Donnerstag, 11. Dezember 2014

Gastkommentar von Wolfgang Schwerdt - Rotbart: Der Schiffskater vom Reiterhof

Heute gibt es mal wieder einen Gastkommentar, über den ich mich sehr freue. Der Journalist und Historiker Wolfgang Schwerdt erzählt darin, wie sein Buch "Rotbartsaga: Die Abenteuer des legendären Schiffskaters. Teil 1: Das Vermächtnis des Kapitäns Carl Carlszoon" entstand.

Als der legendäre rote Kater unter anderem auf den Schiffen der Vereinigten Ostindischen Kompagnien im 17. Jahrhundert über die Weltmeere segelte und neue, unbekannte Küsten und Länder entdeckte, da gab es natürlich noch keine Reiterhöfe. Jedenfalls nicht solche, wie der, auf dem ich für mehrere Jahre für die alltäglichen Hofarbeiten und das kreative Unterhaltungsprogramm für die Ferienkinder verantwortlich zeichnete. Natürlich gab es auf dem Hof auch Katzen. Die alte Glückskatze Garfield beispielsweise, die schon immer auf dem Hof war. Oder die drei aus dem Tierheim, die die feline grande dame bei der Nagerjagd unterstützen sollten.

Keines der Katzentiere war auch nur ansatzweise rot oder hatte etwas, das an einen stattlichen Bart erinnerte. Auch die Fellnasen, die versuchten, in das Revier der vier Höflinge einzudringen und damit regelmäßig lautstarke und langanhaltende Brumm- und Singsessions auslösten, hätten niemals einem Rotbart Modell stehen können. Und doch war es ausgerechnet hier, wo ich die ersten Kurzgeschichten über Rotbart verfasst und den Ferienkindern in gemütlicher Runde vorgelesen hatte. Dass nach jahrelanger Spezialisierung auf kulturgeschichtliche Drachenforschung und Drachenfantasy nun plötzlich auch Katzen in den Fokus meines literarischen Schaffens gelangten, ist natürlich dem engen Zusammenleben mit dieser wirklich faszinierenden und vor allem anpassungsfähigen Spezies zu verdanken. Zwar hätten auf einem Reiterhof Pferdegeschichten möglicherweise ein wenig näher gelegen. Eine Verbindung zwischen Pferden und Seefahrt herzustellen – einem Thema mit dem ich mich seit meiner Kindheit leidenschaftlich befasse -, erschien mir jedoch wesentlich problematischer, als über Schiffskatzen zu schreiben. Die ersten Katzengeschichten – eher Fabeln – handelten jedoch tatsächlich von stinknormalen Hofkatzen und sind als Büchlein „Mit Katzenaugen. Träumkatzen und der wilde Kater“ http://www.amazon.de/Mit-Katzenaugen-Träumkatzen-Wilde-Kater/dp/1479108138/ veröffentlicht.

Jahrelange Vorarbeiten
In der allerersten Kurzgeschichte (ca. 2003) über den Schiffskater war Rotbart ein ziemlich demoliertes Wesen, ein Vorderbein war amputiert, ein Auge fehlte ihm und er war von zahlreichen Narben übersät. Und dann verpasste ihm ein junger, ehrgeiziger Spund im Kreise seiner gestandenen KollegInnen auch noch einen Hieb, indem er den bereits damals legendären Schiffskater als „altes Wrack“ bezeichnete, den niemand mehr an Bord haben wolle. Mit Hilfe seiner jungen Kollegin Graulocke erholte sich der mächtige Kater wieder von dieser tiefen seelischen Verletzung und er setzte nicht nur seine Schiffskaterkarriere mit neuen legendären Abenteuern fort, sondern auch zahlreiche Nachkommen in die maritime Welt. Mit dieser Geschichte war mir mein fiktiver Kater so ans Herz gewachsen, dass ich etwa 2011 beschloss, Rotbart zum Protagonisten eines mehrbändigen Buchprojektes zu machen. Hintergrund waren die Recherchen zu Schiffskatzen der vergangenen Jahrhunderte, die ich im Rahmen meiner Bücher „Forscher Katzen und Kanonen. Über Leben und Arbeit von Forschungsreisenden im 18. und 19. Jahrhundert “ und „Die Schwarzbärflotte: Wahre Geschichten über seefahrende Katzen“ angestellt hatte. Natürlich war Rotbart auch einmal jung, ansehnlich und verspielt. Und so beginnt mein Protagonist seine literarische Karriere im 17. Jahrhundert als etwa eineinhalbjähriger Jungspund, der diverse Lektionen zu lernen hat, bevor er als gestandener aber eben gezeichneter Schiffskater zur lebenden Legende geworden ist.

