Montag, 25. Juli 2016

Die Präsenz - Kann ein Ort böse sein? von Daniele Grieco

Die Präsenz - Kann ein Ort böse sein? (Deutschland 2014) von Daniele Grieco
Der Anthropologiestudent Markus möchte gemeinsam mit seiner Freundin Rebecca und seinem besten Freund Lukas eine Nacht in einer verlassenen Burg verbringen, in der es spuken soll. Markus möchte die Chance nutzen, paranormale Geschehnisse auf Video zu bannen, und baut überall im Schloss Kameras auf. Markus und Lukas beschließen, dort eine ganze Woche zu überwachen, Rebecca wird von dieser Idee erst unterwegs in Kenntnis gesetzt. Sich unbefugt Zutritt zu verschaffen, stellt für das Trio kein größeres Problem dar, und so richten sie sich für die Nacht ein. Was als Spaß beginnt, wird schnell blutiger Ernst: Etwas Dämonisches geht in der Burg um und die Ereignisse geraten außer Kontrolle...


Und täglich grüßt das Found Footage-Murmeltier. Ich sollte mehr auf Subgenres achten, wenn ich mir Horrorfilme kaufe. Das Positive zuerst: Der Film hat eine schöne Location. Das wars mit dem Positiven. Die Negativ-Liste wird "etwas" länger.
Zunächst einmal ist es ärgerlich, dass das atmosphärische Fleckchen Erde, an dem dieser Film gedreht wurde, durch das Herumgewackel mit der Kamera meist überhaupt nicht zur Geltung kommt. Das bemerkt man aber ohnehin nur am Rande, man ist nämlich die ganze Zeit damit beschäftigt, den an den Nerven zehrenden Dialogen zuzuhören, bei denen man sich schon nach ein paar Minuten wünscht, die Protagonisten mit den Köpfen gegeneinander schlagen zu können.Wenn die Zeit nicht gerade mit blödem Gerede totgeschlagen wird, kommt Grieco den Zuschauern mit Schockeffekten daher, die selbst für Paranormal Activity zu langweilig gewesen wären. Für Menschen, die einen Fetisch für knarzende Türen und dumpfe Klopfgeräusche haben, ist "Die Präsenz" allerdings eine wahre Goldgrube.

Ein totes Genre
In den Extras der Blu Ray gibt Regisseur und Drehbuchautor Daniele Grieco ein vielsagendes Interview. Darin stellt er die These auf, dass das Genre "Found Footage" noch lange nicht tot sei und noch viel Leben in dieser Art von Film stecken würde. Leider muss ich hier widersprechen und Griecos Film ist mein bester Beweis dafür, dass "Found Footage" tot und begraben ist. "Die Präsenz" könnte man, wenn man nicht wüsste, dass er nicht als solches gedacht ist, glatt als deutsches Remake von "Blair Witch Project" bezeichnen. Drei junge Menschen, zwei männlich einer weiblich, wollen mit ihren Kameras einer lokalen Spuklegende auf den Grund gehen. Erst beobachten wir sie dabei, wie sie alles vorbereiten, dann passieren langsam die ersten unerklärlichen Dinge, die immer mehr überhand nehmen, die drei drehen durch, gehen aufeinander los und werden schließlich massakriert. Seit gut 19 Jahren gibt es nun vermehrt diese Art von Film im Mainstream und wir sind immer noch nicht weiter als 1997. Da hat sich nichts weiterentwickelt und ich habe starke Zweifel, dass das jemals der Fall sein wird.

Fazit zu "Die Präsenz"
Daniele Grieco wollte mit seinem Film beweisen, dass "Found Footage"-Filme noch Neues zu bieten haben können. Gelungen ist ihm leider das Gegenteil.

