Freitag, 8. August 2014

Noch ein Nachtrag zu der Sache mit Oliver Krekel - Statement von Tom "Paladin" Bareck

Nach Monaten der Ruhe in der Angelegenheit mit Oliver Krekel kam vor einigen Tagen eine Mail von Tom "Paladin" Bareck alias Torsten Haferbeck. Es ging darin um die Streitigkeiten rund um den von Oliver Krekel in den Raum gestellten Vertragsbruch, den Haferbeck begangen haben soll, und weitere Behauptungen von Oliver Krekel, die dieser über Haferbeck in den Medien (RTL) getätigt hat. Haferbreck schreibt in der Mail, dass er nun endlich wieder im Besitz des Vertrages sei und Wert auf folgende Feststellung lege:

Alle offiziellen und inoffiziellen Äußerungen durch die Person des Herrn Oliver Krekel nach dieser Vertragsauflösung sind falsch, gelogen oder unwahr! Er hat also wissentlich und absichtlich falsche Aussagen getätigt, welche durch offizielle Medien wie RTL ausgestrahlt wurden – diese wurden jedoch selbst durch Oliver Krekel belogen.
 
Ich möchte Sie hiermit bitten, dies auf ihrem Blog richtig zu stellen. 
Dabei geht es Haferbeck um folgende Aussagen: Krekel hatte behauptet, dass er (Haferbeck) vertragsbrüchig geworden sei. Krekel hatte mir während der Diskussion dann per Mail den Vertrag geschickt, den er mit Haferbeck abgeschlossen hatte und dazu gemeint, dass daraus klar hervorgehen würde, dass Haferbeck vertragsbrüchig geworden sei. Ich habe Krekel damals schon gesagt, dass seine bloße Behauptung keinerlei Beweiskraft hat. Nun habe ich es auch von Bareck (inklusive der ganzen Geschichte aus seiner Sicht und einiger Belege, die er aber nicht veröffentlichen möchte, was ich sehr bedauernswert finde) noch einmal schriftlich bekommen, dass der Vertrag damals auf seinen Wunsch hin ordnungsgemäß in beiderseitigem Einverständnis aufgelöst wurde. Es ist übrigens recht interessant, dass alle Texte, die Krekel mir zugeschickt hat, eher die Version von Tom Bareck bestätigen.

 Ich möchte abschließend noch einmal anmerken, dass - nicht nur hier auf diesem Blog - ohnehin niemand den Aussagen von Oliver Krekel Glauben geschenkt hat, da diese keiner seriösen Überprüfung standgehalten haben. Ich hoffe, dass diese ganze Geschichte rund um Krekel und sein Machwerk "Robin Hood - Ghosts of Sherwood" mit diesem letzten Kapitel nun endlich abgeschlossen ist. Es war zwar anfangs faszinierend zu sehen, wie Krekels Luftschloss in sich zusammenbrach und er im Laufe der Diskussion seine so mühsam aufrechterhaltene Maske fallen ließ, mit der Zeit wurde die Diskussion mit Herrn Krekel aber vor allem zwei Dinge, nämlich mühsam und repetitiv. Deshalb hatte ich erst meine Zweifel, ob es Sinn macht, die Sache hier noch einmal aufzuwärmen. Getan habe ich es nun vor allem deshalb, weil mich Herr Haferbeck sehr eindringlich darum gebeten hat, er sieht durch Krekels Aussagen offenbar seinen guten Ruf in Gefahr und bewertet diese als geschäftsschädigend (in meinen Augen zurecht). Krekel hatte mir damals ja den Vertrag zugeschickt, mir mit dem Anwalt gedroht, falls ich etwas davon veröffentliche und dann in der Kommentarsektion des Interviews behauptet, er habe mir unumstößliche Beweise geschickt, die ich aus reiner Bosheit nicht veröffentlichen würde. Da er so indirekt in den Raum stellte, er habe Beweise für ein angebliches Fehlverhalten von Herrn Haferbeck, habe ich diesen damals angeschrieben. Ich wollte ihn darauf aufmerksam machen, was Krekel hier verbreitet und ihn gefragt, ob er dazu etwas sagen möchte. Herr Haferbeck hat dieses Angebot erst abgelehnt, es sich nun aber - da die Streitigkeiten mit Krekel offenbar zu seinen (Haferbecks) Gunsten entschieden wurden - anders überlegt und er möchte diesen Punkt gerne endgültig richtiggestellt wissen (obwohl es in meinen Augen hier nie einen Zweifel gab). Das ist hiermit hoffentlich zu seiner Zufriedenheit erledigt.