Erlebnisreise in die Vergangenheit und die Welt der Katzen
Auch bei den maritimen Katzenromanen lege ich als Journalist und Historiker größten Wert auf die genaue Hintergrundrecherche, nicht nur, wenn es um geschichtliche Ereignisse und Zusammenhänge geht. Und während ich an den kleinen und großen Abenteuern meiner felinen Hauptfiguren feile, lenken mich so profane Fragen wie „seit wann gab es eigentlich die bekannten holländischen Tonpfeifen“ oft tagelang vom eigentlichen Schreiben ab. Das Ergebnis: Die fiktiven Katzentiere entwickeln während meiner Recherchen, die so wichtig für die historisch korrekten Szenerien sind, ein gewisses Eigenleben. Und wenn ich von meinen Ausflügen in die historischen Archive, beladen mit bedeutenden Informationen, zu meinen literarischen Schützlingen zurückkehre, haben die gelegentlich auf anderen Schiffen angeheuert, neue Bekanntschaften gemacht oder sind in fast ausweglose Situationen geraten, aus denen herauszukommen weniger historische Kenntnisse, sondern eher ein gesunder Katzenverstand vonnöten sind. Natürlich müssen die historischen Bilder und Technologien stimmen, aber wenigstens genauso wichtig, ist das Beobachten von Katzen. Das hat mir auch – unter anderem am Beispiel der Ataxiekatzen - gezeigt, dass der Begriff Handicap ein sehr menschlicher ist. Dass Rotbart auch nach dem Verlust eines Beines ein vollwertiger Schiffskater bleibt, entspringt nicht meiner pädagogisch wertvollen Phantasie, sondern der kätzischen Realität im Umgang mit dem, was wir als Behinderung bezeichnen. Für mich ist das Rotbartsaga-Projekt eine vielschichtige und aufregende Forschungsreise in die Geschichte, zu fremden Kulturen und in die Tierwelt, die mir mit Hilfe meines professionellen Autoreninstrumentariums ständig neue Einsichten und Erkenntnisse bringt. Meine Intention ist es, ein wenig davon an den Leser weiterzugeben.

Das Abenteuer des Buchmachens
Jeder Autor sucht einen Verlag für sein Buch, zumindest ist das die gängige Meinung. Ich hingegen habe mich dazu entschlossen, statt meine Energie und Mittel für die Suche eines (geeigneten!) Verlages zu verschwenden, mich von vornherein an meine Leser zu wenden. Natürlich bin ich lange genug im Geschäft, um zu wissen, worauf ich mich damit einlasse. Publikationen wie „Die Drachenwächterin“ oder meine Bücher in der Reihe „Kleine Kulturgeschichten“ im Vergangenheitsverlag haben mir den Einblick in die Verlagsarbeit vermittelt und gleichzeitig die wirtschaftlichen, gestalterischen und literarischen Grenzen aufgezeigt, die für den Autoren damit verbunden sind. Durch meine Publikationen als Selfpublisher habe ich auch diese Seite des Literaturmarktes kennengelernt. Fazit: Jedes Buchprojekt braucht seinen passenden Rahmen. Das kann im Einzelfall ein Verlag aber eben auch –entsprechende Kooperationspartner und Kompetenzen vorausgesetzt – die Eigenveröffentlichung sein. Im Falle der Rotbartsaga ist derzeit zweifellos das Selfpublishing der bessere Rahmen. Denn es war mein Ziel, nicht nur ein Manuskript abzuliefern und seine Verwertung gegen eine marginale Erfolgsbeteiligung in fremde Hände zu geben, sondern den gesamten Publikationsprozess, angefangen vom Lektorat, über das Layout, die Gestaltung und Illustration, bis hin zum Marketing in meinem Sinne umzusetzen und zu kontrollieren.

Auch als Schriftsteller einfach mal andersherum denken
Nach jahrzehntelanger Publikationserfahrung als Journalist und Buchautor war es für mich – auch angesichts der neuen technologischen Möglichkeiten, die sich beileibe nicht in den immer angeführten E-Books erschöpfen - generell an der Zeit, ein paar Dinge neu oder wenigstens anders zu denken. Es ist heute auch im Verlagsgeschäft üblich (und für ein Unternehmen sicherlich betriebswirtschaftlich nicht unklug) Literatur vom Markt her zu denken. Was verkauft sich, was ist gerade in? Wie muss das Produkt, wie müssen Autorenverträge gestaltet sein, um möglichst viel Umsatz und Gewinn zu generieren? Wie lässt sich der Vertrieb automatisieren, strukturieren und standardisieren? Und so weiter und so fort. Diese Denke haben sich inzwischen auch viele Autoren zu Eigen gemacht und sehen ihre Aufgabe darin, möglichst das zu schreiben, was Verlage aus Marketinggesichtspunkten vorgeben, den sogenannten Mainstream. Davor habe ich großen Respekt, denn die Produktion erfolgreicher Mainstreamliteratur erfordert ein hohes Maß an speziellen handwerklichen Fähigkeiten und sicherlich auch persönlichen Dispositionen, die mir vollkommen abgehen.
Ich denke meine Autorenarbeit tatsächlich vom Buch, vom Inhalt aus. So zum Beispiel: Was und worüber möchte ich schreiben? Welche literarische Form, welcher Stil liegt mir besonders? Wie muss ein Buch gestaltet, ausgestattet sein, um den Inhalt optimal zu transportieren. Erst im zweiten Schritt kommt der Markt ins Spiel: Wer könnten meine Leser sein? Ist meine Zielgruppe ausreichend groß um auch einen wirtschaftlichen Erfolg möglich zu machen? Welche Zugeständnisse muss, kann ich an die Ökonomie und an den Publikumsgeschmack machen, ohne meine Intentionen in Frage zu stellen? Gibt es zum traditionellen Vertrieb Alternativen um speziell meine Leserschaft zu erreichen?
Das Ergebnis ist ohne Zweifel ein sehr persönliches Produkt, das aber, wie die Rotbartsaga zeigt, auch dann wirtschaftlich erfolgreich sein kann, wenn die Gewinnmaximierung und Bedienen eines Massenmarktes nicht an erster Stelle steht. Ein betriebswirtschaftlicher Hintergrund des Autors ist dabei allerdings nicht zwingend ein Nachteil.



