einen regelrecht aus dem Sessel. Die Sprecherinnen und Sprecher machen ihre Sache sehr gut, auch wenn man sagen muss, dass ihnen hier nicht gerade thespische Großleistungen abverlangt werden. Aber man merkt einfach, dass sie Spaß mit ihren Rollen hatten. Der Funke springt sofort über.

Fazit zu Hostile Area
"Hostile Area" macht einfach Freude. Action, Splatter und noch mehr Action. Dafür gibt es von mir eine Empfehlung!

Freitag, 19. Februar 2016

Psychosis von Reg Traviss

Psychosis (USA 2010) von Reg Traviss
Ein Serienmörder befriedigt seinen Blutdurst an einem Camp von Umweltschützern. Jahre später zieht die erfolgreiche Horrorautorin Susan (Charisma Carpenter) mit ihrem Mann in ein Haus in der Nähe des Tatorts. Es dauert nicht lange, bis Susan von blutigen Visionen der Morde heimgesucht (die sich nun - warum auch immer - direkt bei ihr im Wohnzimmer abspielen). Da Susan nicht gerade die stabilste Persönlichkeit ist und in der Vergangenheit bereits psychische Probleme hatte, ist ihr Mann nicht bereit, ihr zu glauben...

Psychosis von Reg Traviss
Die "5 DVDs/Blu Rays für 20€"-Kiste bei Müller wird irgendwann zu meinem Untergang. Klar, da liegen immer mal wieder interessante Filme drin, aber irgendwie ist der fünfte Film in letzter Zeit immer ein absolut langweiliger Stinker wie dieser hier. Ich habe selten ein belangloseres und sinnloseres Filmchen gesehen. Der auf einer Kurzgeschichte von Michael Armstrong basierende "Psychosis" bietet eine Handlung, die in maximal 30 Minuten fertig erzählt sein müsste, der Rest besteht aus einer Aneinanderreihung langweiliger Füllszenen, die letztlich ins Nichts führen, was das Problem von vielen auf Kurzgeschichten basierenden Filmen ist. Das ist nicht nur langweilig, sondern in höchstem Maße frustrierend. Der Trailer täuscht eine Stringenz vor, die im Film zu keinem Zeitpunkt durchgehalten wird. (Bitte fragt mich nicht, wieso man dieses verdammte YouTube-Video nicht einbetten kann.) Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, ist "Psychosis" wohl der erste Fall eines Filmes, der ein Remake einer Kurzgeschichte aus einem Anthologiefilm, die so auf Spielfilmlänge getreckt wurde. (Das Original heißt Screamtime.) Warum dreht man kein Remake des ganzen Originalfilmes? Wie man auf diese "geniale" Idee gekommen ist, würde mich brennend interessieren.
(Spoileralarm voraus) Die so genannte Haupthandlung des Films ist aber um nichts besser. Warum spielen sich die Morde in Susans Visionen plötzlich in ihrem Wohnzimmer ab und nicht im Wald, wo sie tatsächlich stattfanden? Hat sie tatsächlich Visionen, oder "nur" einen weiteren psychotischen Schub? Wenn letzteres stimmt, woher "weiß" Susan dann offensichtlich, wie Täter und Opfer aussahen? Und wenn es wirklich Visionen waren....warum hat Susan die eigentlich? Warum gerade sie? Reg Traviss, der auch das Drehbuch verbrochen hat, schafft es nicht, auch nur eine einzige dieser Fragen einigermaßen zufriedenstellend zu beantworten. In der IMDB steht zwar, dass Susan keine Visionen aus der Vergangenheit, sondern aus der Zukunft hatte, im Film selbst findet man darauf aber schlicht keinen Hinweis, abgesehen davon, dass am Ende plötzlich alle wieder leben. Wenn dies tatsächlich die angestrebte Pointe war, dann hätte man das wesentlich besser lösen können. Hinzu kommt, dass die Visionen nach dem immer gleichen Muster ablaufen: Susan hat einen (nach dem Zufallsprinzip bestimmte) "Flashback" zu den Morden, sieht die Bluttat (die oft genug im gezeigten Prolog völlig anders aussah) - und das wars dann. Susan ist zu keinem Zeitpunkt in echter Lebensgefahr, wie soll ich denn da mit ihr mitfiebern?

Schauspielernde Schlaftabletten
Den SchauspielerInnen rund um Charisma Carpenter, Paul Sculfor und Ricci Hartnett dürfte schmerzlich bewusst gewesen sein, in was für einem Blödsinn sie hier mitspielen, anders kann ich mir die von allen betriebene Arbeitsverweigerung nicht erklären, die hier zur Schau gestellt wird. Klar, dass das kein Anwärter für die großen Preisverleihungen wird, stand wohl von Anfang fest, aber mit der Leistung wird sich wohl keiner der hier gezeigten Knallchargen für höhere Weihen empfehlen können.

Fazit zu Psychosis
"Psychosis" ist ein sinnloses, kleines Schwachsinnsfilmchen, das so überflüssig ist wie ein Kropf.

Samstag, 13. Februar 2016

So zerstört Great Movies einen Klassiker - Rodolph Valentinos "Blut und Sand" in der Texttafel-Hölle

Meidet diese DVD!