Sonntag, 24. Juli 2016

The Gallows von Travis Cluff & Chris Lofing

The Gallows (USA 2015) von Travis Cluff und Chris Lofing
Vor zwanzig Jahren starb ein Schüler bei der Aufführung eines Schultheaterstückes bei einem spektakulären Unfall (sagen wir es mal so: Bei dieser Vorstellung wurde der Tod durch Erhängen auf äußerst realistische Weise dargestellt - alles für die Kunst, oder was?). Das Jubiläum dieses Todesfalls will die nun aktuelle Theatergruppe begehen, indem sie dasselbe Stück wieder aufführen (den Galgen dafür haben sie schon aufgebaut - sehr pietätvoll). In der Nacht vor der Aufführung kriegt der Darsteller der männlichen Hauptrolle kalte Füße. Deshalb hält er den Plan seines Freundes Ryan, im Theater einzubrechen und alles zu demolieren, damit die Vorstellung abgesagt werden (Krank melden ist wohl keine Option?) und er sich nicht vor der versammelten Schüler- und Elternschaft zum Depp der Woche machen muss. Schnell stellen die beiden (die auch noch eine Schulkollegin im Schlepptau haben) fest, dass sie in dem Gebäude nicht allein sind. Denn jemand hat alle Türen verriegelt und macht nun Jagd auf sie...


(Spoilerwarnung) Ich werde mich hier nicht mit langen Einleitungen aufhalten: Von all den Found Footage Filmen, die ich auf dieser Seite bisher besprochen habe, hat "The Gallows" die mit Abstand dümmste Prämisse von allen: Ich habe ja schon viele bescheuerte Ideen gehört, aber welche Gruppe von Jugendlichen filmt sich bitte selbst bei einem Einbruch die ganze Zeit hindurch? Und das noch mit der Kamera, mit welcher der Arbeitsfortschritt am Theaterstück und am Abend das Stück selbst festgehalten werden soll? Die fordern es ja geradezu heraus, erwischt zu werden. Natürlich gibt es auch in "The Gallows" jede Menge Szenen, die kein normaler Mensch mehr filmen würde. Mein persönlicher Favorit ist diejenige, in der eines der Mädchen verzweifelt versucht, eine der verschlossenen Türen auf zu bekommen und der werte Herr der Schöpfung daneben steht und filmt, während sie sich vor seiner Nase abrackert. Von den Szenen, in denen die Clique vor ihrem Mörder weg rennt und vom jeweiligen "Kameramann" immer wieder ZURÜCK gefilmt wird, damit wir verwackelte Bilder vom Verfolger sehen, rede ich da noch gar nicht. Das nenne ich mal "Um die eigene Ermordung betteln".
Schauspielerisch wird bestenfalls Magerkost geboten. Reese Mishler, Pfeifer Brown und Ryan Shoos haben vor allem mit ihrer mangelnden Erfahrung und unrealistischen Dialogen zu kämpfen. Einzig Cassidy Gifford konnte schon vor "The Gallows" einen nennenswerten Filmcredit vorweisen: Sie hat in Harold Cronks Christen-Propagandastreifen Gott ist nicht tot die nervige Freundin des Protagonisten gespielt. Vom Rest des Casts hier hebt sie sich trotzdem in keiner Weise ab.
Wenn das Drehbuch nicht gerade bekannte Found-Footage-Klischees durchkaut, kommt es mit eigenen Blödheiten um die Ecke, die allesamt aus der Kategorie "Dumme Menschen tun dumme Dinge, um irgendwie die Spannung zu erhalten" stammen. Wenn Reese am Ende vor einer offenen Tür steht, hinter ihm die offenbar verletzte Pfeifer (bevor ihr fragt: Die Filmcharaktere haben großteils die gleichen Vornamen wie die SchauspielerInnen, die sie verkörpern) heult, rennt er natürlich kurz zurück um nach ihr zu sehen, das ist klar. Wieso der ehemalige Footballspieler dann aber minutenlang neben ihr sitzen bleibt und das weibliche Fliegengewicht nicht einfach hochhebt und mit ihr zur Tür rennt, wissen wohl nur Travis Cluff und Chris Lofing. Mit dem Twist am Ende schaffen die beiden es schließlich endgültig, dass man mit dem Kopf voran gegen den nächsten Türpfosten rennen will (der wird hier aber nicht verraten). Das Duo ist hier nicht nur für das Drehbuch, sondern auch für die Regie verantwortlich. Leider muss gesagt werden, dass den beiden auch inszenatorisch nichts einfällt, damit "The Gallows" aus der Masse von Found Footage-Filmen irgendwie heraussticht. Wütend macht einen dafür die Entstehungsgeschichte des Prologs aus dem Jahr 1993: So wurden die realistischen Reaktionen auf den Theaterunfall 1993 dadurch erreicht, dass man dem Theaterpublikum schlicht nicht erzählt hat, dass hier ein Unfall mit dem Galgen passieren wird. Die haben alle geglaubt, dass der Teenager auf der Bühne tatsächlich in akuter Lebensgefahr schwebt, die Panik der Menschen war echt. In den Extras der Blu Ray erzählt Travis Cluff dann noch davon, wie großartig es gewesen sei, dass alle so geschockt waren. Kunststück, die haben ja auch alle geglaubt, dass hier gerade ein Mensch vor ihren Augen stirbt, du Spaßvogel!
Apropos Blu Ray: Darauf findet man auch die Urfassung des Filmes, die sich in zwei Punkten vom Endprodukt unterscheidet: Erstens ist sie um einige Dialogszenen länger und zweitens wird Cassidy Giffords Rolle von einer anderen Frau gespielt. Das ändert alles nichts am Film, der bleibt furchtbar.
Noch kurz etwas zur Prämisse des Films: Ich habe mich die ganze Zeit über gefragt, warum keiner im Lauf des Films die Frage stellt, ob es wirklich eine gute Idee ist, 20 Jahre nach diesem tragischen Unfall wieder jemanden unter den exakt selben Umständen im Theater am Galgen (der sogar identisch aussieht) baumeln zu lassen? Ich finde das nicht sehr pietätvoll.

