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Montag, 1. Mai 2017

Interview mit René Rausch über seinen Film "Ostzone"

Regisseur René Rausch am Set von "Ostzone"

Regisseur René Rausch spricht im Interview darüber, wie er auf die Idee zu "Ostzone" gekommen ist und die Probleme, die deutsche Independent-Filmemacher mit der Veröffentlichung ihrer Filme haben.

Wie bist du auf die Idee zu "Ostzone" gekommen?
Ich wollte schon länger einen Slasher drehen, der sehr deutsche Hintergründe hat. Zum Einen war ich schon immer ein Fan von Slasherfilmen. Zum Anderen: Die deutsche Geschichte bietet ja einiges an, daraus was im Horrorbereich zu spinnen. So bin ich spontan auf die ehemalige DDR gekommen, die bisher, meines Wissens nach, nicht in einem Horrorfilm verarbeitet wurde.

Warum hast du dich dazu entschlossen, die Handlung in der ehemaligen DDR spielen zu lassen?
Die DDR hat schon viel realen Horror. Sie ist eigentlich ideal für so ein Thema, da man reale Motive aufgreifen kann. Das gilt sowohl für die ganze DDR-Zeit, als auch für Teile der neuen Bundesländer, die ja noch immer mit gewissen Folgen zu kämpfen haben. Schicke also Protagonisten in die ehemalige DDR in irgendein Dörfchen zur einer alten Ostruine - voilà, ein deutscher Horrorfilm.

Wie bist du denn auf die Location gestoßen?

Das war glücklicher Zufall. Es war ursprünglich laut Drehbuch geplant, in einem typischen Plattenbau zu drehen. Davon gibt es auch so einige leerstehende, die super geeignet waren. Leider ist es bei diesen Gebäuden immer schwer, einen Besitzer ausfindig zu machen und sollte man den Namen bei Ämtern erfragen können, so erreicht man niemanden unter der hinterlegten Adresse, da ist quasi niemand auffindbar. Sehr kuriose Sache. Aus Verzweiflung habe ich dann allgemein nach Objekten im Osten geschaut. Dabei bin ich auf die ehemalige Lungenheilstätte gestoßen, die in Lost Placer-Kreisen sehr bekannt ist. Der Ansprechpartner war nicht schwer herauszufinden.

War es schwierig, dafür eine Drehgenehmigung zu bekommen?
Gar nicht, im Gegenteil. Ich rief bei dem Pächter des Geländes an und der sagte gleich: "Klar, kein Problem". Man muss dazu sagen, dass er das schon gewohnt ist, solche Anfragen. Fotografen und Schaulustige sind da Alltag, er hat daraus quasi eine Touristenattraktion gemacht, wohnt auf dem Gelände und macht Führungen. Insofern war das glückliche Fügung.

Wie schwierig ist es, als deutscher Independent-Regisseur, ein entsprechendes Budget aufzustellen und dafür zu sorgen, dass der Film auf DVD und Blu Ray veröffentlicht wird?
Du hast ja gar keine Vorstellung... eigentlich unmöglich. Deshalb hat sich der gesamte Film, von der Idee bis zur Veröffentlichung, enorm gezogen. Man dreht mit minimalem Aufwand und nahezu keinem Geld - einfach, weil keines da ist bzw. kein Sponsor aufzutreiben
ist. Man braucht dafür schon sehr viel Idealismus und Leidenschaft. Und der DVD-Markt ist ja mittlerweile ein Haifischbecken, das ja auch immer kleiner wird. Man weiß bis zuletzt nicht, ob man den Film unterbringen kann oder er doch nur auf dem Rechner verstaubt.
Da gehört dann doch viel Glück dazu, dass eine Vermarktung dann klappt. Oder man besitzt halt gute Connections.

Gibt es irgendeine besondere Geschichte vom Dreh, die du den Lesern vielleicht erzählen möchtest?
Oh, diverse kleine und mittelgroße Kuriositäten und Anekdoten, die alle erwähnenswert wären. Ich empfehle an der Stelle aber einfach mal die DVD bzw. Blu-Ray des Films, auf der ein Audiokommentar mit dem Kameramann und mir zu finden ist; da wird einiges zum Besten gegeben.

Welche Projekte planst du als nächstes?
Konkret ist noch nichts in der Mache. Bei entsprechender Resonanz könnte ich mir "Ostzone 2" vorstellen, Ideen sind schon da. Andere horrorfilmbezogene Stories hätte ich auch noch im Petto. Aber man muss schauen, was sich ergibt - es ist vor allem wieder die Geldfrage. Das muss erstmal wieder da sein.

Vielen Dank für das Gespräch!

Die Rezension zu "Ostzone" gibt es hier.



Donnerstag, 26. Juni 2014

Interview mit Thomas Tippner

Der Hörspielautor Thomas Tippner
Mit Hörspielen wie "Die Schatzinsel", "Professor Zamorra", "The Return of Captain Future" und "Der Orden" hat sich Thomas Tippner in der Hörspielszene bereits einen Namen gemacht. Im Interview erzählt er alles über sein neues Projekt "Sherlock Holmes Academy" und wie schwierig es sein kann, wenn man als Autor von seinem Traumberuf leben möchte.

