Sonntag, 7. Mai 2017

Villain Squad - Armee der Schurken von Jeremy M. Inman

Villain Squad - Armee der Schurken (USA 2016) von Jeremy M. Inman
Als ein geheimnisvoller Todeskult, dessen Chef der Sensenmann selbst ist, auf der Erde nach der Macht greift, entschließt sich die für eine geheime Organisation arbeitende Alice (ja, die aus dem Wunderland), zu einer verzweifelten Maßnahme: Sie will Feuer mit Feuer bekämpfen und rekrutiert die schlimmsten Bösewichte aus dem Märchenwald: den bösen Wolf, das Rumpelstilzchen, die Herzkönigin und den mit magischen Messern ausgestatteten Frauenmörder Blaubart. Als die böse Hexe Alice hintergeht und dem Tod verrät, wo sich seine von ihm für ein Ritual dringend benötigte Sense befindet, müssen sich die unterschiedlichen Charaktere schnell zusammenraufen, wenn sie noch eine Chance gegen den Gevatter und seine Schergen haben wollen. Gemeinsam mit Alice, Tweedledee und Tweedledum, sowie dem revolverschwingenden Goldlöckchen (ich kann gar nicht glauben, was ich hier gerade schreibe) nehmen sie den Kampf auf...


Villain Squad von Jeremy M. Inman
Villain Squad von The Asylum hat selbst unter den Mockbustern der Filmschmiede eine Sonderstellung. Eine Fortsetzung des recht unterhaltsamen Avengers Grimm, einer billigeren Kopie von Marvels The Avengers mit Märchenfiguren, ist Villain Squad (oder Sinister Squad, wie sein eigentlicher Titel ist) ein Mockbuster auf  DC's Suicide Squad. Asylum hat so quasi die Mockbuster-Quadratur des Kreises geschafft und könnte nun nach Lust und Laune Comic-Mockbuster zu Marvel und DC im eigenen Märchen-Universum drehen. Dumm nur, dass das ein Rohrkrepierer wird, wenn sie die Filme weiterhin so in den Sand setzen wie Villain Squad.
Das beginnt schon bei den Production Values, die im Vergleich zu Avengers Grimm deutlich billiger aussehen (und das will bei Asylum etwas heißen) und endet bei einem Skript, das nicht einmal auf dem ersten Blick Sinn ergibt. Was genau will die Hexe eigentlich vom Tod? Wieso hilft sie ihm? Wieso ist ein allmächtiges Wesen wie der Tod auf die Hilfe einer vergleichsweise unwichtigen Hexe angewiesen? Wozu braucht er seine Sense, wenn er schon dermaßen viele Anhänger hier hat und mit seinen Fähigkeiten die ganze Truppe eigentlich im Alleingang aufmischen könnte? Wie schafft der Tod es, so viele Anhänger um sich zu scharen, wenn diese sich ständig selbst umbringen müssen, damit er in ihre Körper schlüpfen kann? Sieht für mich nicht gerade nach einem erstrebenswerten Job aus. Ich weiß, wir reden hier von Asylum, aber ich hätte gerne wenigstens eine Ahnung, warum die Protagonisten das tun, was sie gerade tun (und bei Avengers Grimm hat das ja halbwegs geklappt). Was an Villain Squad noch stört, ist die völlig unnötige Beschränkung auf nur einen Schauplatz für 75 Prozent des Films. Die angedachte globale Bedrohung fühlt man als Zuschauer nicht wirklich, wenn man nicht mehr als in ein heruntergekommenes Lagerhaus sieht, das das Geheimlabor mehr schlecht als recht "spielt".
Das ist alles sehr schade, denn die meisten der schauspielerischen Leistungen sind unterhaltsamer, als es der Rest des Filmes verdient hätte. Trae Ireland ist ein cooler Blaubart, Joseph Michael Harris kauft man den großen bösen (Wer)Wolf schon allein wegen seiner physischen Präsenz ab und Johnny Rey Diaz gibt sein Bestes, um dem Rumpelstilzchen einige "jokerhafte" Seiten abzugewinnen. Es ist halt sehr schade, wenn diese sich die Screentime dann mit Tweedledum und Co teilen müssen, die aussehen, als wären sie beim letzten Rammstein-Videoclipcasting bei der Tür hinausgelacht worden.