Fazit zu The Gallows
"The Gallows" ist ein durch und durch durchschnittlicher, manchmal auch dämlicher, Horrorfilm. Nein danke, sag ich da nur. Next!

Sonntag, 10. Juli 2016

Arbeitsnachweis

Ich habe hier schon wirklich lange nichts mehr geschrieben. Das hat vor allem einen Grund: Eine wirklich großartige Auftragslage in letzter Zeit. Die Artikel habe ich mit meiner Kollegin Sandra Knopp in Teamarbeit produziert. Hier ist ein kleines "Best of":

In "Mehr Schein als Sein im Prekariat" geht es um die Frage, wie wenig Spielraum prekäre Jobverhältnisse für die soziale Absicherung lassen.

"Löchriger Schutzschild" behandelt die Frage, wie sicher unser Pensionssystem ist.

"Drunter geht's nicht" bietet einen Überblick über Mindestlöhne in Europa.

Ein Artikel im Magazin Granatapfel beschäftigt sich mit dem Thema "Urban Gardening".


Wir waren aber nicht nur im Printbereich fleißig. Eine ganze Radiosendung haben wir der Fußball-EM gewidmet. Ein Interview mit Toni Polster ist genauso dabei, wie ein historischer Beitrag über das österreichische "Wunderteam" der 30er Jahre und eine Reportage über Pannini-Stickersammler: Fußball-Radiosendung Dort können auch unsere Sendungen zum Thema Medien und Journalistenausbildung nachgehört werden.

Außerdem möchte ich noch auf unsere nächste Radiosendung hinweisen. Sandra Knopp hat sich dafür nach Salzburg begeben und das Alpine Peace Crossing mitgemacht, wo Wanderer den Weg jener jüdischen Flüchtlinge nachgehen, die nach dem Zweiten Weltkrieg über den Krimmler Tauern nach Italien und von dort nach Palästina flohen. Zeitzeugen und Geflüchtete von heute erzählen dabei ihre Geschichten. Die Sendung kann am 25. Juli um 20 Uhr 30 auf Ö1 Campus und danach auf KMA.at angehört werden. Ich kann euch jetzt schon sagen: Sie wird hochinteressant.