Sonntag, 3. August 2014

EYJAFJALLAJÖKULL - Der unaussprechliche Vulkanfilm von Alexandre Coffre

EYJAFJALLAJÖKULL - Der unaussprechliche Vulkanfilm
von Alexandre Coffre (FR 2014)
Da ein isländischer Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull eine gigantische Aschewolke ausspuckt und deshalb alle Flüge gecancelt werden, muss das geschiedene Paar Alain (Dany Boon) und Valérie (Valérie Bonneton) mit einem Mietauto mehr als 2000 Kilometer nach Griechenland fahren, wenn sie noch rechtzeitig zur Hochzeit ihrer gemeinsamen Tochter kommen wollen. Das Problem: Beide hassen sich gegenseitig bis aufs Blut. Von Anfang an versuchen Valérie und Alain, den jeweils anderen auszustechen und allein nach Griechenland zu gelangen. Da Valérie durch eine Unachtsamkeit den Porsche zu Schrott fährt, den Alain auf seinen Namen gemietet hat, gerät der Streit der beiden endgültig außer Kontrolle. Als beide endlich begreifen, dass sie zusammenarbeiten müssen, um die Insel Korfu noch vor der Trauung zu erreichen, ist es beinahe schon zu spät. Auf ihrem Weg treffen sie jede Menge schräge Charaktere und ein Abenteuer jagt das nächste...


Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm von Alexandre Coffre
"Eyjafjallajökull" ist einer von den Filmen, bei dem man schon am Anfang weiß, wie er ausgehen wird. Natürlich kommen die beiden am Ende wieder zusammen. Wichtig ist bei solchen Filmen der Weg dorthin. Und der ist.....dürftig. Habt ihr den Trailer oben gesehen? Wenn ja, dann kennt ihr schon alle witzigen Szenen. Der Rest der "Gags" besteht daraus, dass Valérie sich darüber lustig macht, dass Alain ihrer Meinung nach ein Spießerleben führt, seine Fahrschule noch nicht zum Weltkonzern ausgebaut hat und seiner Tochter ein guter Vater sein möchte. Höhepunkt ist hier eine Szene, kurz nachdem Valérie das Mietauto zerstört hat: Alain ist völlig verzweifelt, weil er seinen Führerschein los ist (was für den Fahrschulbesitzer gleichbedeutend mit dem Verlust seines Jobs ist) und der Mietwagenfirma jetzt 25.000 Euro schuldet. Valéries Reaktion darauf: "Was, regst du dich immer noch deswegen auf?" Natürlich trifft sie ihrer Meinung nach gar keine Schuld an Alains Misere. So geht es die ganze Zeit. Sie beschwert sich darüber, dass Alain seiner Tochter bei der Hochzeit ein Lied singen möchte, erklärt ihm, dass er sie "erstickt" habe und sie ihn deshalb verlassen musste und Alains jetzige Beziehung ist natürlich eine "doofe Putzfrau", weil sie als Haushaltshilfe arbeitet. Danach vögelt sie ihn im Brautkleid ihrer Tochter (fragt nicht). Bei der Hochzeit verrät sie das natürlich Alains Freundin. Die will nämlich, nachdem Valérie beiden jahrelang das Leben mit nächtlichen Anrufen zur Hölle gemacht hat, nach einer läppischen Entschuldigung nicht sofort ihre beste Freundin sein (komisch, nicht wahr?). Da wünscht man sich, Alain hätte den Pfeil, den ein ehemaliger Serienmörder auf Valérie abgeschossen hat, nicht mit der Schulter abgefangen. Ich frage mich bei solchen Szenen immer, ob die Kinobesucher den Film genauso lustig finden würden, wenn es dabei um einen Mann gehen würde, der seine Frau wie den letzten Dreck behandelt und sie am Ende zu ihm zurück geht.