Alltagshirngespinste: Worum geht es in der Reihe "Sherlock Holmes Academy"?
Thomas Tippner: Es geht um Trudy Taff, die gerne eine Meisterdetektivin werden will. Eigentlich wollte sie auf die supercoole OIS gehen, wo internationale Spione ausgebildet werden. Aber da sie leider traditionell erzogen wird, wird sie auf die Sherlock Holmes Academy geschickt. Da findet sie dann in Marlene ihre beste Freundin, mit der sie ihren ersten Fall löst. Beide merken schnell, dass das traditionelle Detektivsein auch sehr viel Spannendes und Aufregendes haben kann. Eine rundum niedliche Serie, wie ich finde.

Worin unterscheidet sich "Sherlock Holmes Academy" von anderen, ähnlichen Serien, wie zum Beispiel "Die drei ???", "Team Undercover" oder "Point Whitmark"?
Die von Ihnen erwähnten Serien unterscheiden sich ja auch nicht sonderlich in der Grundausstattung. Nur die Ermittlungen werden da halt anders angegangen. Wer einmal die Ausbildung einer Detektivin miterleben will, anstatt gestandenen Detektiven zu lauschen, sollte ruhig ein Ohr riskieren. Denn der Schulalltag und die Art, wie Trudy und Marlene lernen, ist sehr spannend, da sie das Erlernte halt auch das erste Mal anwenden. Und wie es nun einmal so ist – nicht alles klappt beim ersten Mal, und darin liegt der Reiz der Serie. Trudy ist noch nicht ganz fertig mit der Schule, aber sehr pfiffig.

Sie haben neben bereits einige bereits vorhandene Stoffe (wie zum Beispiel "Die Schatzinsel") zu Hörspielen verarbeitet. Wie überträgt man eine solche Vorlage in ein anderes Medium?
Als erstes sollte man die Geschichte ein oder zwei Mal lesen, und sich dabei gleich Notizen machen, ob man Stellen übernehmen oder streichen will, oder ob man Szenen gut findet, die aber gerne in eine andere Richtung lenken möchte. Dann muss man sich unbedingt auch mit den Figuren auseinandersetzen. Bei der Schatzinsel habe ich das Buch x-mal gelesen. Da habe ich gemerkt, dass mir ein Billy Bones zu schnell abgefrühstückt wird. Ihm wollte ich mehr Platz geben. Und das Verhältnis zwischen Silver und Jim Hawkins wollte ich unbedingt intensiver herausheben. Die Fahrt auf der Hisbaniola und der Maat Arow war mir wiederum nicht spannend genug, deswegen habe ich etwas daran geschraubt.  Na ja, es ist halt immer eine eigene Interpretation.

Wann und warum haben Sie sich dazu entschlossen, Hörspielautor zu werden?
Schreiben wollte ich eigentlich schon immer, das ging bereits in der Grundschule los. Da habe ich keine Aufsätze, sondern Geschichten geschrieben. Habe meiner Fantasie freien Lauf gelassen. Schließlich habe ich angefangen, Pitje Puck zu lesen, und da hat es mich einfach gepackt. Ich wollte weiter Geschichten erzählen, wollte mir Figuren ausdenken und allen Leuten meine Storys vorlegen, damit sie sie lesen.
Das mit dem Hörspielschreiben war eher ein Zufall. Natürlich habe ich immer gerne Hörspiele gehört, besonders die Abenteuer um He-Man und die Masters of the Universe.
Deswegen war ich damals im He-Man.de-Forum aktiv und habe da Björn Korthof kennengelernt. Der hatte damals ja mit seinem Label Hearoic die Fanhörspiele um He-Man veröffentlicht. So bin ich zum Team dazugestoßen . Wir wollten auch andere Themen aufgreifen und bearbeiten. Aber dann entschied ich mich, meine Ideen selber umzusetzen. Das tat ich dann auch, indem ich „Der Orden“ produzierte und mir eine Bastei-Lizenz erwarb. Beide Projekte gingen ziemlich schnell ein – leider. Aber durch „Der Orden“ waren Joachim Otto und Sven Schreivogel auf mich aufmerksam geworden und boten mir an, für sie zu arbeiten. In der Zwischenzeit hatte ich auch Douglas Welbat, Katja Brügger und Dieter B. Gerlach kennengelernt. Die haben sich meiner ein wenig angenommen und meine Schreiberei professionalisiert. Es war wirklich fantastisch. Ein harter Weg, aber total lehrreich und horizonterweiternd. Besonders zu Douglas und Katja pflege ich noch eine richtig tiefe und innige Freundschaft. Einfach fabelhaft, wie lieb und nett die beiden sind. Die Zeit des Lernens will ich nicht mehr missen und ich bin allen drei zutiefst dankbar, dass sie an mich geglaubt und mich gefördert haben. Nachdem ich ein wenig für Joachim und Sven gearbeitet hatte, kam Maritim auf mich zu und fragte, ob ich einen relativ großen Bereich ihres Programms mit Hörspielmanuskripten abdecken wolle. Das wollte ich natürlich – und so sind weitere von mir geschriebene Serien auf den Markt gekommen. Total irre, wie das so vonstatten gegangen ist.
Schließlich kam ich mit Markus Winter und Sebastian Pobot in Kontakt. Markus ist ja sowieso bekannt und macht tolle Hörspiele. Und Sebastian ist, was Lizenzen angeht, einfach unschlagbar.
Seitdem sitze ich irgendwie in der Hörspielbranche fest. Und so bin ich zum Autoren geworden. Es war nicht immer leicht und manchmal ist man auch verzweifelt, aber im Großen und Ganzen hat es sich echt gelohnt und bringt immer noch total viel Spaß.

