Montag, 13. April 2015

Update zu meinem Hörspiel

Es gibt Neuigkeiten zu meinem Hörspiel, vor ein paar Tagen hat der Labelchef folgende Meldung rausgegeben:

Im März hatten wir Annette Gunkel vor dem Mikro, die auch für einen ganzen Schwung Rollen eingesprochen hat.
Damit ist "Ein Job wie jeder andere" auch endlich komplett - im Dialog-Rohschnitt bin ich mittlerweile zu etwas über zwei Dritteln durch. Dann wirds noch einmal haarig mit den ganzen Sounds, aber wir sind ganz zuversichtlich, dass wir den Titel zum Ende des 1. Halbjahrs fertig haben.

Für die nächsten zwei Wochen könnt ihr euch schon einmal auf die Ankündigung unseres ersten 2015er-Titels freuen.

Quelle: Hörspieltalk 

Samstag, 11. April 2015

Das Loch von Richard Laymon

Das Loch von Richard Laymon
Es ist nicht die Woche der jungen Pamela: Erst bringt ein psychopathischer, ehemaliger Mitschüler ihren Ehemann um und entführt sie in seinem Auto. Kaum ist sie ihm entkommen, wird sie von einem seltsamen Busfahrer aufgelesen, der sie in ein Kaff namens Pits mitten in der Einöde bringt. Dessen Einwohner scheinen nur auf den ersten Blick nett zu sein...
Zur gleichen Zeit nimmt der harmlose Student Norman zwei Anhalter mit, die sich schnell als durchgeknallte Psychopathen herausstellen. Auf ihrem Weg durch das Land kommen sie irgendwann in das Kaff, in dem sich Pamela befindet. Damit fangen Pamelas Probleme erst so richtig an, denn Norman ist von dem Serienkillerpärchen, das er mitgenommen hat, zunehmend fasziniert und entschließt sich dazu, ihnen nachzueifern. Pamela soll sein erstes Opfer werden...

Das Loch von Richard Laymon
Eigentlich wollte ich Richard Laymon nach Night Show keine zweite Chance mehr geben. Warum ich dann irgendwann doch gnädig gestimmt war und mir den halbwegs interessant klingenden "Das Loch" gekauft habe, weiß ich selbst nicht mehr. Eines kann ich nun aber mit Sicherheit sagen: "Das Loch" ist der letzte Roman von Laymon, den ich jemals lesen werde, denn das Buch ist tatsächlich noch blöder als "Night Show".

Außenseiter sind das pure Böse
Durch "Night Show" und "Das Loch" zieht sich ein gemeinsames Thema: Wenn der Autor eine Figur als Außenseiter charakterisiert, dann stimmt etwas nicht mit ihr. Entweder handelt es sich dann um einen verrückten Stalker oder einen perversen Triebtäter, etwas anderes gibt es in Laymons Büchern nicht. Pamelas ehemaliger Schulkollege ist ein besonders widerwärtiges Beispiel für diesen Stereotyp: Fett, hässlich, pervers, stinkend und ungewaschen, ist er auch noch vollkommen verblödet. Besonders deutlich wird das in der Szene, in der Pamela seinen Klauen entkommt. Ihr Entführer kommt nämlich auf die geniale Idee, sie den Cheerleadertanz, den sie mit ihrem Team in der High School aufgeführt hat, auf offener Straße tanzen zu lassen. Dafür entfernt er ihre Fesseln und denkt tatsächlich, dass Pamela brav für ihn tanzen wird, ohne einen Fluchtversuch zu unternehmen. Pamela schlägt ihn dann mit einem Cheerleadermove k.o. (wie hat der Fettsack es geschafft, Pamelas Mann umzubringen?) und rennt weg. Weit kommt sie allerdings nicht, denn sie rennt schnurstracks in die Arme des bereits erwähnten Busfahrers. Da fragt man sich beim Lesen schon, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man an einem Tag einem durchgeknallten Mörder entkommt, nur gleich der örtlichen Kannibalen-Community in die Arme zu laufen. Gott sei Dank sind die Kannibalen aber liebe Menschenfresser, die nur böse Individuen in die Pfanne hauen. Pamela arrangiert sich erschreckend schnell damit, Menschen zu Koteletts zu verarbeiten, also kommt den Hinterwäldlern unser Mörderpärchen samt Nachwuchskiller Norman, die natürlich auch irgendwann im gleichen Kaff aufschlagen, gerade recht. Hinzu kommen Sexszene, die auf eine Art und Weise eklig sind, dass ich hier gar nicht näher darauf eingehen möchte. (Ich will aber trotzdem nicht unerwähnt lassen, dass ich nicht wusste, dass man mit Titten Fußmassagen verabreichen kann. Jetzt würde ich dieses Wissen gerne wieder vergessen, wenn es geht.)
Mit dem Handlungsstrang rund um Norman und den von ihm aufgegabelten Psychopathen erschlägt sich dieses Machwerk schließlich endgültig selbst, weil Laymon sich hier an einer psychologischen Zeichnung der Figuren versucht und dabei grandios scheitert. Das merkt man vor allem an der Figur des Serienmörders Duke, von dem Laymon so gerne hätte, dass wir ihn für eine Mischung aus James Dean und Clyde Barrow halten und der doch nur ein billiges Abziehbild von beiden ist. Dennoch muss man beim Lesen wiederholt längere Passagen ertragen, in denen Norman hin und her gerissen ist, weil er ja eigentlich verschwinden möchte, aber gleichzeitig von Duke so sehr fasziniert ist, dass er immer mehr so wird wie er. Außerdem teilt Norman sich mit seinem großen Vorbild eine ebenfalls mitreisende Frau, die er zwar regelmäßig vögelt, von der er aber selbst andauernd sagt, dass sie aussieht wie ein Schwein. Ich hole mir schon einmal eine Kotztüte.