Langweilig und inhaltlich fragwürdig
"Eyjafjallajökull" ist vorhersehbar, nicht lustig und macht einen beim Zuschauen mit der Zeit richtiggehend wütend. Von mir gibt es daher keine Empfehlung.

Twitter-Updates

Auf diesem Blog habt ihr nun die Möglichkeit, meine Tweets auch hier zu sehen und mir auf Twitter zu folgen. Der Kasten befindet sich auf der rechten Seite. ;)

Samstag, 26. Juli 2014

7 Days von Daniel Grou

7 Days von Daniel Grou (Kanada 2010)
Als Jasmine, die Tochter des Chirurgen Bruno Hamel entführt und später tot aufgefunden wird, bricht für seine Frau und ihn eine Welt zusammen. Die ermittelnden Polizisten finden schnell heraus, dass das Mädchen erst vergewaltigt und anschließend ermordet worden ist. Der Entführer ist schnell gefasst, die Beweise gegen ihn sind erdrückend. Bruno ist das trotzdem nicht genug. Er entschließt sich dazu, den Mörder seiner Tochter direkt aus dem Polizeigewahrsam zu entführen. Die Entführung wird von Bruno minutiös geplant und am Tag des Prozessbeginns gegen den Mörder, einem gewissen Anthony Lemaire, durchgeführt. Während die Polizei fieberhaft nach Bruno sucht, foltert er den Mörder seiner Tochter brutal. Sieben Tage lang will Bruno ihn gefangen halten. Am siebenten Tag, dem Geburtstag seiner Tochter, will er ihn schließlich umbringen. Während die Polizei fieberhaft nach Bruno und seinem Entführungsopfer sucht, zieht dieser seinen Plan erbarmungslos durch...



Wenn man einen Film haben möchte, der leichte Unterhaltung für einen Abend sucht, ist bei "7 Days" an der falschen Adresse. Dieser Film ist so "unterhaltungsarm" wie ein Film nur sein kann. Fast schon quälend entwickelt sich eine Geschichte, die für alle Beteiligten in den Abgrund führt.
Wer die Inhaltsangabe zu diesem Film liest, könnte auf den Gedanken kommen, dass es sich dabei um einen Tortureporn-Streifen im Stile von Eli Roths "Hostel" handelt. Diese Annahme wäre grundfalsch, denn "7 Days" fehlt das voyeuristische Exploitation-Element, durch das sich "Hostel" und Co "auszeichnen". Klar sieht man sehr genau, was Bruno gerade mit seinem Opfer anstellt. Durch die nüchterne Darstellungsweise kommt "7 Days" - anders als zum Beispiel "Die Passion Christi" - absolut nicht gewaltgeil rüber (ein Kunststück, das man bei der hier gezeigten Gewalt erst einmal schaffen muss). Ein weiterer Unterschied zu den üblichen Tortureporn-Filmen, ist, dass hier nicht einer der üblichen Durchschnittsmenschen das Opfer der Folterungen wird, sondern ein pädophiler Serienmörder, also jemand, bei dem zumindest einige Menschen argumentieren werden, er habe das, was ihm passiert verdient (man sehe sich nur die Diskussionen auf IMDB.com zu diesem Film an). Deshalb komme ich zu dem Schluss, dass sich "7 Days" zwar einiger Elemente des Tortureporn-Genres bedient, der Film selbst aber nicht ganz in diese Kategorie gehört.