Weitere Infos gibt es auf  Rotbartsaga.com. Die Rezension zum ersten Teil der Buchreihe gibt es hier genau morgen in einer Woche, also seid gespannt!

Left Behind von Vic Armstrong

Left Behind (USA 2014) von Vic Armstrong
Der Pilot Rayford Steele (Nicolas Cage) ist ziemlich genervt davon, dass seine Frau Irene (Lea Thompson) Gott gefunden hat und ihn seither auf das kommende Ende der Welt vorbereiten möchte. Deshalb lässt er sich an seinem Geburtstag für einen Flug nach London einteilen (und dort mit seiner Geliebten ein U2-Konzert zu besuchen). Was er nicht weiß: Ihre gemeinsame Tochter Chloe ist extra angereist, um für ihn eine Überraschungsparty auszurichten. Nach einigen unglücklichen Verwicklungen am Flughafen findet Chloe heraus, dass ihr Vater ein Verhältnis mit einer der Stewardessen hat. Kaum ist sie daheim angekommen, beginnt ihre Mutter auch schon damit, ihr etwas von der so genannten "Rapture" (dt. Entrückung) vor zu predigen, und ob sie auch auf diese vorbereitet sei. Entnervt fährt Chloe mit ihrem kleinen Bruder ins Einkaufszentrum. Sie kauft ihm dort irgendetwas, er umarmt sie dafür - und plötzlich hat Chloe nur noch seine Kleidung in der Hand. Auch im Rest des Einkaufszentrums sind überall urplötzlich Menschen verschwunden und in Papas Flugzeug ist ebenfalls der Teufel los, denn nicht nur sein Co-Pilot ist wie vom Erdboden verschwunden. Gemeinsam mit dem Reporter Buck Williams und der Hilfe seiner Tochter vom Boden aus, versucht Rayford nun, den Flieger zu landen. Dabei kommt er langsam dahinter, dass seine Frau eventuell doch gar nicht so falsch gelegen haben könnte...


Left Behind von Vic Armstrong
Christliche Propagandafilme sind immer wieder eine Show für sich. Unterhaltsamer Müll liegt hier durchaus im Bereich des Möglichen, siehe zum Beispiel Megiddo: The Omega Code 2. Als dann die Schundromanreihe "Finale - Die letzten Tage der Menschheit" von Tim LaHaye und Jerry B. Jenkins bereits zum zweiten Mal (bei der ersten Version spielte noch der ehemalige Kinderstar Kirk Cameron die Hauptrolle) verfilmt werden sollte - und das noch dazu mit Nicholas Cage - war für mich klar, dass ich mir den Film ansehen werde. Könnte doch immerhin lustig werden, dachte ich mir. Ich hatte ja keine Ahnung.

Exkurs: Was ist die "Entrückung"?
Die Prämisse des Films (und der Buchvorlage) beruht auf dem so genannten "Dispensationalismus" (englisch "Rapture"), einer um 1830 herum in England und Irland entstandenen Form der Bibelauslegung und Eschatologie. Diese fand in weiterer Folge vor allem in Amerika, aber auch in Deutschland, großen Anklang bei den Baptisten und den Presbyterianern. Einige dieser Kirchen glauben, dass die Wiederkehr von Jesus Christus in zwei Etappen erfolgen wird. Dabei berufen sie sich auf zwei Bibelzitate: 1 Thessaloniker 4,15-17 und Matthäus 24,29-31. Die beiden Bibelstellen besagen angeblich, dass Gott irgendwann seine irdischen Schäfchen von einer Sekunde zur nächsten zu sich in den Himmel holen wird. Alle anderen haben erstmal Pech gehabt, denn nun wird der Teufel für sieben Jahre die Welt regieren und selbige mit Kriegen, Anarchie und Chaos überziehen, um die bösen Ungläubigen in ihrem eigenen Blut ersaufen zu lassen. Nach dieser siebenjährigen "Trübsal" soll dann das Reich Gottes für diejenigen kommen, die diese zweite Chance, den "wahren Glauben" zu erkennen, wahrgenommen haben und Jesus wird dann die in Israel einfallenden Feinde bei Harmagedon endgültig besiegen. Der Film "Left Behind" zeigt den Beginn dieses Szenarios.