Fazit zu Villain Squad
Wer auf Actionfilme mit Märchenfiguren steht, sollte doch lieber bei Avengers Grimm bleiben und das Geld für Villain Squad in Bier und Popcorn investieren.





Trailer gibt es auf YouTube hier und auch diesen Ausschnitt , sowie dieses Review des Films:


Tolles Video, was? Dankesbriefe für den Augenkrebs könnt ihr an die Adresse im Impressum schicken. Außerdem hat der Typ wohl einen anderen Film gesehen...

Montag, 1. Mai 2017

Interview mit René Rausch über seinen Film "Ostzone"

Regisseur René Rausch am Set von "Ostzone"

Regisseur René Rausch spricht im Interview darüber, wie er auf die Idee zu "Ostzone" gekommen ist und die Probleme, die deutsche Independent-Filmemacher mit der Veröffentlichung ihrer Filme haben.

Wie bist du auf die Idee zu "Ostzone" gekommen?
Ich wollte schon länger einen Slasher drehen, der sehr deutsche Hintergründe hat. Zum Einen war ich schon immer ein Fan von Slasherfilmen. Zum Anderen: Die deutsche Geschichte bietet ja einiges an, daraus was im Horrorbereich zu spinnen. So bin ich spontan auf die ehemalige DDR gekommen, die bisher, meines Wissens nach, nicht in einem Horrorfilm verarbeitet wurde.

Warum hast du dich dazu entschlossen, die Handlung in der ehemaligen DDR spielen zu lassen?
Die DDR hat schon viel realen Horror. Sie ist eigentlich ideal für so ein Thema, da man reale Motive aufgreifen kann. Das gilt sowohl für die ganze DDR-Zeit, als auch für Teile der neuen Bundesländer, die ja noch immer mit gewissen Folgen zu kämpfen haben. Schicke also Protagonisten in die ehemalige DDR in irgendein Dörfchen zur einer alten Ostruine - voilà, ein deutscher Horrorfilm.

Wie bist du denn auf die Location gestoßen?

Das war glücklicher Zufall. Es war ursprünglich laut Drehbuch geplant, in einem typischen Plattenbau zu drehen. Davon gibt es auch so einige leerstehende, die super geeignet waren. Leider ist es bei diesen Gebäuden immer schwer, einen Besitzer ausfindig zu machen und sollte man den Namen bei Ämtern erfragen können, so erreicht man niemanden unter der hinterlegten Adresse, da ist quasi niemand auffindbar. Sehr kuriose Sache. Aus Verzweiflung habe ich dann allgemein nach Objekten im Osten geschaut. Dabei bin ich auf die ehemalige Lungenheilstätte gestoßen, die in Lost Placer-Kreisen sehr bekannt ist. Der Ansprechpartner war nicht schwer herauszufinden.

War es schwierig, dafür eine Drehgenehmigung zu bekommen?
Gar nicht, im Gegenteil. Ich rief bei dem Pächter des Geländes an und der sagte gleich: "Klar, kein Problem". Man muss dazu sagen, dass er das schon gewohnt ist, solche Anfragen. Fotografen und Schaulustige sind da Alltag, er hat daraus quasi eine Touristenattraktion gemacht, wohnt auf dem Gelände und macht Führungen. Insofern war das glückliche Fügung.