Montag, 20. Juni 2016

Pause

Sorry für die längere Pause hier. Es waren zwei sehr arbeitsreiche Monate. Ich werde in den nächsten Tagen mal alles verlinken, wo ich in der Zeit meine Finger mit drin hatte, damit ihr sehen könnt, was ich in dieser Zeit so getrieben habe.

Samstag, 9. April 2016

Stummer Wächter von Dirk Hardegen und Detlef Tams

Stummer Wächter - Ein Hörspiel nach einem Skript von Franjo Franjkovic
Max Blanke gilt als paranoid, schizophren und autoaggressiv. Seit 15 Jahren ist er bereits als Patient in der Taunusklinik, sein Arzt Dr. Vosshagen hat ihn bereits als nicht behandelbar abgeschrieben. Trotz allabendlicher Fixierung an seinem Bett, wacht Blanke am jeweils nächsten Morgen mit immer neuen Verletzungen auf, was sich weder sein Pfleger Holger noch Dr. Vosshagen erklären können. Es steckt aber scheinbar noch mehr hinter Blankes Fall: Die Polizei verdächtigt ihn, eines Nachts den Flughafen im Alleingang lahmgelegt zu haben. Mehrere Zeugen, ein Phantombild und das Video der Überwachungskameras stützen diese Theorie. Die Überwachungsvideos der Klinik belegen aber, dass Blanke die ganze Zeit an sein Bett fixiert in seinem Zimmer war. Gibt es Max Blanke zweimal?





(kleine Spoilerwarnung voraus) Ohrenkneifer bringt mit "Stummer Wächter" ein Hörspiel auf den Markt, das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert ist. Zunächst ist es die erste Koproduktion von Dirk Hardegen und Detlef Tams bei einem Label, das sich - anders als viele Konkurrenten - der Produktion von Einzelhörspielen und nicht von Serien verschrieben hat. Franjo Franjkovic wirft in seinem Skript eine in meinen Augen interessante Frage auf: Was wäre, wenn in den ganzen geschlossenen Anstalten und Sanatorien nicht nur psychisch kranke Menschen, sondern auch solche mit falsch gedeuteten, besonderen Begabungen sitzen würden? Franjkovics Geschichte wird von Hardegen und Tams gekonnt in Szene gesetzt, der Klangraum ist so detailreich ausgestaltet, dass man sich manche Szenen am liebsten dreimal hintereinander anhören möchte. Das liegt auch an Hardegens Musik, die sich perfekt an jede Sequenz anpasst und zwischen vornehmer Zurückhaltung und antreibender Power, wenn es notwendig ist. Die Detailverliebtheit und Sorgfalt, mit der hier gearbeitet wurde, ist in jeder Sekunde zu hören.
So richtig faszinierend wird die Geschichte aber erst mit dem Protagonisten. Obwohl Blanke mit seiner Fähigkeit Leben rettet, fühlt er sich seinem Schicksal doch ausgeliefert und ist tagsüber seinem ihm gegenüber feindselig eingestellten Arzt hilflos, da dieser nur noch daran interessiert ist, ihn mit Medikamenten ruhig zu stellen und in der Klinik wie einen Gefangenen zu halten. Hoffnung schöpfen darf Blanke erst, als mit Frau Dr. Lichte eine engagierte Ärztin die Tagesschicht übernimmt, da diese Dr. Vosshagens Anweisung, Blanke einfach weiter mit Medikamenten vollzustopfen, bewusst ignoriert und dem Patienten helfen möchte. Dieses Spannungsfeld zwischen Blankes totaler Hilflosigkeit tagsüber und seiner Fähigkeit, in der Nacht Unmögliches zu vollbringen, zieht die Hörer sofort in seinen Bann. Wenn man an dem Hörspiel etwas bemängeln möchte, dann höchstens, dass Robert Missler als Erzähler eine Spur zu oft eingesetzt wird. Dennoch bringen er, Detlef Tams als Max Blanke, Tom Steinbrecher, Gordon Piedesack und Katja Pilaski hervorragende Leistungen in ihren Rollen.