Menschen sind scheißegal
Eigentlich erklärt sich bereits aus dem obigen Exkurs, wieso die Aussage dieses Filmes nur menschenverachtend sein kann: Es ist völlig egal, ob du in deinem Leben ein guter Mensch warst, oder nicht, du kommst nur dann in den Himmel, wenn du ein gläubiger Christ bist. Die Protagonisten von "Left Behind" sind dafür die besten Beispiele. Sie alle sind im Kern gute Menschen, nur hilft ihnen das überhaupt nichts. Gott wird hier als eine Entität dargestellt, die sich verhält wie ein mit Minderwertigkeitskomplexen beladener Schläger auf dem Schulhof: "Was, du bist nicht in meinem Club und siehst mich nicht als deinen Chef an? Dann bekommst du aber Prügel!!" Genauso interpretieren die Entrückungs-Anhänger voller Überzeugung ihren Glauben: Wer nicht in ihrem exklusiven Club Mitglied ist, wird nicht in den Himmel kommen. Gezeigt wird das im Film unter anderem am Beispiel eines gläubigen Moslems, der halt leider leider das Pech hat, zum falschen Gott zu beten und deshalb am Arsch ist. Atheist, Moslem, Agnostiker, Jude, Taufscheinchrist - für die Anhänger der Entrückung ist das alles die gleiche Soße, völlig egal, ob es sich dabei um gute Menschen handelt oder nicht. Ob man an der Entrückung teilnehmen möchte oder nicht, wird man natürlich auch nicht gefragt. Dabei stellt sich dann die Frage, ob diejenigen ihren Aufenthalt im Paradies überhaupt genießen können, wenn ihre Angehörigen auf der Erde praktisch in der selben Minute in Gewalt und Chaos versinken (sind ja alles Atheisten und Andersgläubige, ist doch völlig klar, dass die sich diesbezüglich nicht zurückhalten können, was? *kopfpatsch*)

Alle Kinder sind Christen
Ein weiterer Punkt, den der Film ausführlich behandelt, ist der, dass nach der Meinung der "Entrücker" alle Menschen ursprünglich Gläubige sind. Deshalb sind bei der "Entrückung" auch alle Kinder verschwunden. Man geht sogar so weit, Chloe durch eine leere Säuglingsstation gehen zu lassen und auch sonst zeigt man einige Kinder, die dann theatralisch verschwinden. Der Film verdreht hier die Realität in ihr Gegenteil und behauptet implizit, dass alle Säuglinge bereits spüren können, dass Gott existiert und jemand erst dann zum Atheisten wird, weil das Leben ihn enttäuscht hat (oder er wird halt leider leider zum falschen Glauben erzogen). Ich möchte hier an Richard Dawkins erinnern, der bereits wiederholt gesagt hat, dass man solchen Behauptungen widersprechen sollte. So sollte man es laut Dawkins nicht zulassen, dass jemand von katholischen und muslimischen Kindern spricht, sondern maximal von Kindern muslimischer und katholischer Eltern. Das sollte deshalb so ausgedrückt werden, weil ein Kind noch keine feste Meinung zum Glauben haben kann. Ich stimme dem zu. Ein Kind kann zu dieser Frage noch keinen fixen Standpunkt haben. Meiner Meinung nach stellt diese Verdrehung der Tatsachen den erbärmlichen Versuch der Entrückungs-Fans dar, sicherzustellen, dass auch ihre ungetauften Säuglinge in den Himmel kommen. Schließlich wäre es ja ausgesprochen blöd, wenn der göttliche Anruf kommt, bevor man mit dem Sprössling in der Kirche war. Erwähnenswert ist außerdem, dass es Gott völlig egal ist, zu welchem Zeitpunkt er seine Fans zu sich holt. Besonders toll fanden das wohl die Ungläubigen in einem Flugzeug, das beinahe mit Cage und Co kollidiert. Die hatten nämlich das Pech, dass beide Piloten glaubende Christen waren. Den Rest könnt ihr euch sicher vorstellen.