Wie schwierig ist es, als deutscher Independent-Regisseur, ein entsprechendes Budget aufzustellen und dafür zu sorgen, dass der Film auf DVD und Blu Ray veröffentlicht wird?
Du hast ja gar keine Vorstellung... eigentlich unmöglich. Deshalb hat sich der gesamte Film, von der Idee bis zur Veröffentlichung, enorm gezogen. Man dreht mit minimalem Aufwand und nahezu keinem Geld - einfach, weil keines da ist bzw. kein Sponsor aufzutreiben
ist. Man braucht dafür schon sehr viel Idealismus und Leidenschaft. Und der DVD-Markt ist ja mittlerweile ein Haifischbecken, das ja auch immer kleiner wird. Man weiß bis zuletzt nicht, ob man den Film unterbringen kann oder er doch nur auf dem Rechner verstaubt.
Da gehört dann doch viel Glück dazu, dass eine Vermarktung dann klappt. Oder man besitzt halt gute Connections.

Gibt es irgendeine besondere Geschichte vom Dreh, die du den Lesern vielleicht erzählen möchtest?
Oh, diverse kleine und mittelgroße Kuriositäten und Anekdoten, die alle erwähnenswert wären. Ich empfehle an der Stelle aber einfach mal die DVD bzw. Blu-Ray des Films, auf der ein Audiokommentar mit dem Kameramann und mir zu finden ist; da wird einiges zum Besten gegeben.

Welche Projekte planst du als nächstes?
Konkret ist noch nichts in der Mache. Bei entsprechender Resonanz könnte ich mir "Ostzone 2" vorstellen, Ideen sind schon da. Andere horrorfilmbezogene Stories hätte ich auch noch im Petto. Aber man muss schauen, was sich ergibt - es ist vor allem wieder die Geldfrage. Das muss erstmal wieder da sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Rezension zu "Ostzone" gibt es hier.



Ostzone von René Rausch


Eigentlich sind Linda und Marius sehr froh, als sie in der ehemaligen DDR endlich die passende Immobilie für das von ihnen geplante Heim für schwer erziehbare Kinder finden. Zusammen mit ihrer Freundin Marie bricht das Pärchen zur Besichtigung des Gebäudes, einer ehemaligen Anstalt, auf. Vor Ort treffen sie die nette, aber etwas seltsame Maklerin Frau Wagner. Alles verläuft perfekt, der Verkaufsdeal ist zur Freude des Pärchens schnell unter Dach und Fach. Erst nach und nach erfahren die drei von der dunklen Geschichte des Hauses: Eine Zufallsbekanntschaft aus einem Gasthaus erzählt Marie von Geschehnissen, die die Maklerin wohlweislich verschwiegen hat, und auch einige gefundene Akten berichten von grausamen Praktiken, welche die Verantwortlichen an den Insassen vor der Schließung verübt habe. Damit nicht genug, scheint das verfallene Haus gar nicht so verlassen zu sein, wie es zunächst den Anschein hatte...

Den Trailer zum Film gibt es hier: Ostzone.

Wer meine Rezensionen zu deutschen Horrorfilmen kennt, weiß: Ich freue mich über jeden Film, dessen Macher mehr möchten, als nur den nächsten Amateur-Splatterkram rauszuhauen. Leider kommen dabei manchmal Rohrkrepierer wie Die Präsenz raus. Daher freut es mich umso mehr, sagen zu können, dass "Ostzone" ein insgesamt sehr gut gelungener Film ist.
Zunächst ist positiv zu vermerken, dass René Rausch nicht versucht hat, die Laufzeit künstlich auf 90 Minuten aufzublasen. Mehr als die knapp 70 Minuten trägt die Geschichte nicht, dies ist aber dafür die optimale Laufzeit.
Was dem Film ebenfalls hilft: Die Charaktere sind endlich einmal keine unsympathischen Knallchargen, sondern tatsächlich Figuren, mit denen man mitfiebern kann. Das liegt erstens am Drehbuch von René Rausch, der es versteht, sehr realistische Protagonisten zu schreiben und zweitens machen die Darstellerinnen einen verdammt guten Job. Einzig die Einführung der Figuren und des Settings dauert etwas zu lange. Das liegt wohl auch daran, dass das wohl nicht gerade viel Budget vorhanden war und man im ersten Drittel auf Expositions-Dialoge gesetzt hat, die durchaus etwas länger ausfallen. Dafür zieht Rausch in der zweiten Hälfte die Temposchraube ordentlich an und man vergibt als Zuschauer den langsamen Beginn nur allzu gerne und auch der Score läuft hier zu Hächstform auf (so eine gute Untermalung habe ich in deutschen Filmen recht selten gehört, Respekt).
Eigentlich kann man "Ostzone" mit dem oben verlinkten "Die Präsenz" sehr gut vergleichen. Beiden sind sehr schick gefilmt, haben eine gute Location und die Ambition, mehr zu sein, als das, was man sonst von Leuten wie Oliver Krekel, Marc Vorlander oder Andreas Schnaas serviert bekommt. Außerdem bedienen sich beide wohlbekannter Genre-Versatzstücke und verarbeiten sie auch auf ähnliche Art und Weise. Aber während "Die Präsenz" in so ziemlich jede Falle tappt die es gibt, schafft es "Ostzone", mit einigen guten Einfällen und einem cleveren Drehbuch, daraus einen unterhaltsamen und unheimlichen Gruselfilm zu zaubern.