Wann meldet sich die Verzweiflung denn?
Wenn man versucht irgendwo Fuß zu fassen, sich anbietet, immer wieder an die Grenzen seiner eigenen Leistungsfähigkeit geht und niemand darauf reagiert, beginnt man zu zweifeln. Massiv war das damals, als ich bei Maritim angefangen habe zu schreiben. Man macht fünf Skripte fertig, schreibt seine Rechnung und freut sich, dass man Miete, Kredit, Lebensunterhalt zahlen kann usw. Und dann … plötzlich keine Aufträge mehr. Weder von Maritim, von der Romantruhe oder Nocturna Entertainment. Es ist so, als wäre einem der Faden abgeschnitten wurde. Dann kommen vielleicht noch ein oder zwei Absagen von Verlagen, wo man sich auch als Autor beworben hat.
Aber das hat sich zum Glück in Grenzen gehalten. Denn auch da bin ich wieder realistisch. Wenn ich keine neuen Aufträge bekomme, dann habe ich es nicht geschafft. Punkt aus. Aus Verzweiflung wurde dann wieder Realität. Und so hatte ich mir dann überlegt, dass ich wieder arbeiten gehen müsste, wenn ich mich mit der Schreiberei nicht über Wasser halten kann.

Wie haben Sie dieses Ziel erreicht?
Ich hab mich wenig entmutigen lassen und immer an mich geglaubt. Und ich hatte das Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Hätte ich Douggy Welbat, Katja Brügger und Dieter B. Gerlach nicht kennengelernt, wäre ich auf der Strecke geblieben. Ebenso wäre ich hängen geblieben, hätten ich mir bei Joachim Otto oder Sven Schreivogel nicht die Hörner abstoßen dürfen, um richtig in die Szene hineinzukommen.Zudem bin ich sehr ehrgeizig, was die Schreiberei angeht. Passt einem Auftraggeber das von mir geschriebene Skript nicht, ändere ich es um. Passt es wieder nicht – ändere ich es um. Passt es wieder nicht – ändere ich es um. Denn ich bin immer der festen Meinung, dass sich aus einer guten Idee, immer eine gute Geschichte erzählen lässt.
Und ich lasse mich nicht verbiegen. Ich bleibe authentisch. Und was ganz wichtig ist, man darf sich selber und seine Arbeit nicht zu ernst nehmen. Ich bin total kritikfähig und kann es gut ab, wenn jemand sagt: „Thomas, das war echter Mist, schreib das mal um.“
Natürlich denke ich mir was beim Schreiben, aber wenn von zehn Probelesern sieben sagen: „Äh, das war jetzt irgendwie nicht so cool“, wird das die breite Masse sicherlich auch denken. Und darin liegt – glaube ich – ein wichtiger Grund, warum ich noch immer so aktiv bin. Ich will mich eben immer verbessern und was Eigenes schaffen.

Sie sagen einerseits, dass Sie, wenn Änderungen gewünscht werden, diese auch durchführen. Andererseits sagen Sie auch, dass Sie sich nicht verbiegen lassen. Wie geht das zusammen? Haben Sie Änderungen schon einmal abgelehnt?
Es muss natürlich immer das Produkt gesehen werden.
Ich habe Änderungen schon abgelehnt oder mit dem Auftraggeber heiß diskutiert. Bisher hatte ich aber das Glück, immer mit sehr verständnisvollen Leuten zusammenzuarbeiten. Natürlich ändere ich was, wenn der Auftraggeber ein Lizenzprodukt hat und ich deswegen nicht so frei arbeiten kann, wie ich will. Das geht ja dann nicht anders. Aber wenn eine Änderung gewünscht wird, die dem Produkt schadet, es schlechter macht oder den bestehenden Zusammenhang beschädigt, kann es nicht geändert werden. Es kann natürlich auch sein, dass meine Vorlage nicht den Wünschen des Auftraggebers entspricht. Dann müssen wir da halt auch wieder drüber diskutieren. Wenn meine Vorlage schlecht ist, muss sie halt geändert werden - da bin ich der letzte, der sich da quer stellt.
Wie schon gesagt - alles muss sachlich, fachlich und auf Augenhöhe besprochen und diskutiert werden. Deswegen hat eine Verbesserung des Skripts nichts mit verbiegen oder nachgeben zu tun. Man muss immer das Produkt in Auge haben. Schließlich stehen da ja unsere Namen drin und die sollen beim Hörer oder beim Kunden nicht dazu führen, dass sie die Augen verdrehen, wenn sie den Namen Tippner lesen.

Welche Projekte haben Sie in der nächsten Zeit geplant?
Oh, da steht jetzt einiges an. Durch einen sehr guten Freund habe ich die Möglichkeit bekommen, mal eigene Ideen zu entwickeln und zu verwirklichen. So habe ich jetzt eigene Projekte anfangen können. Zum Beispiel eine Neuinterpretation von „Tom Sawyers Abenteuer“, oder Hörspiel-Lesungen à la ETA Hoffmann oder Bram Stoker. Und auch eigene Geschichten schreiben, wie „Die Einhornprinzessin“,eine Geschichte, die ich für meine kleine Tochter geschrieben habe, nachdem ich ihr großspurig versprach, mal was über Prinzessinnen, Einhörner und die Liebe zu schreiben. Oder auch meine kleine Krimiserie „Sunny Baretta“, wo wir jetzt fünf Folgen aufgenommen haben.Dazu kommen noch diverse Auftragsarbeiten von Joachim Otto, Sven Schreivogel und Sebastian Pobot. Aber da darf ich, wie immer, noch nicht drüber sprechen. Ankündigungen kommen auf jeden Fall.