Langeweile überall
Nun könnte man einwenden, dass Laymon eher nicht wegen ausgefeilter Charaktere, sondern vielmehr wegen seiner angeblich knallharten Horrorszenen gelesen wird. Warum dem so ist, kann ich beim besten Willen nicht verstehen, denn wenn man sich die besagten Sequenzen vor Augen führt, wird einem schnell klar, dass Laymon nach dem immer gleichen Muster vorgeht: In Handlungsstrang A kommt hin und wieder ein Psychopath nach Pits, macht dort Ärger und wird anschließend von Pamela und Co erst filetiert und dann aufgefuttert. Handlungsstrang B läuft dafür so ab: Norman und Co bekommen Ärger mit jemandem, den sie unterwegs treffen, und bringen diese Person um. Zwischendurch vögeln alle die Mitreisende.

Fazit zu "Das Loch"
Ich kann nicht verstehen, wieso die Verlage mit Büchern von Richard Laymon nun, Jahre nach seinem Tod die Horrorregale in deutschsprachigen Buchläden überschwemmen. Wer ein ähnlich gelagertes Buch lesen will, das aber wesentlich besser geschrieben ist, sollte sich an "Verkommen" von Bryan Smith oder Jack Kilborns "Das Hotel" halten. "Das Loch" ist reine Zeitverschwendung.

P.S.: Der deutsche Titel soll wohl auf das kleine Kaff Pits anspielen. Im Original heißt das Buch "Into the Fire".

Montag, 30. März 2015

Warlock - Satans Sohn von Steve Miner

Warlock - Satans Sohn (USA 1989) von Regisseur Steve Miner
Im Jahr 1689 in Salem. Massachusetts, steht ein Warlock (Julian Sands) kurz vor der Vollstreckung seines Todesurteils. In der Nacht bevor er seinem Henker vorgeführt wird, reißt ihn ein magischer Zyklon in die Gegenwart des Jahres 1989. Hexenjäger Redferne (Richard E. Grant), der den Warlock schon einmal bekämpft hat, springt todesmutig hinterher. Schnell ist klar, was der Warlock will: Er möchte die drei Teile einer verschollenen Bibel der Hexen wieder zusammenfügen. Wenn dieses unheilige Buch wieder vereint wird, enthüllt es den wahren, geheimen Namen Gottes, welcher - rückwärts ausgesprochen - die gesamte Schöpfung in ihr Gegenteil verkehrt. Wenn Redferne den Warlock aufhalten will, muss er den letzten Teil, der dem Warlock noch fehlt, für immer in Sicherheit bringen. Das ist gar nicht so leicht, da Redferne sich im 20. Jahrhundert nur sehr schwer zurecht findet (während der Warlock damit offensichtlich keine Probleme hat). Die junge Kassandra (Lori Singer) hilft ihm dabei. Gemeinsam treten sie dem Warlock entgegen, um die Welt vor dem Untergang zu retten...