Subtil wie ein Vorschlaghammer
Seine Botschaft dezent unters Volk zu bringen ist nicht gerade die Stärke dieses Films. Besonders deutlich wird das in der Szene, in welcher Nicholas Cage dahinter kommt, dass seine Frau wohl doch richtig lag. Die Heulsuse spielt er mit dermaßen weit aufgerissenen Augen, dass es Klaus Kinski mit Stolz erfüllt hätte. Cage wirkt während des ganzen Filmes so, als ob er bei den Dreharbeiten einfach auf Autopilot geschaltet und an den Gehaltsscheck gedacht hätte. Toll ist auch seine Aussage im Interview auf der Blu Ray, in dem er sagt, dass er in diesem Film mitspielen wollte, weil es in "Left Behind" um die Familie gehe und er das offenbar ganz außergewöhnlich finde. Ist ja nicht so, als ob Familie nicht das zentrale Thema in jedem dritten Hollywoodfilm wäre, oder was?
Hinzu kommt, dass "Left Behind" kein sehr glückliches Händchen beim Aufbau seiner Geschichte hat. Besonders deutlich wird das bei dem Handlungsstrang mit Chloe auf ihrem Weg durch die Stadt, an dem sie nur von einem Punkt zum nächsten rennt, sich dort erzählen lässt, was passiert ist und dann wieder abhaut - sie ist sozusagen eine Expositions-Marathonläuferin. Im Flugzeug philosophieren die verbleibenden Passagiere darüber, was passiert sein könnte und präsentieren dabei ein paar Theorien, die tatsächlich noch verrückter sind als die Entrückung.

Der Soundtrack von "Left Behind"
Was dem Publikum hier als musikalische Begleitung zugemutet wird, sucht ebenfalls seinesgleichen. Nicht nur, dass es sich dabei um die seelenloseste Fahrstuhlmusik handelt, seit James Last zum letzten Mal den Taktstock schwang, ist der Text der Lieder von erlesener Schwachsinnigkeit. Besonders toll ist der Text zu "I wish we'd all been ready", einer Coverversion eines Liedes von Larry Norman. Die "Left Behind"-Variante gibt es auf YouTube nicht, sehr wohl aber das Original:


Toll, oder? Der  Tod von Millionen Menschen wird in dieser Ballade doch regelrecht herbeigesehnt. Hach, wer spürt da nicht die Liebe Gottes zwischen den Zeilen.... Das Lied ist genauso verabscheuungswürdig wie der Film.
Schließen möchte ich mit dem Video, das Jaclyn Glenn zum Dispensationalismus gemacht hat:


Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Montag, 1. Dezember 2014

Porterville Staffel 1 & 2 von Ivar Leon Menger

Porterville Staffel 1 (Folgen 1 - 6) von Ivar Leon Menger und Folgenreich
Bei "Porterville" handelt es sich um die Fortsetzung der beliebten "Darkside Park"-Reihe. Die spannende Geschichte, die sich den Hörerinnen und Hörern in "Darkside Park" erschloss, war beim Publikum sehr beliebt, wurde von den Kritikern hochgelobt und heimste mehrere Auszeichnungen ein. Das offene Ende sorgte dafür, dass viele sich eine Weiterführung wünschten, die auch bald angekündigt wurde. Als Fan der ersten Stunde war es für mich von Anfang an klar, dass ich die Fortsetzung unbedingt haben muss, um hier meine Eindrücke dazu kundzutun.
Das Erzählkonzept von "Darkside Park" wurde auch bei "Porterville" beibehalten. Unterschiedliche Protagonisten erzählen ihre Erlebnisse in Porterville und liefern den Zuhörern so die Puzzleteile, die sich langsam zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Weiters wurden die Geschichten auch diesmal wieder von verschiedenen Autorinnen und Autoren geschrieben, beteiligt waren Raimon Weber (unter anderem "Gabriel Burns" und "Point Whitmark"), Anette Strohmeyer ("Ondragon"), Simon X. Rost (Mitschnitt Folge 1: "Haus am See") und John Beckmann ("Lady Bedfort"). Die Folgen werden in der zweiten Staffel zum Ende hin immer spannender, sodass man die Fortsetzung gar nicht mehr erwarten kann. Oft ist es so, dass dem Zuhörer die Zusammenhänge der einzelnen Geschichten erst am Schluss der Staffel klar werden. 
Porterville Staffel 2 (Folgen 7 - 12) von Ivar Leon Menger und Folgenreich
In der zweiten Staffel wird die Geschichte kongenial fortgeführt. Episode 7 wird von Jürgen Tormann (Synchronstimme von Michael Caine) gesprochen und trägt den Titel "Götterdämmerung". Neben Thormann sind in beiden Staffeln prominente Sprecherinnen und Sprecher wie Simon Jäger (Heath Ledger), Charles Rettinghaus (Robert Downey Jr.) Norbert Langer (Tom Selleck), Gordon Piedesack (Alec Baldwin), Marina Treger (Sharon Stone), Udo Schenk (Ray Liotta) und Leyla Rohrbeck (zu hören u. a. in "Team X-Treme"). Jeder einzelne der Beteiligten agiert hier in Hochform und liefert eine großartige Performance ab.