Unterkühlte Inszenierung
Dazu passt, dass "7 Days" in sehr kalt wirkenden Farben (meist herrschen kühle Blautöne vor) inszeniert wurde. Musik sucht man in diesem Film ebenfalls vergeblich und die stärksten Szenen sind diejenigen, in denen die Protagonisten kein Wort reden, zum Beispiel jene, in der Brunos Frau einfach nur auf der Couch sitzt, ihre Beine umklammert und dabei hin und her wippt.
Was "7 Days" aber erst so richtig herausstechen lässt, ist die grandiose Leistung aller Darstellerinnen und Darsteller. Claude Legault ist als schweigsamer, traumatisierter Bruno einfach großartig, genauso wie Fanny Mallette als seine Frau. Martin Dubreuil schafft es durch sein Spiel, dass man als Zuschauer schon fast Mitleid mit dem von ihm dargestellten Kinderschänder empfindet und Rémy Girard liefert als Kommissar, der mit seinen eigenen Dämonen kämpft, eine wahrhaft preisverdächtige Leistung ab. Sie alle holen aus der ihnen gegebenen Vorlage das absolute Optimum heraus.

Ein Film, der nachhallt
"7 Days" bleibt dem Zuschauer noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis. Für diese Verfilmung eines Buches von Patrick Senécal gibt es von mir eine uneingeschränkte Empfehlung-

Freitag, 25. Juli 2014

Neuzugang in der Blogroll - In einem Satz: Horror

Im "Lesenswerte Links"-Sektor gibt es einen Neuzugang: Auf seinem Blog In einem Satz: Horror rezensiert Florian Merkel Horrorfilme in nur einem einzigen (manchmal etwas längerem) Satz. Ein interessantes Konzept, wie ich finde. Schaut mal rein!

Freitag, 18. Juli 2014

Man-Thing von Brett Leonard

Man-Thing von Brett Leonard (USA/Australien 2005)
In dem kleinen Städtchen Bywater sorgt der Frederic Schist gemeinsam mit seinem Sohn Jake für Unruhe, da er in einem örtlichen Sumpfgebiet nach Öl bohren lassen will. Die Proteste der örtlichen Umweltschützer und des dort ansässigen Indianerstammes, dem das Land vorher gehört hatte, interessieren ihn dabei herzlich wenig. Als immer mehr Menschen in den Sümpfen verschwinden, sieht Kyle Williams, der neue Sheriff, sich dazu gezwungen, mit seinem Deputy mitten in der Nacht in das Sumpfgebiet einzudringen, um dort nach den letzten Vermissten zu suchen. Was er findet, sind nicht nur jede Menge Körperteile, sondern auch den Beweis für eine alte, indianische Legende: Das so genannte "Man-Thing" schlachtet ohne Sinn und Verstand nicht nur Schists Männer, sondern jeden, dessen Nase ihm nicht passt und der zur falschen Zeit im Sumpfgebiet aufschlägt, grausam ab. Sheriff Williams, sein Deputy und die Umweltschützerin Teri geraten schnell in Lebensgefahr. Wenn sie überleben wollen, müssen sie schnell hinter das Geheimnis des "Man-Things" kommen...



Billig - Billiger - Man-Thing
Das allererste, was dem Zuschauer bei Brett Leonards "Man-Thing" auffällt, ist der extrem billige "Plastiklook" des ganzen Films. Vor allem die Szenen im Sumpf sind hier besonders schmerzhaft anzusehen, denn ganz egal, wie dunkel die Szenen dort sind, man sieht zu jeder Zeit, dass dort alles aus Kunststoff ist.
Leider passen sich die Schauspielerinnen und Schauspieler ab der ersten Minute der billigen Kulisse an, und liefern Leistungen ab, die einem der billigeren Asylum-Hobel zur Ehre gereichen würden. Besonders schmerzhaft ist das bei Matthew Le Nevez, der seine Rolle als Sheriff Williams mit dem immer gleichen Gesichtsausdruck bestreitet, ganz egal, ob er gerade die Überreste seines Deputys findet, oder er mit Teri flirtet.