(Spoilerwarnung voraus, auch wenn der Film schon etwas älter ist) Ach, Kindheitserinnerungen. Steve Miners "Warlock - Satans Sohn" habe ich zum ersten Mal mit zwölf Jahren gesehen. Als ich mir kürzlich die Blu Ray gekauft habe, war ich aber gar nicht so sicher, ob ich mir diese Erinnerung eventuell zerstören will, wenn der Film vielleicht nicht so toll ist, wie ihn in Erinnerung hatte. Tja, was soll ich sagen...der Film gefällt heute noch besser als damals.
Mit 12 hat sich mir vor allem die Szene eingebrannt, in welcher der Warlock einer besessenen Wahrsagerin die Augen herausschneidet, weil er mit ihnen die Teile der Hexenbibel schneller finden kann. Als die beiden Augäpfel auf Julian Sands Handfläche nach links und rechts schauten, habe ich mich vor Gelächter gar nicht mehr eingekriegt. Trotzdem muss gesagt werden, dass die Augen - wie alle anderen Spezialeffekte - sehr gut gemacht waren.
Ein weiterer Vorteil des Filmes ist, dass Regisseur Steve Miner (der danach noch unter anderem das Mel Gibson-Schmalzdrama "Forever Young", sowie 1999 "Lake Placid" ablieferte und heute vor allem TV-Serien dreht) die Geschichte so flott inszeniert, dass man gar nicht die Zeit hat, sich über manche Löcher in der Handlung zu wundern und Julian Sands liefert als Warlock eine Performance ab, bei der man ihm den Spaß bei der Rolle sofort ansieht. Das bekannteste Gesicht des Castes gehört wohl Lori Singer, die fünf Jahre vor "Warlock" die weibliche Hauptrolle in "Footloose" mit Kevin Bacon.

Mehr Komödie als Horror
An der oben geschilderten Szene kann man es schon erkennen: Bei "Warlock" liegt der Fokus wesentlich mehr auf Spaß statt auf Grusel. Von daher ist die Freigabe ab 18 Jahren stark übertrieben, da die meisten blutigen Szenen auch in der ungeschnittenen Fassung nur andeutungsweise zu sehen sind. Meist wird den Zuschauern nur kurz das blutige Ergebnis präsentiert, die Taten selbst sieht man nicht. Wenn der Film heute entstanden wäre, hätte man ihn maximal ab 16 freigegeben (und wenn ich über die Altersfreigabe von Inglourious Basterds nachdenke, wäre "Warlock" wohl für Kinder ab 12).

Fazit zu Warlock - Satans Sohn
Den Nostalgiebonus kurz beiseite gelassen, ist "Warlock - Satans Sohn" ein sehr unterhaltsamer Film, mit dem Freunde von B-Movies nicht viel falsch machen können. Absoluter Kult!

Montag, 23. März 2015

100 Degrees Below Zero von R. D. Braunstein

100 Degrees Below Zero (USA 2013) von R. D. Braunstein
Eine Reihe von Vulkanausbrüchen sorgt, dafür, dass eine riesige Aschewolke über Europa schwebt. Dadurch wird eine neue Eiszeit ausgelöst. Ein Vater begibt sich mit seiner neuen Frau sofort auf den Weg nach Paris, um seine Kinder, die gerade auf einer Reise durch Europa unterwegs sind, aus der französischen Hauptstadt zu holen. Dabei muss er sich beeilen, denn Paris entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit zu einer Eishölle...

Unterkühltes Filmvergnügen
"100 Degrees Below Zero" ist dem Genre des Katastrophenfilms zuzuordnen. Diese Bezeichnung trifft den Nagel auf den Kopf, aber ganz anders, als es von den Machern gedacht wurde (wobei ich mir bei den Verantwortlichen bei Asylum nie ganz sicher bin, was das betrifft). Ich habe selten ein Machwerk gesehen, das mit weniger Sorgfalt gedreht wurde, als diese billige, lustlos gemachte Kopie von "The Day after Tomorrow". Beim Plot hat man sich nicht einmal Mühe gegeben, das Gerüst von Emmerichs Werk irgendwie zu variieren, Jeff Fahey übernimmt die Rolle von Dennis Quaid und, damit ihm nicht langweilig wird, hat man ihm eine Spielkameradin mit auf den Weg gegeben. Es hat nur nichts geholfen, Fahey rattert seinen Text mit so emotionslos runter, dass man sich bei Steven Seagal für alle blöden Witze über sein mangelndes Schauspieltalent entschuldigen möchte. Bei Sara Malakul Lane und Marc McKevitt Ewins, welche die beiden Damsels in Distress spielen, ist zu jeder Zeit recht schmerzhaft bemerkbar, dass sie kein Jake Gyllenhaal sind. Hin und wieder sieht man John Rhys-Davies als General, der phasenweise einen Blick drauf hat, als würde er jeden auf dem Set sofort umbringen, wenn er dafür noch einmal Gimli in "Herr der Ringe" spielen darf.