Nebel lichten sich
In der zweiten Staffel werden langsam auch einige Fragen beantwortet, die sich die Hörer schon seit längerer Zeit stellen. Dennoch muss man bei Staffel 2 einige Folgen mehrmals hören, denn nicht jede Episode packt einen beim ersten Hören. Trotzdem ist "Porterville" derzeit das Referenzprodukt in Sachen Mystery im Hörbuch/Hörspielbereich. Das bleibt auch nach Staffel 2 noch so, deshalb gibt es von mir eine klare Empfehlung!

P.S.: Falls sich jemand fragt, ob man "Darkside Park" hören muss, um "Porterville" zu verstehen: Nein, man kann "Porterville" auch alleine hören. Es ist aber von großem Vorteil, wenn man die Informationen aus "Darkside Park" hat.

Freitag, 28. November 2014

Halloween 3 - Season of the Witch von Tommy Lee Wallace

Halloween 3 - Die Nacht der Entscheidung (USA 1982) von Tommy Lee Wallace)
Ein Mord in dem Krankenhaus, in welchem er arbeitet, erweckt den Verdacht von Dr. Daniel Challis (Tom Atkins). Bei seinen Recherchen stößt er auf Ellie Grimbridge (Stacey Nelkin), die Tochter des Ermordeten, die  wild entschlossen ist, herauszufinden, wieso ihr Vater so grausam sterben musste. Weitere Ermittlungen führen die beiden zu einer abgelegenen Spielzeugfabrik, deren Besitzer einen teuflischen Plan verfolgt: Er möchte mit der Hilfe der von ihm hergestellten Masken an Halloween Millionen von Kindern umbringen. Daniel und Ellie tun alles, um ihn aufzuhalten, doch sie kämpfen gegen eine Übermacht...



Halloween 3 - Season of the Witch
Da die Geschichte rund um Michael Myers mit Teil 2 als abgeschlossen erachtet wurde, hatten Regisseur Tommy Lee Wallace und Produzent John Carpenter die Idee, Myers endgültig zu begraben und in Zukunft jedes Jahr einen Horrorfilm in die Kinos zu bringen, der Halloween irgendwie thematisiert. "Season of the Witch" sollte der erste Film des so neu gestalteten Franchises werden und floppte so fürchterlich, dass Michael Myers für den vierten Teil flugs reanimiert wurde. Dabei stellt sich die Frage: Hat Halloween 3 diese stiefmütterliche Behandlung durch die Fans verdient oder nicht?
Die Antwort darauf ist sehr einfach: Nein! Dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Der dritte Teil ist - vom ersten abgesehen - der einzige Film im gesamten Halloween-Franchise, der tatsächlich nur zu Halloween spielen kann. Während man bei den anderen Filmen Halloween mit vergleichsweise wenig Aufwand durch irgendein anderes Fest ersetzen könnte, ist das bei "Season of the Witch" schlichtweg nicht möglich, da sonst der Plan des Antagonisten nicht in dieser Form umsetzbar wäre.

2. Nachdem Teil 1 viele Maßstäbe setzte, an denen Slasher sich bis heute messen lassen müssen, hat der zweite Film eigentlich nicht viel mehr getan, als diese zu leicht zu variieren. Bei "Season of the Witch" versuchte man, den Zuschauern etwas ganz anderes zu bieten, anstatt sich wieder nur zu wiederholen.

3. Wenn man den Film losgelöst von den ersten beiden Teilen ansieht, ist "Season of the Witch" ein verdammt guter Horrorfilm. Die Atmosphäre wird immer paranoider und man fiebert mit Ellie und Daniel mit, während sie gegen einen Gegner kämpfen, der mehr Ressourcen hat und ihnen immer einen Schritt voraus ist.

4. Der vierte und letzte Grund ist wohl der subjektivste von allen: Ich bin die ganzen Teenager in Horrorfilmen langsam leid und deshalb hat es mir sehr gut gefallen, dass der Held hier einige Jahre mehr auf dem Buckel hat (Tom Atkins war bei den Dreharbeiten schon weit über 40) und man ihm diese Lebenserfahrung auch anmerkt. Stacey Nelkin ergänzt ihn als Ellie perfekt, weil sie kein dämlicher Slasher-Teenie ist, dem man alle fünf Minuten eine scheuern möchte, sondern eine intelligente junge Frau, die weiß, was sie will.

"Halloween 3 - Season of the Witch" hat lediglich zwei Fehler begangen: Man hatte nicht mit dem Zorn der Halloween-Fans gerechnet und die Größe (und Engstirnigkeit) der Fanbase von Michael Myers unterschätzt. Eventuell wäre es besser gewesen, eine eigene Filmreihe unter dem Titel "Season of the Witch" (oder einem ähnlichen) zu starten. Dennoch: Wenn ich mir ansehe, wie viel Schwachsinn ab Teil 4 auf das Publikum losgelassen wurde, wäre es wohl besser gewesen, den guten Michael in Frieden ruhen zu lassen.