Vielen Dank für das Gespräch!

Sonntag, 17. November 2013

Interview mit Ralf Kemper über seinen neuen Fim Damned on Earth

Ralf Kemper
Mit Filmen wie "Toxic Lullaby" bewies Ralf Kemper, dass es abseits der deutschsprachigen Amateurszene durchaus Hoffnung für in Deutschland und Österreich entstandene Horrorfilme gibt. Sein neuestes Werk trägt den Titel "Damned on Earth" und soll im Jahr 2014 seine Premiere feiern.


Worum geht es in "Damned on Earth"?
Ralf Kemper: In „Damned on Earth“ geht es im weitesten Sinne um einen Krieg zwischen Himmel und Hölle. Um so frei wie möglich unsere Geschichte gestalten zu können haben wir unser eigenes himmlisches und höllisches Universum kreiert, jenseits von Religion und Kirche.

Die Ausgangssituation:
Seit Ewigkeiten sorgen Engel des Himmels sowie der Hölle für das Gleichgewicht von Gut und Böse auf der Erde. Dieser uralte Pakt zwischen Gott und Satan wurde nie gebrochen, bis heute, denn; Gott und Satan sind seit 20 Jahren verschollen. Niemand weiß wo sie sind. Seit ihrer Abwesenheit hat in der Hölle Luzifer die Amtsgeschäfte übernommen und im Himmel Gottes Stellvertreter, der Erzengel Michael.
Der Höllenfürst Belial wittert seine Chance, beide Reiche ins Chaos zu stürzen, um am Ende die Alleinherrschaft zu übernehmen.
Der einfache Höllenbeamte Amon erhält von Luzifer den Auftrag, den außer Kontrolle geratenen Höllenfürst zu stoppen. Belial bedient sich eines weiblichen Körpers, überlistet Amon und tötet einen Engel. Damit entfacht er einen schrecklichen Krieg, denn die Engel der Hölle und des Himmels respektierten sich und erhoben niemals die Hand gegeneinander. Bis heute...

Wie entstand die Idee zu dem Film?
Im Frühling 2007 fing ich mit dem Drehbuch an. Ich habe den Anfang von Amons (der damals noch Simon hieß) Weg beschrieben, eine Art Roadmovie, in dem ihm immer wieder tote Frauen begegneten. Nach 30 Seiten kam ich allerdings nicht mehr weiter und so verschwand das angefangene Buch auf einer Back-Up-Sicherungs-CD meines Computers. Als mein PC dann den Geist aufgab und ich mir einen neuen zugelegt habe installierte ich die Daten der Back-Up-CD auf der neuen Festplatte und so fiel mir das Buch wieder in die Hände. Im Sommer 2011 habe ich mich dann wieder an die Geschichte gesetzt und im Oktober 2011 waren 75 Seiten und die Version 1 des Drehbuchs fertig. Aus dem Mystery-Roadmovie war eine Religionsparodie geworden. Wie es zu diesem Umbruch kam kann ich leider gar nicht mehr genau sagen. Ich bin kein gläubiger Mensch und kann mit dem Machtapparat der Kirche nicht viel anfangen. Dann kamen die Missbrauchsfälle der Kirche in die Schlagzeilen. Dann der Umgang der Kirche mit den Vorwürfen, einfach unfassbar. Das alles hat mich sicher beim Schreiben beeinflusst. Aber auch Filme wie „Dogma“ oder „Life of Brian“ standen dabei Pate.

Wie lange haben die Dreharbeiten insgesamt gedauert?

Ich habe mich im Herbst 2011 mit meinen beiden Mitproduzenten Gerrit Reinecke und Noah Hunter zusammengesetzt, um das Drehbuch und die Finanzierung zu besprechen.
Am Drehbuch selbst haben wir noch bis Mai 2012 gefeilt und es auf 91 Seiten ausgedehnt. Am 01.06.2012 ging es dann endlich los. Der letzte von 45 Drehtagen war dann im Februar 2013.
Zwischen den Drehtagen haben wir immer wieder Kampfchoreografien geübt und Textproben gemacht. Alles in allem sind so an die 100 Produktionstage entstanden.

In welcher Phase befindet sich die Produktion derzeit und wann können die Fans mit der Veröffentlichung rechnen?
Der Film befindet sich jetzt im Feinschnitt. Darüber hinaus arbeiten wir an den digitalen Effekten und hoffen, im Winter 2013/14, spätestens aber im Frühjahr 2014 Premiere feiern zu können.

Vielen Dank für das Gespräch!