Schlampig, schlampiger, R. D. Braunstein
Die mangelnde Sorgfalt habe ich vorhin schon erwähnt. Besonders ins Auge sticht diese bei dem Versuch, den Zuschauern Budapest als Paris zu verkaufen. Kleiner Tipp: Es ist nicht sehr hilfreich, wenn auf den Straßen überall ungarische Verkehrsschilder hängen und die Autos eben solche Kennzeichen haben. Die Szenen in England sind auch nicht besser, schließlich weiß jeder Idiot, dass es dort im Verkehr die Linksordnung gibt und die Kennzeichen sehen auch verdächtig ungarisch aus. Da fragt man sich doch, wieso die nicht gleich auf die Idee gekommen sind, die ganze Geschichte in Budapest spielen zu lassen? Das "dramatische Finale" auf dem Eiffelturm (für den Showdown hat man sich dann doch nach Paris begeben - warum dann nicht gleich ganz dort drehen? Die restlichen Szenen können nicht mehr als zwei bis drei Tage gebraucht haben, oder ist da Budapest tatsächlich so billig?) hätte man locker auf irgendeinem Hochhaus drehen können. Das wäre zu dem Zeitpunkt auch schon egal gewesen, zu dem Zeitpunkt haben 80 Prozent des Publikums die Blu Ray längst in der Rundablage entsorgt (der Rest besteht aus Verrückten wie mir). Bei so viel gezeigter Wurschtigkeit ist es nicht verwunderlich, dass R. D. Braunstein neben "100 Degrees Below Zero" nur noch einen Film gemacht hat.
Ein kleiner Absatz noch zum Titel des Filmes: Ich halte "100 Degrees Below Zero" für ein wenig übertrieben, wenn zwei von drei Protagonisten ständig in kurzen Ärmeln durch die Gegend rennen und nicht einmal leichte Erfrierungen davontragen. Das Gefühl, dass es hier um klirrende Kälte geht, kommt zu keinem Zeitpunkt auf, der Kamera eine blaue Linse zu verpassen reicht dafür längst nicht aus. Womit wir schon wieder bei den Schauspielern wären, von denen keiner so etwas wie eine Gänsehaut oder ein anständiges Zittern hinbekommt.

Fazit zu 100 Degrees Below Zero
Der Film ist pure Zeitverschwendung und nicht einmal als Trash brauchbar.


Sonntag, 22. März 2015

Chillerama von Adam Rifkin, Adam Green und Co

Chillerama (USA 2011) von Adam Rifkin, Adam Green und Co.
Das Kaufman Drive In wird in Kürze schließen. In seiner letzten Nacht als Kinobetreiber möchte dessen Besitzer, Cecil B. Kaufman (wer den doppelten Insider kapiert, darf sich 100 Gummipunkte ans Revers heften) noch einmal so richtig auf den Putz hauen und organisiert einen Horrorfilm-Marathon und zeigt dabei cineastische "Höhepunkte" wie "The Diary of Anne Frankenstein", "Wadzilla" und "I was a Teenage Werebear". Was er nicht weiß, ist, dass er und das Kinopublikum bald selbst die Hauptrolle in einem Horrorfilm spielen werden, denn einer seiner Angestellten wurde bei einem Zwischenstopp auf dem Weg zur Arbeit von einem Zombie angegriffen und gebissen. Als er bei seiner Arbeitsstelle ankommt, dauert es nicht lange, bis ein blutiges Chaos über alle Anwesenden hereinbricht...


Eigentlich ist ein Film wie "Chillerama" wie für mich gemacht. Eine einzige Hommage an das Drive-In-Kino der 50er Jahre, die mit Anspielungen an bekannte Klassiker nur so um sich wirft. Ich wollte "Chillerama" einfach nur großartig finden. Ich habe es leider nicht so ganz geschafft. Die Gagdichte ist zwar  recht hoch, die Trefferquote leider nicht und die schwulen Werwölfe sind (der Hauptdarsteller dieses Segmentes, Brent Corrigan, ist übrigens tatsächlich ein Star in der schwulen Pornoszene) - genauso wie das Riesenspermium am Anfang - einfach nur bescheuert, da helfen auch die Auftritte von Ray Wise und Eric Roberts nichts.