Fazit zu Halloween 3 - Season of the Witch
"Halloween 3 - Season of the Witch" ist - natürlich abgesehen von Teil 1 - der beste Film der Halloween-Reihe.

Samstag, 22. November 2014

Dorian Hunter 25 - Die Masken des Dr. Faustus

Dorian Hunter 25 - Die Masken des Dr. Faustus von Zaubermond
Mit dem goldenen Drudenfuß kann Dorian Hunter nun endlich den Dämonendrilling töten. Die Frage ist nur: Wo hält der Dämon sich versteckt? Olivaro würde Hunter das Versteck verraten, dafür verlangt er aber eine Gegenleistung: Der Dämonen-Killer soll sich mit seinem dritten Leben beschäftigen, also jenem, welches auf die tragische Existenz als Juan Garcia de Tabera folgte. Hunter steigt auf den Deal ein. Tatsächlich beginnt er schon bald damit, sich zu erinnern. Mit unabsehbaren Folgen für alle Beteiligten....

Dorian Hunter 25 - Die Masken des Dr. Faustus
Eines vorweg: Die Ausstattung der 25. Folge von Dorian Hunter ist phänomenal. In dem Set sind nicht nur die drei Teile des Hörspieles, sondern ein interessantes Booklet und eine Soundtrack-CD mit insgesamt 19 Tracks, zusammengestellt von Komponist Andreas Meyer persönlich. Mein persönliches Highlight im Booklet ist aber das Interview mit Dieter Hallervorden, der in diesem Dreiteiler die Rolle des Dr. Faust übernommen hat und in ihr wirklich großartig ist. Es war toll, ihn in einer völlig anderen Rolle als gewöhnlich zu erleben. Die anderen Sprecher, vor allem Thomas Schmuckert als Dorian Hunter, stehen dem in nichts nach.

Opulente Inszenierung
Mehr als 50 (!) Sprechrollen gibt es in diesem Hörspiel und dazu kommt eine Soundkulisse, die ihresgleichen sucht. Besonders gelungen ist auch die Art und Weise, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwoben werden. So funktioniert die Geschichte wie ein Uhrwerk, ein Zahnrad greift nahtlos ins andere, Mosaikstein für Mosaikstein setzt sich für den Hörer langsam ein Gesamtbild von der erzählten Geschichte zusammen, Längen gibt es beim Hören in meinen Augen keine einzige.

Fazit zur Jubiläumsfolge von Dorian Hunter
Diese Folge ist ein Höhepunkt der gesamten Serie. Großartige Sprecher und eine spannende Geschichte ergeben hier ein tolles Hörspiel vom Zaubermond-Label. Daher gibt es von mir eine uneingeschränkte Empfehlung.

Freitag, 21. November 2014

Fundamentalistische Hasskampagnen

Kath.net ist ein Portal, das einem mit seiner tendenziösen Berichterstattung regelmäßig den Blutdruck in die Höhe treibt. Deshalb meide ich diese Seite sonst wie die Pest, heute sind mir auf Facebook aber zwei Artikel begegnet, die ich nicht unkommentiert stehen lassen möchte.

Der erste ist ein Gastkommentar von Dennis Pfeifer, der den Titel "Die Fundamentalisten und ihre Hasskampagnen" trägt. Darin geht es um einen Artikel von Hannelore Crolly in der "Welt", in dem die Autorin beim Thema Abtreibung wohl nicht ganz die Pfeifersche Meinung teilt. Auf jeden Fall dauert es nicht lange, bis Pfeifer die erste Sicherung durchbrennt:

"Wer sich heute für ungeborene Kinder einsetzt, ist ein radikaler Fundamentalist. Und wer es auch noch wagt, gegen eine Abtreibungsklinik zu demonstrieren, betreibt eine Hasskampagne."

Schauen wir doch einmal, was eine für Pfeifer wohl normale Demonstration gegen eine Abtreibungsklinik ist. Laut dem Artikel der "Welt" setzten die Abtreibungsgegner alles daran, zukünftige Vermieter einer Abtreibungsklinik zu verunsichern, um so zu verhindern, dass die Betreiber einen neuen Mietvertrag bekommen. Dazu kommen dann noch die im Artikel angesprochenen Beschimpfungen im Internet ich dabei noch gar nicht. Besonders widerlich sind die Aktionen, bei denen die Frauen direkt vor der Tür mit Puppen, Plakaten und dergleichen belästigt werden.  Was genau hat das noch mit einer normalen Demonstrationen zu tun? Genau: Gar nichts. Trotzdem stellt Pfeifer es so hin, als würde es sich bei diesen Leuten um heldenhafte weiße Ritter handeln.
Schön ist auch das nächste Zitat:

"Möchte ein Journalist seine persönliche Meinung kundtun, muss er das Stilmittel des Kommentars wählen."