Fazit zu Ostzone
Die DDR-Atmosphäre ergänzt sich hervorragend mit der erzählten Slashergeschichte, ein gelungenes Drehbuch und die gut aufgelegten Schauspielerinnen machen "Ostzone" zu einem rundherum befriedigendem Filmerlebnis.

Dienstag, 7. März 2017

Gespenster-Krimi 3: Hollywood-Horror

Gespenster-Krimi Folge 3 (2015): Hollywood Horror nach einem Roman von Earl Warren
In den 50er Jahren versetzt der Serienmörder Gordon Gloom ganz Amerika in Angst und Schrecken. In der Gegenwart entschließt sich ein schmieriger Filmproduzent, aus Glooms Gräueltaten einen billigen Slasherfilm zu machen. Gloom soll von dem aufstrebenden Jungschauspieler Rich Swann gespielt werden. Der ist mit seiner Rolle ganz und gar nicht zufrieden. Das ist aber bald sein geringstes Problem, als plötzlich der echte Gloom quicklebendig am Set auftaucht, den Maskenbildner am Set umbringt, und - da Swann mit seiner Maske genauso aussieht wie er - den Mord dem jungen Schauspieler in die Schuhe schiebt. Swann gelingt es zu entkommen, aber nun sind die Polizei und ein satanistischer Serienkiller hinter ihm her...

Hollywood-Horror
Na dann, willkommen bei einer neuen Folge Geister-Schocker, äh... Dreamland Grusel, quatsch, wieder falsch....ach ja, Gespenster-Krimi! Diese ganzen Gruselserien, die mit ihrer Umsetzung von alten Stoffen auf die Nostalgie der Fans schielen, werden auch immer austauschbarer. So gesehen könnte "Hollywood-Horror" genauso gut in jeder dieser Reihen erschienen sein, ohne groß aufzufallen. Versteht mich nicht falsch: Das ist alles sehr gt produziert und von den SprecherInnen gar nicht schlecht gespielt. Es ist nur einfach stinklangweilig, wenn eine (zu diesem Zeitpunkt) noch neue Hörspielserie so komplett ohne jede Risikofreude daherkommt und sich nur auf von anderen längst ausgetretenen Pfaden bewegt. So hat man bei der hier erzählten Geschichte stets das Gefühl, das alles schon tausendmal (und meistens besser) gehört zu haben, Spannung kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Ein tumber Mörder meuchelt sich durch eine noch tumbere Schar von Protagonisten. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Ausgangsprämisse von erlesener Dummheit ist. Da sollen wir tatsächlich schlucken, dass der Maskenbildner des Films Glooms Aussehen so perfekt getroffen hat, dass nicht einmal er ihn vom echten Gloom unterscheiden kann. Der taucht natürlich genau im richtigen Moment im Wohnwagen des Mannes auf (wie ist er ohne Aufsehen zu erregen dort hineingelangt?) und natürlich gehen alle sofort davon aus, dass Rich der Mörder ist. Dazu hätte ich eine Frage: Warum eigentlich? Klar, durch das Makeup sehen sie beide gleich aus, aber wenn Gloom so bekannt ist, dass seine Taten über 60 Jahre später noch verfilmt werden, könnte genauso gut ein anderer Irrer in Verkleidung der Täter sein. Trotzdem schalten Swanns Kollegen sofort in den Lynchmob-Modus und sind in Nullkommanix in ihrer Mordlust nicht mehr von Gloom zu unterscheiden. Das ist einfach nur unglabwürdig.