Sehr freie Comicverfilmung
(Spoilerwarnung voraus) Der größte Teil der Vorlage wurde für die Verfilmung über Bord geschmissen. Ein kurzer Exkurs: Im Comic ist der Biochemiker Theodore Sallis Teil einer Forschergruppe, die das Serum, mit dem einst Captain America erschaffen wurde, replizieren will. Eines Tages bringt er seine Geliebte mit zur Arbeit, nicht wissend, dass diese zu einer Gruppe von Terroristen gehört, die das Serum an sich bringen möchte. Sallis bemerkt den fatalen Fehler rechtzeitig. Er vernichtet die Formel, flieht und nimmt die einzige Dosis des Serums mit sich. Offenbar hält er es für eine gute Idee, dabei durch die Sümpfe zu fliehen und baut sofort einen Unfall. Deshalb verwandelt er sich durch das Serum und ein wenig Magie ihn in das grüne, rotäugige Man-Thing verwandeln und seinen Verstand fast völlig auslöschen.
Im Film ist Ted Sallis ein Indianer, der Schist das Land seiner Vorfahren (mit dem Einverständnis des restlichen Stammes) verkauft hat und dann von einem Schamanen in das Man-Thing verwandelt. Frederic Schist darf mit seinem Sohn als Ersatz für die Terrorgruppe herhalten.
Natürlich ist klar, dass man alle Hinweise auf das Serum getilgt hat, weil man Captain America wohl aus diesem Film heraushalten wollte (bzw. musste). Dennoch hätte man die Geschichte nicht so sehr verändern müssen. Dass dieser Weg gewählt wurde, ist vor allem deshalb schade, weil Schist & Co ein wirklich armseliger Ersatz für die Terrorgruppe A.I.M. (Advanced Idea Mechanics - Reichlich sinnloser Name, wenn man darüber nachdenkt) sind. Die Story rund um Sallis ist im Film auch ziemlich sinnlos. Sein Stamm verkauft das Sumpfland, Sallis überlegt es sich irgendwie anders, will (anscheinend) mit dem Geld verschwinden und wird dann von dem Schamanen verflucht....oder so. Denn speziell dieser Teil der Geschichte ist so undurchdacht und unnötig verwirrend erzählt, dass man irgendwann einfach keine Lust mehr auf den ganzen Unsinn hat.
Die angedachte Ökobotschaft des Filmes fällt schießt sich schnell ins eigene Knie. Wenn das Man-Thing extra dafür geschaffen wurde, den Sumpf zu beschützen, wieso bringt es dann laufend Unschuldige um, darunter zwei Stammesmitglieder von Sallis und ein junges Pärchen? Mit dem Schutz der Sumpfgebiete hatte das wohl nichts zu tun, schließlich waren die ja auf der Seite des Man-Things. Dass das Man-Thing einfach nur ein Monster ist zieht als Argument auch nicht, schließlich besagt die Geschichte, dass die primäre Aufgabe des Man-Things ist, die Sumpfgebiete zu beschützen. Warum es dann laufend Unschuldige umbringt, wird nie so ganz klar,wobei man sich vielleicht zusammenreimen könnte, dass es den Sumpf einfach komplett menschfrei halten will (was natürlich überhaupt nicht funktioniert). Dieses doch zentrale Element des Filmes beißt sich alle zwei Minuten selber in den Schwanz.
Positive Punkte gibt es bei "Man-Thing" nur sehr wenige. Einige Splattereffekte sind sehr gut gelungen und das Man-Thing selbst sieht zumindest nicht ganz so peinlich aus, wie es der restliche Billiglook des Filmes befürchten lässt. Die erwähnten Splattereffekte können den Zuschauer aber auch nicht davor bewahren, bei dem Film einzuschlafen, die etwa 90 Minuten fühlen sich an wie sechseinhalb Stunden. "Man-Thing" ist Valium auf DVD.

Fazit zu Brett Leonards "Man-Thing"
Wenn ich daran denke, dass diese Totalkatastrophe von einem Film in den USA sogar kurzfristig im Kino zu sehen war, kann ich nur den Kopf schütteln. "Man-Thing" ist langweilig, undurchdacht und sieht einfach nur billig aus.