Hier gibt es ein Video zu den Dreharbeiten:


Freitag, 16. August 2013

Laya Talis im Interview über die Beliebtheit von Vampirromanen und ihre Buchreihe "Zwischen Göttern und Teufeln"

Zwischen Göttern und Teufeln, Band eins: Der Pakt von Laya Talis
"Zwischen Göttern und Teufeln" lautet der Titel einer Buchreihe der Autorin Laya Talis. In dem folgenden Interview erklärt Talis nicht nur, wie sie zum Schreiben gekommen ist, sondern auch, wieso Vampirromane ihrer Meinung nach in den letzten Jahren so erfolgreich sind.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Laya Talis: Meine Kindheit und Jugend über habe ich schon Geschichten geschrieben. Allerdings nur für mich selbst; ich habe sie keinem gezeigt, da sie mir dafür nicht gut genug waren. Einige Jahre habe ich dann nur noch gelesen und nichts mehr selbst verfasst. Ich hatte keine Geschichten mehr im Kopf und wenn man nichts zu erzählen hat, sollte man auch nicht schreiben.

Und dann waren sie vor etwas über zwei Jahren da: Die ersten Ideen zu „Zwischen Göttern und Teufeln“. Ein halbes Jahr feilte ich an der Story, erfand die Hauptcharaktere, schuf das Grundgerüst zu der ganzen Reihe. Als ich damit fertig war, wusste ich, jetzt habe ich was zu erzählen, und begann zu schreiben.



Warum schreiben Sie unter einem Pseudonym?

Mein Pseudonym unterstützt mich darin, das reale Leben für die Zeit des Schreibens zu verlassen und als Laya Talis in die Welt meiner Figuren einzutauchen. Ich kann dann ganz Autorin sein, mich voll auf meine Arbeit konzentrieren und meine Reihe so auch am besten repräsentieren. Berufliches und Privates trenne ich grundsätzlich.


Hat Ihr Pseudonym Laya Talis eine spezielle Bedeutung?

Talis ist eine Abwandlung vom englischen Wort „tale“, also Sage oder Geschichte.
Laya ist ein Name, den ich schön finde.



In den letzten Jahren ist die Zahl der Vampirromane förmlich explodiert. Warum ist das so? Wollen alle so erfolgreich sein wie „Twilight“?

Warum so viele Vampirromane? Vampire verkörpern eine Sehnsucht, die in vielen Menschen schlummert. Vampire sind stark, unwiderstehlich, sexy und mysteriös. Und vergessen wir die Unsterblichkeit nicht. Gute Gründe, um über sie zu schreiben. Gute Gründe, um sich verwandeln zu lassen, wenn einem ein echter Vampir begegnet? Diese Frage soll jeder für sich beantworten.

Verkauft wird, was gekauft wird. Geschrieben wird in dem Genre, in dem auch gelesen wird. Vielleicht ist es so simpel? Ich weiß es nicht. Ich habe schon als Kind Vampirgeschichten geliebt und welche geschrieben. Das hat sich bis heute nicht geändert, außer dass ich seit einigen Jahren keine Jugendbücher lesen oder schreiben mag. „Twilight“ ist ein Jugendbuch, „Der Pakt“ nicht.

Wie erfolgreich WILL man sein?
Musiker wollen gehört, Schauspieler gesehen und Autoren gelesen werden. Jeder möchte schließlich erfolgreich in seinem Beruf sein. Allerdings kann ich nicht für andere sprechen, sondern nur für mich. Vergleiche zu Bestseller-Autoren und deren Erfolge sollte man erst dann anstellen, wenn man zu ihnen gehört, darum mache ich das nicht. Ich hoffe, dass meine Reihe viele Menschen unterhält und sie ihnen gefällt. Es ist unglaublich schön, wenn ich von Lesern höre, dass sie meine Geschichte spannend finden und unbedingt lesen möchten, wie es weitergeht. An dieser Stelle sage ich einfach mal Danke. Vielen, vielen Dank an alle, die mein Buch schon gelesen haben und an alle, die es noch lesen werden.



Geschrieben wird in dem Genre, in dem auch gelesen wird“ – bedeutet dies, dass die Verkaufszahlen wichtiger sind als die Selbstverwirklichung des Autors, beziehungsweise der Autorin? Bestimmt hier tatsächlich ausschließlich die Nachfrage das Angebot?

Über die Gründe der Veröffentlichungen kann ich nur spekulieren, denn ich bin kein Verlag, und als Autor kann ich nur für mich sprechen. Für einen Verlag wird es vermutlich vorrangig ausschlaggebend sein, was gelesen und am besten verkauft wird. Ein Autor kann sich aber nicht einfach ein Genre aussuchen, weil der Markt es verlangt, genauso wenig wie ein Musiker nicht alle Instrumente oder Musikrichtungen spielen kann. Insofern wird ein Schriftsteller, der Horrorbücher verfasst, vermutlich nie eine x-te Version von „Shades of Grey“ schreiben, auch wenn diese Art von Büchern sich im Moment viel besser verkaufen als Horror. Ich lese zwar auch gern Thriller, aber schreiben kann ich keinen. Ich habe eine Geschichte zu erzählen und in der kommen Vampire vor. Diese Geschichte schreibe ich und diese erschaffene Welt möchte ich teilen und natürlich wünsche ich mir, dass sie viele Menschen mögen.


Wann darf man mit dem zweiten Teil von „Zwischen Göttern und Teufeln“ rechnen?

Der zweite Teil der Reihe „Zwischen Göttern und Teufeln“ wird voraussichtlich im November erscheinen, vielleicht schon Ende Oktober. Der Titel lautet: „Der Verrat“.


Planen Sie derzeit noch andere Projekte, von denen Sie uns erzählen möchten?

Die Reihe „Zwischen Göttern und Teufeln“ werde ich natürlich fortsetzen. Der Erscheinungstermin des dritten Bandes ist der Mai 2014. Auf einen Titel habe ich mich noch nicht festgelegt.