Kein großes Kino
Schade, davon habe ich mir mehr erwartet. Hollywood-Horror ist ein 08/15-Hörspiel, das keine Sekunde lang vom Standardprogramm abweicht und einfach nur alles nach Schema F abspult. ich bin gelinde gesagt enttäuscht.

Dienstag, 7. Februar 2017

Meine liebsten YouTube-Kanäle

Ich könnte ja oft Stunden auf YouTube verbringen und einfach von einem Kanal zum nächsten "zappen". Auf meiner Abo-Liste hat sich daher schon ein breites Sammelsurium an Kanälen zu den verschiedensten Themen gebildet. Deshalb dachte ich mir, dass ich euch einmal meine liebsten YouTuber zeige. Vielleicht ist für euch ja auch etwas dabei.

Chris Stuckmann
Wer auf fundierte Kurzrezensionen zu aktuellen und manchmal auch älteren Filmen steht, ist bei Chris Stuckmann an der richtigen Adresse. Auch wenn ich nicht immer seiner Meinung bin, haben seine Reviews immer Hand und Fuß. Hier mal die Rezension zu "Erased" als Beispiel:





(Und wenn ihr ihn mal richtig durchdrehen sehen wollt, schaut euch sein Review zu Movie 43 an.)

The Cinema Snob
Brad Jones ist schon seit Jahren einer meiner Favoriten. Viele können mit seiner Rolle als Snob offenbar nichts anfangen, ich finde ihn extrem unterhaltsam:



Comic Book Girl 19
Was das Comic Book Girl reviewt, muss ich wohl nicht extra sagen, oder? Wobei es bei ihr nicht nur um Comics, sondern auch um Horror, Science Fiction und Fantasy geht. Anders als bei Stuckmann können ihre Videos schon einmal 45 Minuten lang werden. Das ist bei ihrer Rezension zu Dr. Strange allerdings nicht der Fall:


WatchMojo
WatchMojo liefert täglich unterhaltsame Top 10 Listen wie diese hier:


Rob Dyke & Cayleigh Elise
Diese beiden Kanäle bekommen einen gemeinsamen Platz, da sie ein ähnliches Themengebiet bearbeiten und auch sehr oft kooperieren. Ich habe einen gewissen Hang zum Makabren, ungelöste Mordfälle faszinieren mich genauso wie unerklärliche Phänomene (veruscht mal, meine Bücher und DVDs zu Jack the Ripper zu zählen). Zwei Beispielvideos. Eines von Rob Dyke:



Und eines von Cayleigh Elise, das sich hier leider nicht einbetten lässt, ich aber wärmstens empfehle:  Who put Bella in the Wych Elm?

Epic Rap Battles of History
Wolltet ihr schon immer wissen, ob Abraham Lincoln oder Chuck Norris der bessere Rapper ist? Wie wäre es mit Bruce Lee vs. Clint Eastwood? Oder Superman vs Goku? Findet man alles bei "Epic Rap Battles of History":


Whatculture Wrestling
Bei einem Wrestlingfan wie mir war wohl klar, dass bei so einer Liste auch ein Wrestlingkanal kommen muss. Die Jungs von Whatculture haben das ganze aber auf das nächste Level gehoben und neben Wrestling News und Top 10 Videos gleich ihre eigene Promotion aus dem Boden gestampft. Hier eines ihrer Videos:




Ich ihoffe, ihr habt euren Spaß mit meinen Empfehlungen. So, jetzt seid ihr dran: Welche Kanäle schaut ihr auf YouTube regelmäßig? Ich bin auf eure Antworten gespannt!