Team Hitler!
Eines der Segmente, "The Diary of Anne Frankenstein", ist aber schlicht und ergreifend großartig. Alleine die Art und Weise, wie Joel David Moore Adolf Hitler spielt, bringt einen beim Zuschauen immer wieder zum Lachen. Das gilt auch für Kristina Klebe als Eva Braun. Kane Hodders Auftritt als jüdische Version von Frankensteins Monster setzt der Chose schließlich die Krone auf.
Ich muss gestehen, dass ich den Film wahrscheinlich nicht in dem Ambiente gesehen habe, in dem er am besten funktioniert, da er eindeutig nicht dafür gedacht, ihn alleine und nüchtern im eigenen Wohnzimmer zu konsumieren, sondern vielmehr mit ein paar gleichgesinnten Freunden und ein paar Bier bei einem feuchtfröhlichen Abend. Der Wortvogel hat "Chillerama" 2011 auf dem Fantasy Film Fest, seine Rezension findet ihr hier.

Fazit zu Chillerama
"Chillerama" ist einer jener Filme, der erst ab ungefähr 2 Promille wirklich unterhaltsam wird. Nüchtern ist er eher nicht zu empfehlen.

Dienstag, 3. März 2015

Apartment 143 - Residenz des Bösen von Carles Torrens

Apartment 143 - Residenz des Bösen (Spanien 2011) von Carles Torrens
Ein Team von Parapsychologen wird von einem verzweifelten Familienvater gerufen, dessen Familie nach dem Tod der Mutter in eine neues Apartment gezogen ist. Seit dem Umzug nahmen die seltsamen Erlebnisse, die bereits davor begannen, nach einer anfänglichen Ruhepause immer mehr zu. Es dauert nach der Ankunft des Teams auch nicht lange, bis die übersinnlichen Erscheinungen wieder losgehen. Die Experten stellen schnell fest, dass sich diese allesamt auf die ältere Tochter der Familie zu konzentrieren scheinen. Die Parapsychologen können mit ihren Kameras schon bald beeindruckendes Beweismaterial festhalten. Die Frage ist nur, ob sie noch dazu in der Lage sein werden, lebend aus dem Apartment zu kommen und es der restlichen Welt zu präsentieren...


Apartment 143 von Carles Torrens
Nach "72 Stunden" gibt es hier gleich den nächsten spanischen Film. Eigentlich kann ich diese ganzen "Found Footage"-Filme, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr sehen. Ein weiteres Argument gegen den Film ist in meinen Augen der Covertext, der ihn als Mischung von "The Ring" und "Paranormal Activity" anpreist - die finde ich beide unerträglich. Warum habe ich diesen Film dann gekauft? Naja, in der "5 DVDs für 20€"-Box von Müller lag halt nichts besseres und zur Not landet das Ding halt auf Ebay, dachte ich mir. Dennoch hat "Apartment 143" (Originaltitel: "Emergo") es geschafft, mich teilweise positiv zu überraschen.
(Ab hier gilt mal wieder eine Spoilerwarnung!) Nicht, dass ihr mich falsch versteht: "Apartment 143" ist bar jeglicher Originalität und läuft zum allergrößten Teil ganz genauso ab wie all die Filme mit ähnlicher Thematik vor ihm. Das ist doppelt schade, denn  was "Apartment 143" besser macht als der restliche Found Footage-Mist (zu dem der Film nur insofern gehört, als dass er aus den Aufnahmen der Experten besteht, die aber - Spoiler! - ausnahmsweise mal nicht draufgehen), ist das ganze Drumherum. Bei "Apartment 143" dürfte es sich um den ersten Found Footage-Film handeln, der unglaubwürdige Szenen weiträumig umschifft. Positiv zu vermerken ist auch, dass Carles Torrens die Exposition so knapp wie möglich hält und inszeniert die ganze Chose recht flott und es gibt einige gelungene Schockeffekte. Die Schauspieler, unter ihnen der vor Ewigkeiten für den Oscar nominierte Michael O'Keefe, liefern eine (für dieses Genre) recht passable Leistung ab. So ist der Film halbwegs unterhaltsam und man hat nicht das Gefühl, damit unnötig Lebenszeit verschwendet zu haben. Es gibt eigentlich, abgesehen von der nicht vorhandenen Originalität, nur einen Minuspunkt, der dem Film dann doch schadet: Bei "Apartment 143" wäre es besser gewesen, wenn man am Ende eine Erklärung für die Spukerscheinungen gegeben hätte. Der Film stiehlt sich aber damit aus der Affäre, dass er die Parapsychologen eine völlig falsche Erklärung liefern lässt, die er eine Minute später mit der letzten Szene widerlegt und die Geschichte so nicht aufzulösen, obwohl es genug Möglichkeiten für ein befriedigendes Ende gegeben hätte.