Aktuell schreibe ich an einem „Zwischenband“ der Reihe, der mich und meine Leser in die Vergangenheit entführen wird. Eine Kurzgeschichte, die sich um einen der Hauptcharaktere aus „Der Pakt“, nämlich um Jeremias, dreht. Es geht um sein menschliches Leben, vornehmlich jedoch um seine erste Begegnung mit dem Vampir, der ihn verwandelt, und ihn zu seinem Sklaven macht. Marcus, der Erste Vampir. Marcus ist für mich einer der interessantesten Charaktere der ganzen Reihe, bei dem ich mir am wenigsten sicher bin, wie meine Leser auf ihn reagieren werden. Wie arrogant, selbstgefällig und eigennützig darf ich einen Charakter formen, bevor ihn alle tot sehen wollen? In „Der Pakt“ taucht er noch nicht so häufig auf, wie in den folgenden Bänden. Soviel verrate ich schon mal.



Wie viele Teile wird „Zwischen Göttern und Teufeln“ haben?
Es wird einen Abschluss im vierten oder fünften Teil geben, der aber genug Potenzial für weitere Bände lassen wird. Wie viele Bücher dann noch folgen, ist völlig offen. Ich bin gerade mit dem Skript des dritten Bandes fertig. Ob die Ereignisse, die noch folgen müssen, um zum Finale zu führen, den Platz für ein Buch oder für zwei Bücher beanspruchen werden, weiß ich nicht, bevor ich sie geschrieben habe.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zum Review des Buches geht es hier.

Dienstag, 13. August 2013

Interview mit Markus Topf - Mord in Serie

Markus Topf (Foto: Sandra Then-Friedrich)
Markus Topf  ist Formatentwickler und Autor im Fernsehbereich (unter anderem "Die Zollfahnder - Hart an der Grenze"). In der Hörspielbranche ist er unter anderem für die Serien "Ein Fall für Leon Kramer", "Pollution Police" und "Mord in Serie" verantwortlich. Letztere wurde in Rekordzeit zur maßgebenden Reihe in Sachen Krimis und Thriller. Im Interview mit Alltagshirngespinste erzählt Topf, wie die Idee zu "Mord in Serie"entstand, was auf die Fans der Serie in der nahen Zukunft alles zukommt und welche Gemeinsamkeiten die Arbeit als Formatentwickler für das TV und für Hörspiele haben.

Wie kam es zur Idee von "Mord in Serie"?
Markus Topf: Die Idee zur Reihe stammt von Christoph Piasecki (Contendo Media), der mir bei einem gemeinsamen Treffen 2009 davon erzählte. Ich war sofort Feuer und Flamme und wenig später begann auch schon die Entwicklung der ersten Geschichten. Uns beiden war dabei von Anfang an wichtig, dass „Mord in Serie“ eine ausgewogene Mischung bietet - aus Psychothriller, klassischem Krimi und actionreicheren Stories.

Sie arbeiten für das Fernsehen als Formatentwickler und früher auch als Junior Producer. Inwiefern unterscheidet sich die Arbeit an einem Fernsehformat zu der an einem Hörspiel und welche Gemeinsamkeiten gibt es?
Die Arbeit an sich unterscheidet sich nicht wahnsinnig. Hier und da ist es das Ziel, spannende und unterhaltsame Geschichten zu erzählen, die das Publikum begeistern. Bei Film und Fernsehen geht es aber natürlich um völlig andere Größenordnungen. Die Kosten für eine Hörspielproduktion sind ungefähr so hoch wie das Tageshonorar des Hauptdarstellers einer TV-Serie. Und weil es beim Film um wesentlich mehr Geld geht, sind dort auch schon zum Zeitpunkt der Entwicklung viel mehr Leute involviert: TV-Redakteure, Producer, Produzenten usw.


Ein Markenzeichen von "Mord in Serie" scheint der überraschende Schlusstwist am Ende jeder Geschichte zu sein. Ist es nicht schwierig, sich in dieser Hinsicht immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen?
Nein, der Schlusstwist ergibt sich ganz von selbst. Das ist für mich auch sehr wichtig, denn eine überraschende Wendung muss immer Sinn ergeben. Bei manchen Stories habe ich bewusst darauf verzichtet (Bsp: „Kalter Tod“), weil meiner Meinung nach schon alles erzählt wurde. Das Ende der Folge „Das Netzwerk“ stammt übrigens nicht von mir. Hier war der Verlag der Meinung, dass es noch einen spannenden Nachklapp geben müsste und hat das dann in Eigenregie umgesetzt.



Worauf dürfen sich die Fans von "Mord in Serie" in der nächsten Zeit freuen?
Es gibt bereits eine Handvoll neuer Folgen, die komplett eingesprochen sind und nach und nach erscheinen werden. Als nächstes kommt voraussichtlich diesen Herbst die Episode „Atemlos“ mit Patrick Mölleken („Team Undercover“) in der Hauptrolle. Parallel dazu arbeite ich an weiteren Dialogbüchern.

Vielen Dank für das Gespräch!

Donnerstag, 8. August 2013

Interview mit Oliver Krekel

Regisseur Oliver Krekel (Copyright: Oliver Krekel)
Nach der Aufregung um meinen Artikel zu "Robin Hood - Ghosts of Sherwood" folgt hier nun das Interview mit Regisseur Oliver Krekel. Darin erzählt er seine Version der Geschehnisse und berichtet von zukünftigen Projekten.