Sonntag, 5. Februar 2017

Mama gegen Papa - Wer hier verliert, gewinnt von Martin Bourboulon

Mama gegen Papa - Wer hier verliert, gewinnt (FR 2015) von Martin Bourboulon
Florence und Vincent Leroy haben drei gemeinsame Kinder und sind im Berufsleben erfolgreich. Das einzige Problem: Sie kommen miteinander nicht mehr klar und wollen sich daher scheiden lassen. Verläuft anfangs alles nach Plan, gerät die ganze Sache aus den Fugen, als beide gleichzeitig genau die Beförderung erhalten, von der sie ihr Leben lang geträumt haben. Eines ist dem Ex-Ehepaar in spe schnell klar: Es soll doch bitte der Ehepartner das Sorgerecht für die Kinder bekommen, denn wenn man sich um die eigene (zugegebenermaßen etwas schwierigere) Brut kümmern müsste, stünde das ja der eigenen Selbstverwirklichung im Weg. Also beginnt praktisch über Nacht ein Wettbewerb, wer von beiden der schlechtere Elternteil ist, damit das Gericht dem jeweils anderem das Sorgerecht aufhalst...


Es gibt so Filme, bei denen man sich fragt, ob bei der Entstehung irgendjemand gut gefunden hat. Der Vulkanfilm ist so einer. Und "Mama gegen Papa" reiht sich nahtlos in diese Riege unlustiger Komödien ein. Sehr oft haben solche Filme das Problem, dass einer der beiden Protagonisten sich wie ein dämlicher Ignorant aufführt, bevor er oder sie endlich kapiert, dass die wahre Liebe die ganze Zeit vor ihm/ihr stand. Martin Bourboulon hat dieses Problem in "Mama gegen Papa" auf seine ganz eigene Art und Weise geklärt: Hier sind beide Hauptfiguren unerträgliche Arschgesichter.
Kinder schlagen? Kein Problem! Dem Freund der Tochter die Titten zeigen? Macht doch nix! Dem großen Sohn absichtlich mit einem Rasierer den halben Hinterkopf kahl scheren? Ist doch lustig! Dem kleinen die Geburtstagsfeier versauen? Nun lacht doch, Leute!
Ich habe kein Problem mit politisch unkorrekten Komödien. Es stört mich aber, wenn sie ihr Hauptziel, die Menschen zum Lachen zu bringen, so klar verfehlen. Man sieht hier eigentlich nur zwei egozentrische Vollidioten, die an niemanden außer an sich selbst denken, sich wie Kleinkinder aufführen, und dabei noch nicht einmal besonders lustig rüberkommen. Da hilft es auch nichts, dass Laurent Lafitte und Marina Fois durchaus so wirken, als könnten sie mit dem richtigen Skript überzeugende Leistungen abliefern und die Entschuldigung bei den Kindern knapp zwei Minuten vor dem Ende macht rein gar nichts wieder wett. Nur am Ende musste ich kurz auflachen, wenn auch aus dem falschen Grund: Als sie ihm zeigt, dass er sie bei einem kurzen Rückfall geschwängert hat, war das für mich nicht das von den Machern angedachte Happy End. Ich hab mir nur gedacht, dass jetzt noch ein armes Kind bei diesen beiden gestörten Existenzen aufwachsen muss.

Aber hey, wisst ihr, was diese "Komödie" unbedingt gebraucht hat? Genau, ein deutsches Remake:



Und wenn ich nach dem Trailer gehe, haben sie überhaupt nichts geändert, sondern scheinbar einfach Szene für Szene den gleichen Film gedreht. Kann mir mal jemand den Sinn von so einer Herangehensweise erklären? Das Original war doch erst 2015 im Kino, verdammt nochmal!!
"Mama gegen Papa - wer hier verliert, gewinnt" - Und wer sich diesen FIlm ansieht, hat schon verloren.