Fazit zu "Apartment 143"
"Apartment 143" erfindet das Rad nicht neu, aber wenn man sich schon einen Film dieser Machart anschauen möchte (und "REC" gerade nicht greifbar ist), dann macht man mit Torrens' Werk nicht viel falsch.

Montag, 23. Februar 2015

Nocturnas Geisterstunde 1: Der Fluch - Die Nacht der 2 Monde

Nocturnas Geisterstunde 1: Der Fluch -
Die Nacht der zwei Monde von Nocturna Entertainment
Die beiden Freunde Jochen und Peter möchten in der Grafschaft Arnstein auf Wanderschaft gehen. Dort wurde vor 200 Jahren der gefürchtete Hexenmeister Mordian (!) Treskow hingerichtet. Kurz vor seinem Tod verfluchte Treskow die Grafschaft und sagte voraus, dass er wiederkommen werde, sobald eines Tages zwei Monde am Himmel stehen werden. Dann solle es den Nachfahren seiner Henker an den Kragen gehen, so Mordian. Genau zu der Zeit, in der Jochen und Peter ihren Ausflug beginnen, fliegt ein Komet so knapp an der Erde vorbei, sodass es so aussieht, als ob zwei Monde am Himmel stehen würden...

Nocturnas Schlafmittel
Gäääääääähn......*aufwach*........war was? Ach so, "Nocturnas Geisterstunde" lief bei mir gerade im CD-Player. Dieses Hörspiel ist das mit Abstand wirksamste Schlafmittel, das man außerhalb einer Apotheke kaufen kann. Die insgesamt 87 Minuten dauernde Geschichte hätte locker auf eine Stunde gekürzt werden können, ohne dass dabei wichtige Informationen verloren gegangen wären oder das ganze irgendwie gehetzt wirken würde. Stattdessen wird hier bei jeder sich bietenden Gelegenheit Zeit geschunden. Da hört man schon einmal in allen Details, was Jochen und Peter warum im Gasthaus bestellen und währenddessen unterhalten sie sich mit der Wirtin intensiv über regionale Wurstspezialitäten, als ob es nichts Wichtigeres auf der Welt geben würde. Den Vogel schießt der völlig unnötige Prolog ab, der in den ersten zehn Minuten alles verrät, was die beiden Protagonisten später in mühevoller (und laaaaaaanger) Kleinarbeit herausfinden. Dadurch ist das Hörspiel in etwa so spannend wie ein aufgezeichnetes Fußballspiel, von dem einem vorher irgendein Idiot das Ergebnis verraten hat. Wenn danach für irgend jemanden noch so etwas wie ein Funken Spannung in dieser Geschichte vorhanden war, wird dieser umgehend dadurch gekillt, dass man gleich von Anfang an den Grund dafür verrät, warum Mordian (bei dem Namen muss ich immer noch lachen) ständig hinter Jochen und Peter her ist. Danach zieht sich das Hörspiel wie ein Kaugummi und stolpert ungeschickt einem Showdown entgegen, der zu allem Überdruss völlig entwertet wird, indem man den ums Leben gekommenen Peter einfach wieder auferstehen lässt. Danach ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. Ich hätte mir ja wenigstens erhofft, dass Mordian Peters Körper übernommen hat und so in unsere Welt kommen konnte, aber nein, nicht einmal diesen Twist gönnt man den Zuhörern. Da hilft es dann auch nichts mehr, dass sich Patrick Bach, Tim Knauer, Norbert Langer und Ilja Richter richtig Mühe geben.
"Nocturnas Geisterstunde 1: Der Fluch - Die Nacht der zwei Monde" von Nocturna Entertainment ist das langweiligst Hörspiel, das ich seit langer Zeit gehört habe. Eine Empfehlung gibt es nur für Menschen mit akuten Einschlafproblemen, für alle anderen gilt: Finger weg!