Zum letzten Teil des Specials geht es hier: Post von Sven Weber und ein Statement des Produzenten

Nachtrag: Hier geht es zum Statement von Tom "Paladin" Bareck.

Wann hatten Sie die Idee zu "Robin Hood - Ghosts of Sherwood?
Oliver Krekel: Als ich Anfang 2010 über einen Mockbuster nachdachte und gerade ein Theaterstück namens "Robin Hood" inszenierte. Da dann auch noch die Ankündigung für den Kinofilm mit Russel Crowe kam, war die Entscheidung gefallen.

War es von Anfang an geplant, einen 3D-Film daraus zu machen? Wenn nein, wann wurde diese Entscheidung gefällt?
Nein, das hat sich erst mit der Ankündigung der 3D-Kamera Panasonic AG-3DA1 für rund 30.000 Euro ergeben. Ich dachte: "Klasse, die kaufen wir und los gehts". Leider stellte sich durch diverse Tests an Vorserienmodellen, die uns zur Verfügung gestellt wurden, schnell heraus, dass diese Kamera nicht geeignet ist. So haben wir uns dann mit der Technik näher befasst und eigene 3D-Kamerasysteme gebaut.

Gab es Schwierigkeiten bei der Finanzierung und wie wurde diese auf die Beine gestellt?
Wir haben mit Ralf Buxa und Hermann Miller, unserem Director of Stereography, schnell zwei Co-Produzenten gefunden, die auch von Anfang an an das Projekt geglaubt haben. Der Rest wurde von DigiDreams gestemmt. Alles in allem war es schwierig, weil wir immer mehr Schauspieler bekommen konnten und bessere Effekte hatten. Am Ende hat sich das geplante Budget verdoppelt. Ich möchte mich auch bei allen Beteiligten bedanken, die teilweise absolute Sonderpreise gemacht und auch eine großzügige Ratenzahlung gewährt haben. Ohne diese Hilfe wäre das alles nicht fertig geworden.

Wie liefen die Dreharbeiten aus ihrer Sicht ab?
Bis auf meine ganzen Krankheiten eigentlich ganz gut. An Drehsets gibt es immer das ein oder andere Problem welches aber immer schnell gelöst weden konnte. Alles in allem lief das recht flüssig ab. Ich bin allerdings auch jemand der in Lösungen denkt und daher Probleme ziemlich schnell umgehen kann.

Im Laufe der Zeit wurden im Zusammenhang mit der Entstehung des Filmes immer wieder Vorwürfe gegen ihre Person laut. Unter anderem soll es zu mehreren – aus der Sicht der betroffenen Personen ungerechtfertigten – Kündigungen von Darstellerinnen und Darstellern gekommen sein. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?
Ich wüsste nicht welche. Gerüchte und Vorwürfe gegen mich sind ja an der Tagesordnung, die nehme ich gar nicht mehr ernst, da sie sich am Ende immer als haltlos herausstellen. :) Vor allem von Menschen, die für mich gearbeitet haben, viel Geld dafür bekommen haben, aber im Endeffekt eben nur an sich selber gedacht haben. Wenn jemand trotz Vorkasse die versprochene Leistung nicht bringt, obwohl er dies durchaus könnte, bleibt einem nun mal keine andere Wahl. Das gibt es in jedem Betrieb und da ist auch nichts Außergewöhnliches dran. Da wir ja die Option des Austausches hatten, haben wir diese gezogen. Dass wir uns mit den neuen Schauspielern derart verbessern würden, war ein Glücksfall.

Wenn die Gerüchte über und Vorwürfe gegen Sie tatsächlich "haltlos" sind, wieso werden diese dann immer wieder erhoben, bzw. verbreitet?
Das müssen Sie die Verbreiter fragen. Ich weiß nur, dass keines der von Ihnen beschriebenen Gerüchte auch nur ein einziges Mal unter Beweis gestellt worden wäre. Die sollen doch einfach mal mit Klarnamen dazu Stellung nehmen. Mache ich ja auch :) Das trauen die sich aber nicht, weil sie genau wissen, dass sie lügen.
Die Anonymität des Internets ist da eben ein Vorteil. Warum aber werden solche Fragen nicht einfach an Tom Savini oder Kane Hodder oder an Claude-Oliver Rudolph gestellt? Die könnten doch Auskunft geben wie es war? Soll ich Ihnen sagen warum? Weil man mit den Antworten ja nicht mehr gegen den Krekel schießen könnte und schon würde das ganze Lügengebilde in sich zusammenfallen. Mir ist es doch wichtig, was diese Leute sagen und nicht, was irgendwelche Möchtegerne für Lügen in die Welt setzen.