Montag, 30. Januar 2017

Conjurer von Clint Hutchison

Conjurer (USA 2008) von Clint Hutchison (dt. Titel: "Nur im Tod gibt
es Vergebung")
Der Fotograf Shawn Burnett und seine Frau Helen ziehen nach dem Tod ihres ungeborenen Babys bei einem Unfall  aufs Land. Schon bald schöpft das Ehepaar den Verdacht, dass es in der alten Hütte, welche schon seit Jahrzehnten auf ihrem neu erworbenem Grundstück steht, nicht mit rechten Dingen zugeht. Die Indizien, dass es dort spuken könnte, verdichten sich immer mehr. Es stellt sich heraus, dass dort vor langer Zeit eine Frau wohnte, die von den anderen Menschen in der Gegend für eine Hexe gehalten und vom örtlichen Lynchmob ermordet wurde. Als die Burnetts schlussendlich beschließen, die Hütte abreißen zu lassen, intensivieren sich die übernatürlichen Geschehnisse von Minute zu Minute. Vor allem Shawn wird von den mysteriösen Vorgängen immer mehr beeinflusst. Spukt es dort tatsächlich? Oder dreht Shawn, der dem Umzug von Anfang an eher skeptisch gegenüber stand, langsam durch?

Conjurer von Clint Hutchison
Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn ich am Ende des Filmes lange und gründlich überlegen muss, wie er eigentlich angefangen hat, obwohl er eine Laufzeit von unter 90 Minuten hat. Conjurer ist vor allem....blah. Das ist alles ganz nett gefilmt, die Dialoge sind alle durchschnittlich geschrieben, das Auffälligste an den Protagonisten ist, dass sie absolut unauffällig sind und die schauspielerischen Leistungen stechen weder besonders positiv noch besonders negativ heraus. Oder anders formuliert: das ist alles so stinklangweilig, dass ich mir ab Minute 30 am liebsten selber in die Hand gebissen hätte, damit ich nicht einschlafe. Uninteressante Menschen sprechen in uninteressanten Szenerien uninteressante Dialoge, um eine uninteressante Handlung "voranzutreiben". Letzteres ist ganz bewusst in Anführungszeichen gesetzt, "Conjurer" besteht zu 75 Prozent aus reinen Zeitfüllern, die rein gar nichts mit dem Plot zu tun haben. Posterboy dafür ist Helens Bruder, der jedes Mal, wenn er auftaucht, Gott und die Welt aufhält, damit sich alles nur noch darum dreht, wie hilfreich er nicht mit dem Haus ist. Dass er so toll mit der Finanzierung geholfen hat, hat was genau mit der Handlung zu tun? Genau nichts, aber es wird mindestens dreimal lang und breit in Dialogform ausgewalzt. So kommt erst in den letzten 20 Minuten ein ganz klein wenig mehr Tempo aufkommt und dann ist der Film vorbei.
Eine Frage hätte ich noch zum deutschen Titel, "Nur im Tod gibt es Vergebung": Hä? Abgesehen vom ungeborenen Kind (das wohl kaum so viel gesündigt haben kann) der Burnetts stirbt niemand in dem Film. Oder soll der Titel etwa zum Ausdruck bringen, dass Shawn sich aufgrund dessen, dass er von einem bösen Geist besessen war, doch bitte von der nächsten Brücke schmeißen soll, oder was? Oder wollte hier jemand poetisch klingen und es ging ganz furchtbar in die Hose?

Fazit zu Conjurer
Laaaaangweeeeeiiiillliiiggg!! Der Film ist ein Schnarcher vor dem Herrn und absolut nicht empfehlenswert.

Den Trailer (der sich warum auch immer hier nicht einbetten lässt) gibt es hier.