Danke für die Belehrung. Dumm nur, dass diese Aussage hier völlig sinnlos ist, denn der angesprochene Artikel ist so ausgewogen, wie es geht. Es kommen Befürworter und Gegner zu Wort. Es ist allerdings bezeichnend, dass die Gegner sich durch ihre eigenen Worte diskreditieren. Ein kleiner Teil des Artikels passt aber zu 100 Prozent: Die Überschrift. Sie passt sehr gut auf Kath.net und die dortige Stammkundschaft.

Hexenjagd 2.0
Der zweite Artikel ist dieser hier: Eklat in Linz: Theologe Bucher beschimpft Lehre der Kirche
An diesem Bericht stören mich zwei Dinge. Erstens wird hier eine - zugegebenermaßen provokant formulierte - Äußerung absichtlich zu etwas aufgeblasen, was sie nicht ist, nämlich ein angeblicher Skandal. Aber schon klar, "Eklat in Linz" bringt wahrscheinlich mehr Klicks als die Wahrheit, oder?
Punkt 2 finde ich noch perfider. Wer runterscrollt, wird feststellen, dass unter dem Artikel die Mailadressen von allen erwähnten Personen. Da dies der einzige Artikel ist, bei dem solche Kontaktdaten veröffentlicht wurden, stellt sich schon die Frage, warum das gerade hier so gehandhabt wurde. Wenn ich die völlig aufgebauschte Geschichte lese, fällt mir nur ein Grund ein: Hier wird offenbar versucht, einen Shitstorm gegen die betreffenden Personen auszulösen. Wisst ihr was, liebe Leute von kath.net? Wenn ihr auf das Niveau von "Bild" oder "Heute" kommen wollt, dann müsst ihr euch wahrscheinlich auf die Zehen stellen, kann das sein? Ich weiß jetzt jedenfalls wieder, wieso ich eure Seite meide wie der Teufel das Weihwasser.

Dienstag, 18. November 2014

Romeo & Julia - Hörspiel vom Amor Verlag

William Shakespeares Romeo & Julia Hörspiel vom Amor Verlag (2012)
Eine Inhaltsangabe zu "Romeo & Julia" erspare ich mir an dieser Stelle (Spoiler: Die beiden sterben am Schluss) und komme gleich zur Beurteilung.
Das Anliegen des Amor Verlages, jungen Menschen die alten Klassiker schmackhaft machen zu wollen, ist ja eigentlich ein sehr schönes, das mir als ehemaligen Deutschlehrer durchaus gefällt. In dieser speziellen Bearbeitung werden auf einer CD die wichtigsten Szenen von den Sprecherinnen und Sprechern gespielt, während ein Erzähler zusammenfasst, was in der Zwischenzeit passiert ist. Das so zu machen ist keine schlechte Idee, wenn man bedenkt, dass Jugendliche heutzutage eher keine Lust darauf haben, sich zwei bis drei Stunden lang hinzusetzen und ein Hörspiel anzuhören. Die Kürzungen wurden mit großer Behutsamkeit und Respekt gegenüber dem Werk von William Shakespeare vorgenommen. Leider ist es damit schon mit den guten Ideen vorbei.

Reine Trockenübung
Es ist sehr schade, dass man sich dazu entschlossen hat, das Hörspiel nicht nur ohne Musik, sondern außerdem ohne Soundkulisse zu inszenieren. So wirkt das Hörspiel wie eine reine Trockenübung der Sprecherinnen und Sprecher, der Text erwacht einfach nicht zum Leben, der Funke springt zu keinem Zeitpunkt über, man hat eher das Gefühl, den Proben einer Theatergruppe zuzuhören und nicht etwa einem richtigen Hörspiel. Das liegt nicht nur an der (fehlenden) Inszenierung, sondern zum Teil auch an den Sprecherinnen und Sprechern, oder vielmehr an der Besetzung mancher Rollen durch die Verantwortlichen. Dabei handelt es sich zwar ohne Ausnahme um gute und erfahrene Schauspielerinnen und Schauspieler (vor allem Silke Franz und Alexander Weikmann haben mir in den Hauptrollen sehr gut gefallen). Aber es reißt einen schon ein wenig aus der Geschichte, wenn Julias Amme, ihre Mutter und Julia selbst allesamt beinahe gleich alt klingen. Außerdem merkt man an manchen Stellen, dass der Text die Sprecherinnen und Sprecher einiger unbedeutender Nebenfiguren doch ein wenig überfordern dürfte, so richtig flüssig gehen ihnen ein paar Passagen nicht von der Zunge. Das hält sich aber in sehr engen Grenzen und es wäre eventuell gar nicht aufgefallen, wenn die Texte nicht nur "trocken" eingesprochen worden wären, sondern eine Soundkulisse diese unterstützt hätte.

Gute Idee, schlechte Ausführung
Es tut mir ein wenig leid, das sagen zu müssen, aber dieses Hörspiel wird sein Ziel, junge Menschen für Shakespeare zu begeistern, eher nicht erreichen. Das ist sehr schade, hier hat man eine gute Gelegenheit vertan.