Sie sagen also dezidiert, dass diese Menschen lügen? Gehen Sie denn in irgendeiner Art und Weise dagegen vor?
Da sind wir ja wieder bei dem altbekannten Problem. Solange niemand unter meinem Namen schreibt oder andere Namen missbraucht (was dann passiert konnte man auf Gamona ja gut sehen ), kann er ja schreiben, was er will. Sie glauben doch nicht, ich hätte die Zeit mir die IP-Adressen zu holen, um den Klarnamen raus zu bekommen? Warum auch, trotz der ewigen Hetze ist GoS megaerfolgreich und nur das ist doch das Interessante.
Das Schöne ist doch, die wissen ja, dass sie lügen und auch wenn sie das Gegenteil behaupten, im Inneren wurmt es sie bis zum Zerreißen, dass der Film so erfolgreich ist und sie eben nicht mehr dabei sind. Sonst würden die ja nicht so viel Zeit und Energie in das Bashing und die Lügen stecken. Das tue ich nur, wenn mich etwas wurmt, sonst wäre es ja egal :)

Wieso wurde Andreas Pape eine Woche vor dem Beginn der Dreharbeiten entlassen?
Er wurde nicht entlassen. Er hatte von Anfang an Bedenken in Englisch zu drehen und hatte auch durch seinen Job keine Zeit, Schwertunterricht zu nehmen. Als dann auch noch das Angebot für "Die Männer der Emden" kam, welches zeitlich mit unserem kollidierte, bat er mich, doch einen anderen Robin Hood zu nehmen. Das haben wir dann auch getan.

Stimmt es, dass bis Juni 2011 lediglich drei Drehtage absolviert wurden? Wenn ja, was war der Grund dafür?
Nein, das ist Blödsinn. Wir haben ja allein im November 2010 schon fünf Tage gedreht und im April ging es dann weiter. Dazwischen war Winter und ich hatte mir das Sprunggelenk gebrochen. Nach meiner Operation konnte ich ja nicht sofort wieder loslegen, da ich sechs Wochen an Krücken laufen musste. Sie sehen, auch hier wird völliger Quatsch erzählt.

Sie haben an meinem Review insbesondere die Stelle kritisiert, an der ich die teilweise langen Einstellungen bemängele, da laut ihrer Aussage 3D genauso gemacht werden müsse. Warum ist das so und was muss ihrer Meinung nach sonst noch berücksichtigt werden?
Wenn man richtiges 3D machen will, also ohne den Kompromiss, dass es auch in 2D funktionieren muss, darf man die Augen der Zuschauer nicht überstrapazieren. Eigentlich sollte der Film gar nicht als 2D-Version erscheinen, weil uns bewusst war, dass die 2D-Fassung eben nicht gut aussehen würde. Man muss einfach wissen, dass in stereoskopischem 3D alle Bilder über den ganzen Bereich der Bildaufnahme scharf sein müssen, weil das menschliche Auge ab zirka drei Metern Abstand alle Gegenstände gleichzeitig scharf sieht und andererseits auf nähere Entfernungen sich sofort scharf einstellt (akkommodiert).
„Künstlerische Unschärfen“, also genau das, was einen Kinofilm in 2D ausmacht, weil der Regisseur damit die Blicke das Publikums auf bestimmte Elemente im Bild lenken kann, sind daher im Stereobild unangebracht und auf jeden Fall zu vermeiden.Einen 3D-Film muss man also völlig anders drehen als einen 2D-Film.
3D ist kein Film, sondern ein Blick durch ein Fenster. Das Ziel ist es, die Realität so realistisch wie möglich abzubilden. Und in der Realität gibt es keine Zooms, schnelle Schnitte oder dergleichen.
Ich selbst mag keine hektischen Schnitte, Hand/Wackelkamera, Videoclip-Ästhetik usw, das ist alles nicht meine Welt. Dieses kam mir beim 3D-Film natürlich zu Gute, denn auch hier sollte man auf hektische Schnitte und Kameragewackel verzichten. James Cameron hat das in Avatar ja auch schon sehr gut vorgemacht :)
Die Kritiken für unser 3D waren daher auch sensationell (Anmerkung des Verfassers: Laut Oliver Krekel schrieb Cinema: "Robin Hood goes Zombie - In brillianter 3D-Optik" und "...sagenhaft plastische Tiefenstaffelung..., für Fans der 3D-Effekte von Avatar...", während der Film-Dienst folgendes sagte: "Krekel hat sich gründlich mit der neuen Raumdimension auseinandergesetzt, verwendet er die Technik doch oft klüger als mancher, hochbudgetierter Hollywood-Film..."). Wir sind also das erste Studio weltweit, das einen Spielfilm nach den Regeln der Stereographie gedreht hat, ohne Kompromisse für eine 2D-Version einzugehen."

Wenn es anfangs nicht geplant war, wieso wurde dann dennoch eine 2D Version veröffentlicht?
Weil der Weltvertrieb unbedingt eine 2D-Version haben wollte. In den USA und UK und auch Japan wird ja erst die 2D-Version vermarktet, um dann später die 3D-Version nach zu schieben. Auch wir können uns nicht gegen den Markt stemmen, auch wenn ich das gerne getan hätte. :)

Welche Projekte haben Sie für die Zukunft geplant? Es heißt, sie hätten sich mit Marc Vorlander zusammengetan, können Sie uns etwas darüber erzählen?
Ich arbeite mit vielen Leuten zusammen. Von Marc haben wir seine beiden Filme "The next Deathwish" und "Candy". Diese haben wir erstmalig bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes als Weltvertrieb präsentiert und werden sie zeitnah in den DACH-Ländern als DVD und Blu-Ray rausbringen.
Ansonsten stehen einige Projekte an. Zum Beispiel haben wir die IMPERIAL-Library gekauft. Darin sind Highlights wie "LEON" und "BLACK EAGLE" mit van Damme oder "BLAST" und "SPLIT SECOND" mit Rutger Hauer. Sie sehen, es gibt immer was zu tun.

Vielen Dank für das Gespräch!