Mittwoch, 30. Dezember 2015

Codename Apocalypse von Hubert de La Bouillerie

Codename Apocalypse (USA 1997) von Hubert de La Bouillerie
Das Raumschiff Agamemnon taucht, nachdem es 30 Jahre lang verschollen war, völlig überraschend wieder auf. Dies weckt natürlich Begehrlichkeiten und so dauert es nicht lange, bis eine Bergungscrew unter dem Kommando der Pilotin J. T. Wayne den Frachter, der gigantische Energiereserven transportiert hatte, betritt. Was Wayne und ihre Leute nicht wissen: Ein Teil der frisch angeheuerten Crew spielt falsch. Als wäre das nicht schlimm genug, stellt sich schnell heraus, dass sich die Agamemnon auf Kollisionskurs mit der Erde befindet und neben den Energiereserven außerdem noch genügend nukleare Sprengköpfe geladen hat, um ein Viertel der Planetenoberfläche zu verbrennen. Um diese Katastrophe zu stoppen, müssen Wayne und Co die Sicherheitssperren umgehen. Dabei gibt es ein Problem: Die Passwörter wurden von einem durchgeknallten Crewmitglied mit Shakespeare-Zitaten verschlüsselt...

Aus welchen Gründen auch immer weigert sich Blogger standhaft, den Trailer hier einzubinden, deshalb verlinke ich ihn hier.

Nach den "Freuden", die ich mit Filmen wie "Gott ist nicht tot" oder "Paranormal Activity" beschert hatten, war es mal wieder Zeit für einen ordentlichen Trashfilm. Ich wollte einen kurzweiligen Actionreißer mit möglichst vielen Explosionen. Bekommen habe ich einen Film, der mit einem der größten WTF-Momenten der Filmgeschichte anfängt. Schaut euch die Anfangsszene einfach mal hier auf YouTube an. Nein, das macht im Kontext auch keinerlei Sinn. Aber ich finde es großartig, wie Laura San Giacomo sich voll reinhängt und vollkommen over the top geht mit ihrer Performance.
Leider geht es von da an ein wenig bergab und der Film wird zu einer gewöhnlichen "Wir müssen die Welt retten"-Geschichte, die vor Logiklöchern nur so strotzt. Da wäre zunächst einmal die Frage, was Waynes Gegenspieler Vendler eigentlich für einen Plan hat. Klar, er will gemeinsam mit seinen Komplizen auf dem Schiff bleiben und die ganze Ladung einsacken. Nur: Wieso glaubt er, dass es hilfreich ist, die Crew, die er bescheißen will, schon vorher umzubringen, vor allem, wenn eine davon der einzige Pilot ist? Dass er bei den mit Shakespeare-Zitaten verschlüsselten Passwörtern den einzigen an Bord erschießt, der Shakespeares Werke gelesen hat (und der noch dazu der Hacker ist, der alle Sperren umgehen soll), ist auch nicht gerade hilfreich. So kommt es, dass unseren Helden nichts anderes übrig bleibt, als sich selbst mit den Nuklearwaffen in die Luft zu jagen, bevor diese die Erde erreichen. Was hätte denn dagegen gesprochen, erst einmal mit den anderen zusammen zu arbeiten und sie hinterher zu "entsorgen"? So funktioniert das dramatische Ende leider überhaupt nicht, da alle nur deshalb sterben müssen, weil ein einziger sich aufführt wie ein hirntoter Esel.
So ist es kein Wunder, dass einem von den Schauspielern maximal Magerkost geboten wird. Sandra Bernhard trägt den ganzen Film lang den selben Gesichtsausdruck spazieren. Matt McCoy und Frank Zagarino bemühen sich, so unmemorabel wie möglich zu sein, während Cameron Dye (die nominelle Hauptrolle) seine Dialoge hölzerner spricht als der berühmte Stapel Bretter. Einzig Laura San Giacomo ist auf ihre Art großartig, wenn sie bei jedem Auftritt sämtliche nach oben offenen Beklopptheitsskalen sprengt.
Trotzdem hat mich "Codename Apocalypse" sehr gut unterhalten. Hubert de La Bouillerie inszeniert den Film sehr flott, es fliegt ständig irgendwo was in die Luft und die Effekte sind ganz passabel umgesetzt worden. Wer Lust auf einen kleinen, unterhaltsamen Actionfilm hat, macht mit "Codename Apocalypse" nichts falsch.

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