Fazit zu Stummer Wächter
Mit "Stummer Wächter" ist den Machern bei Ohrenkneifer ein Hörspiel gelungen, das ich mir auch in 20 Jahren noch begeistert anhören werde. Es ist das beste Hörspiel dieses an guten Hörspielen schon davor sehr reichen Labels. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.

Donnerstag, 7. April 2016

Wyrmwood - Road of the Dead von Kiah Roache-Turner

Wyrmwood - Road of the Dead (Australien 2014) von Kiah Roache-Turner
Das Leben von Barry (Jay Gallagher), eines durchschnittlichen Familienmenschen, wird über Nacht zu einem Albtraum, als seine Familie (und mit ihr auch der Rest der Welt) von Zombies angegriffen wird. Barry schafft es mit seinem Anhang nur sehr knapp, der ersten Angriffswelle zu entgehen. Trotzdem werden seine Frau und seine Tochter krank und verwandeln sich in kürzester Zeit in Zombies. Barry schafft es, beide endgültig ins Jenseits zu befördern. Von den Erlebnissen traumatisiert, versucht Barry, irgendwie zu seiner Schwester (Bianca Bradey) zu gelangen, um zu sehen, ob es ihr gut geht. Dass er, ohne zu wissen warum, nach kurzer Zeit auch das Militär im Nacken hat, ist da nicht sonderlich hilfreich. Da kommen ihm die neuen Verbündeten, die er unterwegs trifft, gerade recht...

Da sich der Trailer erfolgreich gegen jede Einbettung wehrt, verlinke ich ihn hier: Wyrmwood - Road of the Dead.

Wyrmwood - Road of the Dead
Hin und wieder brauche ich einfach eine gediegene Portion Funsplatter. Da will ich einfach nur einen Film sehen, in dem möglichst viele Köpfe explodieren und dabei meinen Spaß haben. Da ich aber nicht jedes Mal "Braindead" einlegen kann, wenn ich mal wieder in so einer Stimmung bin, brauche ich natürlich regelmäßig neue Filme.
Um es kurz zu machen: "Wyrmwood - Road of the Dead" liefert alles, was ich mir von dem Film erhofft habe. Action, Splatter, blöde Sprüche: Das ist alles im Übermaß vorhanden. Und was soll ich sagen? Ich hatte mit Wyrmwood einen Heidenspaß. Roache-Turner und seine Komplizen steckten nicht nur jede Menge Herzblut und kreative Einfälle in den Film - sie haben außerdem das Talent, diese entsprechend unterhaltsam umzusetzen. Während deutsche Splatter-Regisseure hier wohl eine weitere schlecht gemachte Wald- und Wiesen-Blutorgie gedreht hätten (und man sich bei jedem zweiten Effekt irritiert gefragt hätte, ob denen gerade eine Ketchupflasche unter dem Hemd explodiert ist), sieht Wyrmwood nicht nur aufgrund der eingesetzten HD-Kameras wie ein richtiger Film aus: Die Effekte sind toll umgesetzt und die schauspielerischen Leistungen sind, vor allem im Vergleich mit den bereits angesprochenen deutschen Filmen ähnlicher Machart, durch die Bank passabel.
Roache-Turner scheint nicht allzu viel davon zu halten, seinen Protagonisten und den Zuschauern Zeit zum Luftholen zu lassen. Er steigt ab Minute 5 aufs Gaspedal und bewegt seinen Fuß bis zum Abspann keinen Millimeter davon weg. Ich bin zwar dafür, dass man in eine Geschichte hin und wieder ruhigere Szenen einbauen sollte, um so zumindest ein wenig Anlauf für die nächste Actionszene nehmen zu können, Roache-Turner wirft aber dermaßen mit Schauwerten um sich, dass man gerne auf die Ruhepausen verzichtet.
Um noch einmal auf die deutschen Filme zurück zu kommen: Roache-Turner und Co haben diesen Film über vier Jahre hinweg immer nur an den Wochenenden produziert.Es ist schon eine Leistung, unter solchen Bedingungen einen Film abzuliefern, der nicht voller Anschlussfehler ist und dem man diese lange Drehdauer nicht anmerkt. Da frage ich mich schon, wie man es hierzulande immer wieder schafft, Filme zu drehen, die dermaßen hingeschludert aussehen, dass der sprichwörtlichen Sau graust.