Das hier wird keine meiner üblichen Filmrezensionen. (Was sollte ich bei diesem Film auch rezensieren? "Blut und Sand" ist ein Klassiker der Stummfilmzeit, wer auf Filme aus dieser Epoche steht und ihn noch nicht kennt, sollte ihn sich unbedingt anschauen.) Mir geht es hier um die DVD von Great Movies, die diesen Film dermaßen respektlos behandelt, dass einem die Tränen kommen. Das äußert sich nicht nur im Fehlen jeglicher Extras (der auf dem Cover angekündigte Bonusfilm ist natürlich nirgendwo zu finden auf der DVD), sondern vor allem bei den Texttafeln. Erstens sind die Tafeln (wie ihr unten wahrscheinlich schon seht) viel zu modern gehalten und reißen einen beim Zuschauen regelrecht aus dem Film, weil der scharfe Kontrast zwischen dem alten Filmmaterial und der modernen Schrift so stark ist, dass der Film dadurch regelrecht zerstückelt wird. Das ist aber noch nicht alles Die Übersetzungen strotzen nur so vor haarsträubenden Fehlern, Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sind auf dem Niveau eines leseschwachen Volksschülers. Also, sehen wir uns mal an, was der Übersetzer von Great Movies offenbar nach einer durchsoffenen Nacht am nächsten Arbeitstag verbrochen hat:



Erstens gehört zwischen "Sohn" und "Juan" kein Beistrich, sondern nur ein Leerzeichen (es wird hier kein Juan auf seinen Sohn angesprochen, sondern eine Mutter auf ihren Sohn Juan). Zweitens müsste Satz Nr. 2 laut Original so lauten:  "Bilde ihn doch beim Schlachter aus, anstatt bei mir."

Nach "Zeit" gehört ein Beistrich. Wie es zu der Satzteil-Wiederholung gekommen ist, darf mir der Übersetzer gerne näher erklären.

Beistrich vor "ab", den sinnlosen Gedankenstrich kann man auch gleich streichen. Falls es euch noch nicht aufgefallen ist: Der Punkt am Ende des Satzes hat offenbar irgendwann die Eltern des Übersetzers umgebracht. Anders kann ich mir auch nicht erklären, wieso er ihn prinzipiell nie setzt.

Alle Satzzeichen sind richtig gesetzt. (Hurra!) Dafür schreibt man die "Tracht" groß. (Awwwww!)

Das müsste eigentlich "können" heißen. Dass es besser gewesen wäre, statt des Gedankenstrichs einen Punkt zu setzen und einen neuen Satz zu beginnen - geschenkt.

Bei "willst" fehlen gleich zwei Buchstaben und Satzzeichen waren für den zweiten Satz wohl gerade aus, was?

Wo die Satzzeichen im ersten Satz hinkommen, hat der Übersetzer offenbar mit dem Würfel entschieden. Irgendwie stört mich auch die Übersetzung "Second-hand". Das klingt als deutsche Texttafel in einem Stummfilm viel zu modern. Wäre euch bei "gebrauchter Anzug" ein Zacken aus der Krone gefallen, liebe Leute von Great Movies?

Zwischen "abwerfen" und "bewerfen" gibt es einen kleinen Unterschied. Über den fehlenden Punkt am Ende rege ich mich gar nicht mehr auf.

Hier versagt der Übersetzer gleich zweimal bei der Groß- und Kleinschreibung.

Das geht offenbar auch umgekehrt, denn "tapferen" ist ein Adjektiv und wird klein geschrieben.

Satzzeichen? Wo wir hingehen brauchen wir keine Satzzeichen! (Und "Menschentum" klingt auch seltsam.)

Wieder: Satzzeichen sind dazu da, um benutzt zu werden, verdammt noch einmal! Außerdem heißt es korrekt "... Leben derer, die ihn interessierten".


Kann mir jemand den Sinn dieses Satzes erklären? Zur Erklärung: Er sagt das gerade bei einer Feier mit gefühlten 100 Leuten rund um ihn herum. "Nur die Freunde bleiben aus Höflichkeit" wäre also genauso falsch und sinnlos.

Das sind ganz schön viele Fehler in einem einzigen Film, oder? Es kommt noch schlimmer: Diese Texttafeln kommen alle in den ersten 22 Minuten vor und ich habe sogar noch welche weggelassen! Bis zum Ende des Films geht es in der Tonart weiter. Immer wieder fehlen Buchstaben. Die Regeln der Groß- und Kleinschreibung kennt der Übersetzer nur vom Hörensagen und Zeichensetzung ist sowieso des Teufels. Eine Frage, liebe "Great Movies"-Bosse: Ist es zu viel verlangt, da noch einmal zu kontrollieren, bevor man so eine DVD veröffentlicht? Das ist nicht nur dem Film, sondern auch den Käufern gegenüber respektlos. Ich rate jedem Interessierten dazu, sich die Silent Valentino Classics-Box zu holen. Die ist codefrei und kann daher auf jedem DVD-Player abgespielt werden. Meine "Blut und Sand"-DVD von "Great Movies" landet jedenfalls im Mülleimer, sobald ich diese andere Version habe. Wenn ihr euch aber unbedingt diese Version hier kaufen wollt, dann meidet wenigstens die deutsche Fassung. Das englische Original hat sehr schöne Texttafeln, die anfangs, wenn die Geschichte des Stierkampfes erklärt wird, sogar mit passenden Bildern unterlegt sind. Ich würde - wie gesagt - zu einer anderen Version raten.