Mittwoch, 9. Juli 2014

How i killed your mother

Das Finale von "How i met your mother" ist diskussionswürdig
Ich habe mir gestern die beiden letzten Episoden von "How i met your mother", einer meiner Lieblingsserien in den letzten Jahren, angesehen. Schließlich wollte ich endlich wissen, wieso sich so viele darüber aufregen und ich hatte es satt, immer allen Spoilern ausweichen zu müssen. Im folgenden Text möchte ich auf die drei im Internet immer wieder genannten Hauptkritikpunkte eingehen, analysieren, warum von den nicht gerade wenigen Kritikerinnen und Kritikern gerade auf diese drei Aspekte immer wieder eingegangen wird und ob es wirklich so ist, dass diese im Nachhinein die komplette Show ruinieren, oder ob hier von den Fans mal wieder viel Lärm um Nichts veranstaltet wird. (Die Überschrift liefert einen klitzekleinen Hinweis darauf, in welche Richtung dieser Artikel gehen wird.)

Eines gleich vorweg: Was in diesen beiden Episoden zu sehen ist, ist ein Paradebeispiel für das Sprichwort "Das Gegenteil von 'gut' ist 'gut gemeint'". Verzweifelt wurde versucht, Handlungsstränge und Geschichten abzuhandeln, die eigentlich mindestens eine ganze Staffel benötigen würden, um richtig zur Entfaltung zu kommen. Die wenigen guten Ideen werden zudem so schlecht umgesetzt, dass sie fast noch mehr verärgern als alles andere. Und: Ja, die Serie wird durch das Ende nachhaltig beschädigt, aber nicht so, wie es von den Kritikern behauptet wird.
Wer sich die Show nicht spoilern möchte, sollte sich die letzten Episoden ansehen, BEVOR er oder sie hier weiter liest, sogar die Zwischenüberschriften sind große Spoiler. Kommen wir als zum ersten Punkt, der immer wieder gerne kritisiert wird:

Der Tod der Mutter
Wer von den Fans hat sich kein Happy End für Ted und die Mutter seiner Kinder gewünscht? Es gibt wahrscheinlich keinen einzigen, der sich nicht gewünscht hat, dass Ted mit ihr am Ende in den Sonnenuntergang reitet (und dabei wahrscheinlich seine roten Cowboystiefel trägt). Und dann passiert sowas: Die Mutter erkrankt schwer und verstirbt.
Ich kann verstehen, wieso dieser Punkt so viele Menschen verärgert. Dennoch ist der Zorn hier nicht gerechtfertigt. Es ging in HIMYM nie wirklich um die Mutter. Das erkennen sogar seine Kinder, wenn sie sagen, dass es in der Geschichte gar nicht darum ging, wie Ted ihre Mutter traf, sondern darum, dass er immer noch auf Robin steht. Es ging um Ted, seine Freunde, und Teds Reifeprozess, durch den er zu dem Mann wurde, der er am Ende der Geschichte ist. Übrigens: Wieso sollte Ted die Geschichte, wie er die Mutter seiner Kinder getroffen hat, damit beginnen, wie er ihre Tante Robin kennen lernte? Könnte es sein, dass die Pilotfolge durch das Ende eine tiefere Bedeutung erhält? Denkt mal darüber nach. Das Problem ist also nicht, das Ted und Robin zusammen kommen. Das Problem ist der Weg dorthin.