Fazit zu Wyrmwood - Road of the Dead
"Wyrmwood - Road of the Dead" ist der perfekt Party-Splatterfilm. Hirn aus, Bierdose auf, Blu Ray in den Player und los gehts!

Freitag, 11. März 2016

Geister-Schocker Folge 60: Hostile Area

Amoxx Bloodshed und seine Freundin Little Bit Crazy sind Gamer-Legenden. Gemeinsam mit zwei anderen Testspielern und einer Journalistin werden sie dazu eingeladen, das Spiel "Hostile Area" zu testen. "Hostile Area ist eine völlig neue Art von Spiel: Es "beamt" die Teilnehmer in eine virtuelle Umgebung, in der sie - ohne Hilfe von außen - gegen Vampire (oder besser gesagt: Vampir-Roboter) kämpfen müssen. Was als harmloses Ballerspiel beginnt, wird schon bald blutiger Ernst: Die Vampire werden immer mehr und der Tod der anderen Spieler ist so realistisch, dass schon bald Zweifel daran aufkommen, ob in dem Spiel alles richtig läuft. Da das Spiel auf keinerlei Kommandos der Spieler reagiert (es meldet sich auf den entsprechenden Befehl hin keiner der Verantwortlichen bei den Spielern), bleibt Amoxx und den letzten Überlebenden nur eine Option: Sie müssen den Endgegner besiegen, um das Spiel zu beenden. Im Weg stehen ihnen dabei ein paar hundert blutdurstige Vampir-Roboter...

Hostile Area von Romantruhe
Da hat jemand wohl Westworld gesehen und für gut befunden. "Hostile Area" bedient sich der Grundelemente von Yul Brynners Film, kombiniert sie mit Vampiren und einer Handlung, über die man am besten keine Sekunde lang nachdenken sollte, ein Loch in der Logik folgt dem nächsten. Zeit darüber nachzudenken hat man beim Hören allerdings keine: Alle fünf Minuten fliegt irgendwo irgendwas in die Luft oder es greifen Horden von Vampiren an, die unsere Helden in der Luft zerreißen wollen. Und genau deshalb macht die ganze Sache ja gerade so viel Spaß.
"Hostile Area" ist in mehreren Punkten untypisch für die "Geister-Schocker"-Reihe von Romantruhe Audio. Erstens ist das Cyber-Western-Setting ein echtes Novum innerhalb der Reihe, die sich sonst eher auf klassische Geistergeschichten verlässt. Zweitens - und das ist der weit größere Unterschied - setzt Bodo Traber weniger auf Grusel, sondern vielmehr auf brachiale Actionszenen, wenn tausende Untote von den Protagonisten mit Maschinengewehren niedergemäht werden. Mit der Vampirmythologie nimmt man es bei "Hostile Area" nicht besonders genau. So ist man in einer Kirche zwar vor Vampiren sicher, Holzpfähle oder Knoblauch kommen aber im ganzen Hörspiel nicht zum Einsatz. Da Schusswaffen hier aber genauso wirkungsvoll sind, ist das wohl ohnehin egal.
Bei einem Action-Hörspiel kommt es natürlich auch auf die Soundkulisse an. Die ist in "Hostile Area" vom Feinsten. Bei den Kampfszenen hat man das Gefühl, selbst mitten im Geschehen zu sein und beim Showdown hebt es einen regelrecht aus dem Sessel. Die Sprecherinnen und Sprecher machen ihre Sache sehr gut, auch wenn man sagen muss, dass ihnen hier nicht gerade thespische Großleistungen abverlangt werden. Aber man merkt einfach, dass sie Spaß mit ihren Rollen hatten. Der Funke springt sofort über.

Fazit zu Hostile Area
"Hostile Area" macht einfach Freude. Action, Splatter und noch mehr Action. Dafür gibt es von mir eine Empfehlung!