Robin und Barney lassen sich scheiden
Um zu ermöglichen, dass Robin und Ted zusammen kommen, müssen sich nämlich erst Barney und Robin scheiden lassen. Das ist an und für sich völlig okay, aber die Art und Weise, wie ihr Beziehungsende umgesetzt wurde, ist eine absolute Frechheit. Ab Staffel 3 wird ihre Beziehung bis Staffel 7 behutsam und kontinuierlich aufgebaut. Wie viel Zeit bekommt ihr Beziehungsende von den Machern? Keine 15 Minuten und als Beispiel für ihre große Ehekrise zeigt man einen Streit in ihrem Urlaub, in dem es um Robins Karriere und dass es im Hotel kein WIFI gibt (nein, ich habe mir das nicht ausgedacht). Dass Robin ihre Karriere wichtiger ist als ihr Ehemann, ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil genau das schon einmal Thema in der Serie war. Erinnert ihr euch noch an Don Frank, ihren Arbeitskollegen und späteren Lebensgefährten? Ihre Beziehung ging zu Ende, weil Robin ihre Karriere nicht an die erste Stelle setzte und ein vielversprechendes Jobangebot ausschlug, das Don dann hinter ihrem Rücken annahm. Jetzt könnte man argumentieren, dass Robin nicht zulassen wollte, dass ihr so etwas noch einmal passiert. Nur: Wir sehen nicht den kleinsten Hinweis auf eine solche Einstellung von Robin. So wirkt es so, als ob ihr Don, der im Vergleich zu Barney gefühlte fünf Minuten in ihrem Leben war, wichtiger war als ihr Ehemann, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt schon drei Jahre verheiratet war. Dass man Robin damit zu einem kaltherzigen Miststück macht, war den Machern offenbar entweder nicht bewusst oder vollkommen egal.
Wie die Zuschauer von der Scheidung erfahren, ist auch ein Kapitel für sich. In der direkt nächsten Szene nach dem Streit erzählen sie der Gang sinngemäß folgendes: "Unser Urlaub war toll und übrigens haben wir uns scheiden lassen." Lily heult ein wenig und das wars. Ein Handlungsstrang, der in jeder anderen Serie mindestens eine ganze Staffel in Anspruch nehmen würde, wurde hier in ein paar wenige Minuten gepfercht. Das ist den Protagonisten und dem Publikum gegenüber nur noch respektlos.

Barneys Entwicklung wird gleich zweimal komplett über den Haufen geworfen - in nicht einmal zehn Minuten
Was mit Barney nach der Scheidung passiert, ist schon bemerkenswert. Erst heißt es, dass er jetzt wieder ganz der alte Weiberheld sei. Die über fünf Staffeln dauernde Entwicklung Barneys, für den es nicht einfach war, sein Leben vollkommen umzukrempeln? Einfach weg. Die Zuschauer haben aber nicht einmal Zeit, den Fernseher vor Wut anzubrüllen, denn nur ein bis zwei Szenen später erzählt Barney der Clique, dass er einen seiner One Night Stands geschwängert hat. Jetzt ist plötzlich wieder alles anders, denn Barney schwört, ein toller Vater zu sein und hält den Barschlampen, die er vorhin vögeln wollte, nun Vorträge darüber, dass sie über ihr Leben nachdenken müssen. Mir ist klar, dass laut Serie zwischen diesen Episoden immer mehrere Jahre vergehen, aber den Zuschauern wird das alles mit atemberaubender Geschwindigkeit um die Ohren gehauen, Luft zum Atmen wird den Leuten nie gegeben.
Das liegt daran, dass das Zeitgefühl der Verantwortlichen in der ganzen letzten Staffel überhaupt nicht gepasst hat. Während ansonsten mindestens 50 Prozent reine Füllepisoden sind, wirkt das Finale so, als ob allen erst kurz vor dem Ende bewusst wurde, dass sie nur noch 2 Episoden für ihre 537 Handlungsstränge haben (dass Marshall in der Zwischenzeit zweimal den Job wechselt, seine Erfüllung im Dasein als Richter findet und mit Lily noch weitere Kinder bekommt, habe ich ja noch gar nicht erwähnt). Das Ergebnis ist ein wildes Sammelsurium aus Zeitsprüngen, bei dem die Zuschauer so viel Blödsinn fressen müssen, dass es irgendwann einfach nicht mehr geht. Wenn man diese Füllepisoden entsorgt und den wichtigen Handlungssträngen den so frei gewordenen Raum gegeben hätte, wäre diese Staffel wesentlich besser geworden.
Dieses Serienfinale ist ein gutes Beispiel dafür, wie fehlendes Zeitgefühl jede gute Idee vernichten kann. Das wirkt sich vor allem auf die Staffeln 3 bis 7 negativ aus, da jede dort gezeigte Charakterentwicklung von Barney und Robin letztendlich für die Katz' war. Schade.